Beikost: Phasen III–IV und Vitamine – Praxisleitfaden
Beikost: Phase III und Phase IV
Phase III: Ab fester Nahrung
Phase III: Ab fester Nahrung. Hinzufügen: Joghurt, Toast, gekochte Kartoffeln, Nudeln, Suppen, Schinken, gekochter Apfel oder Birne, Quitte und gekochte Karotten.
Phase IV: Leicht verdauliche Ernährung
Phase IV: Es geht weiter mit einer leicht verdaulichen Ernährung: weiche Speisen, Soft‑Brühe mit Nudeln, Apfel oder Quitte, gekochter (magerer) Schinken, gekochte Kartoffeln. Wenn diese Nahrungsmittel gut vertragen werden, fügen Sie hinzu: Kalbssteak, Huhn, gegrillten Fisch, Bananen und Birnen. Später pürierte Gemüse ergänzen.
Beim Übergang zur normalen Ernährung sollte keine Kuhmilch konsumiert werden, bis sie gut vertragen wird.
Vitamine
Vitamine: Der Begriff setzt sich zusammen aus „vita“ (Leben) und „amin“ (Amine): sie enthalten Stickstoffverbindungen. Vitamine sind wesentliche organische Verbindungen, die als Katalysatoren oder Coenzyme in chemischen Reaktionen für normale metabolische Funktionen, Wachstum und Reparatur von Gewebe wirken. Sie liefern keine Energie; die Tagesdosis wird in kleinen Mengen benötigt.
Klassifikation von Vitaminen
- Wasserlöslich: im GIT wasserlöslich, renale Ausscheidung, daher weniger wahrscheinlich kumulierbar. Beispiele: Ascorbinsäure (Vitamin C), Vitamin‑B‑Komplex (mit Ausnahme von Vitamin B12, das den Intrinsic Factor benötigt), Biotin, Pantothensäure.
- Fettlöslich: binden an Fette für die Absorption, werden in Leber und Fettgewebe gespeichert und können bei Überdosierung toxisch werden. Beispiele: Vitamin A, D, E, K.
Verdauung und Resorption wasserlöslicher Vitamine
Wasserlösliche Vitamine werden im Dünndarm resorbiert. Die Absorption in physiologischen Dosen erfolgt überwiegend aktiv und natriumabhängig (sättigbar); in pharmakologischen Dosen kann teilweise passive Diffusion stattfinden (nicht sättigbar). Der passive Transport kann nützlich sein, wenn der aktive Transport aufgrund von Krankheit eingeschränkt ist (z. B. Vitamin B12 bei älteren Patienten).
Transport, Speicherung und Ausscheidung
Wasserlösliche Vitamine werden im Blut teils frei, teils an Transportproteine (z. B. Albumin) gebunden transportiert; sie finden sich auch in Erythrozyten und Leukozyten. Mit Ausnahme von Cobalamin (Vitamin B12), das spezifische Transcobalamine verwendet, erfolgt der Transport meist ohne spezialisierte Carrier.
Wichtige Speichergewebe sind Leber, Nieren, Muskeln und Gehirn; Cobalamin wird überwiegend in der Leber gespeichert. Die Kapazitätsreserven reichen von Tagen bis Monaten, mit Ausnahme von Cobalamin: ein Mangel tritt meist nach 2–4 Jahren auf. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal (mit Ausnahme von Folsäure und Vitamin B12).
Verdauung und Resorption fettlöslicher Vitamine
Die Absorption fettlöslicher Vitamine im Dünndarm setzt eine normale Fettverdauung und -resorption voraus. Fettlösliche Vitamine liegen häufig als Ester vor und werden in Mizellen gelöst, die passiv in Enterozyten aufgenommen werden. Eine schlechte Fettverdauung oder Fettabsorption kann zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen führen. Die Ausscheidung erfolgt über Galle und Stuhl; die Leber ist die wichtigste Speicherstätte.
Vitamin A
Vitamin A (Retinol): Retinol und verwandte Verbindungen sind wichtig für die Sehfunktion, die Fortpflanzung und das Immunsystem. Sie erhalten Epithelzellen und deren Schleimproduktion, fördern das Knochenwachstum und wirken als Antioxidantien.
Quellen: Milch, Eier, Leber, dunkelgrünes und gelbes Obst und Gemüse.
Mangel: Nachtblindheit, Austrocknung der Bindehaut (Xerosis conjunctivae).
Toxizität: gastrointestinale Beschwerden, Papillenödem, Hyperkalzämie.
Vitamin D
Vitamin D (Calciferol): Reguliert den Kalzium‑ und Phosphatstoffwechsel, ist wichtig für Verkalkung (Mineralisation) von Knochen und für neuromuskuläre Funktionen; wirkt zusammen mit Parathormon (PTH) und Calcitonin. Unterstützt die Funktion des Immunsystems.
Quellen: UV‑Licht (Sonnenexposition), Fischöl, Milch, Eier; die Absorption erfolgt mit Hilfe von Gallensalzen.
Mangel: Rachitis bei Kindern, Osteomalazie und Osteoporose bei Erwachsenen.
Toxizität: Hyperkalzämie, Hyperphosphatämie, gastrointestinale Beschwerden.
Vitamin E
Vitamin E ist Bestandteil aller Zellmembranen und dient als Lipid‑Antioxidans. Es reagiert mit freien Radikalen und wandelt sie in weniger toxische Formen um, verlangsamt die Entwicklung der Atherosklerose und kann die Schwere von Retinopathie sowie intrakraniellen Blutungen bei Frühgeborenen reduzieren.
Quellen: Pflanzenöle, Margarine, Weizenkeime, Vollkornprodukte.