Locke und Hume: Erkenntnistheorie im Vergleich (Ideen, Eindrücke, Kausalität)

Philosophie und EthikAktualisiert am 3,29 KB

Zusammenfassung

Der Text vergleicht die Erkenntnistheorie von John Locke und David Hume. Er erläutert Lockes Unterscheidung zwischen primären und sekundären Qualitäten sowie einfachen und komplexen Ideen. Anschließend werden Humes Begriffe von Eindrücken und Ideen, seine Kritik an Abstraktion und Substanz sowie seine Auffassungen zu Kausalität, Ich, Moral und Religion dargestellt.

Kernpunkte

  • Locke: Primäre Qualitäten sind untrennbar vom Körper; sekundäre Qualitäten erzeugen Empfindungen in uns durch die primären.
  • Locke: Einfache Ideen sind der Rohstoff des Wissens; der Geist kann sie nur kombinieren, nicht neu erfinden.
  • Hume: Eindrücke wirken stärker als Ideen, die als schwache Abbilder gelten; jeder Idee geht ein Eindruck voraus.
  • Hume kritisiert die Abstraktion und die drei kartesischen Substanzen (res cogitans, res extensa, unendliches Wesen).
  • Hume: Ursache-Wirkung lässt sich nicht a priori erkennen; die Außenwelt ist nicht gesichert.
  • Hume: Das Ich ist nur ein Bündel von Wahrnehmungen; er lehnt Gottesbeweise ab und vertritt einen Utilitarismus.

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John Locke: Primäre und sekundäre Qualitäten

Empfindlich reagiert die Philosophie auf die Unterscheidung von Qualitäten. Locke definiert primäre Eigenschaften als untrennbar (inseparables) von einem Körper und seinen Teilen. Sekundäre Qualitäten hingegen sind nichts in den Gegenständen selbst, sondern Kompetenzen, um verschiedene Empfindungen in uns durch ihre primären Qualitäten zu erzeugen.

Lockes Theorie der Ideen

Locke unterteilt Ideen in zwei Kategorien:

  1. Einfache Ideen (Simples): Hierbei verhält sich der Intellekt passiv. Diese einfachen Ideen bilden den Rohstoff unseres Wissens.
  2. Komplexe Ideen (Complexes): Der Geist besitzt die Fähigkeit, einfache Ideen zu kombinieren oder miteinander zu verbinden. Dem Verstand fehlt jedoch die Fähigkeit, selbst eine Idee zu erfinden oder zu erschaffen. Er beschränkt sich darauf, die verschiedenen Arten der einfachen Ideen aufeinander zu beziehen.

David Hume: Eindrücke und Ideen

Hume unterscheidet Wahrnehmungen (Perceptions) in Eindrücke und Ideen. Eindrücke sind jene Arten von Wahrnehmungen, die mit mehr Kraft auftreten. Ideen hingegen werden als schwache Abbilder betrachtet. Gemäß dieser Theorie geht jeder Idee stets ein Eindruck voraus.

Einfache und komplexe Wahrnehmungen

Unsere Wahrnehmungen können in einfache und komplexe unterteilt werden. Einfache Wahrnehmungen lassen keine Unterscheidung oder Trennung zu. Im Gegensatz dazu können komplexe Wahrnehmungen in Teile zerlegt werden.

Kritik der Abstraktion und der Substanz

Hume kritisiert die Abstraktion: Eine Idee ist für ihn das Erfassen oder die interne Repräsentation einer sensiblen Wahrnehmung. In Bezug auf den Begriff der Substanz kritisiert er die drei kartesischen Substanzen: das Res cogitans (denkende Sache), das Res extensa (ausgedehnte Sache) und das unendliche Wesen (Gott).

Kausalität und die Außenwelt

Humes Begriff der Kausalität besagt, dass die Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht a priori erlangt werden kann. Da jedes Ding etwas völlig anderes als seine Ursache oder Wirkung ist, werden wir diesen Zusammenhang niemals rein rational entdecken. Ebenso gibt es keine gesicherte Vorstellung von der externen Welt; sie erleidet das gleiche Schicksal wie die Begriffe Substanz und Kausalität, da der Geist nicht in der Lage ist, über sich selbst hinaus nach draußen zu treten.

Das Ich, die Moral und die Religion

Die Idee des Ich nehmen wir lediglich als ein Bündel von Wahrnehmungen wahr. In der Moral vertritt Hume die Ansicht: Wenn es wirklich Moralvorstellungen gibt, sollten diese entweder in den Beziehungen von Ideen oder in Tatsachen begründet sein. Bezüglich der Religion stellt er fest, dass religiöse Wahrheiten der Vernunft unzugänglich sind. Hume lehnt alle Beweise für die Existenz Gottes ab. Sein Utilitarismus besagt schließlich: Alles, was zum Glück der Gesellschaft beiträgt, verdient unsere Zustimmung.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet primäre und sekundäre Qualitäten bei Locke?

Primäre Qualitäten sind untrennbar von einem Körper und seinen Teilen. Sekundäre Qualitäten sind nichts in den Gegenständen selbst, sondern erzeugen durch die primären Qualitäten Empfindungen in uns.

Was sind Eindrücke und Ideen bei Hume?

Eindrücke sind Wahrnehmungen mit größerer Kraft, Ideen gelten als schwache Abbilder davon. Jeder Idee geht stets ein Eindruck voraus.

Wie begründet Hume seine Kritik an der Kausalität?

Die Ursache-Wirkung-Beziehung kann nicht a priori erlangt werden, da Ursache und Wirkung völlig verschieden sind. Deshalb lässt sich dieser Zusammenhang nicht rein rational entdecken.

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Test

1. Was nennt Locke einfache Ideen?
2. Wie beschreibt Hume das Verhältnis von Eindruck und Idee?
3. Was sagt Hume über das Ich?
4. Welche Position vertritt Hume zur Religion?
5. Was ist laut Hume das Kriterium für moralische Zustimmung?

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