Ernährungsphysiologie: Verdauungssysteme im Überblick
Ernährung: Unterschiedliche Strukturen
- Giftschlangen: Ihre Zähne sind hohl und mit einer Giftdrüse (einer modifizierten Speicheldrüse) verbunden. Das Gift wird über die Zähne injiziert.
- Schmetterlinge: Sie besitzen hoch spezialisierte Mundwerkzeuge, um Nektar aus Blumen zu saugen.
- Haie: Ihre Zähne wachsen kontinuierlich nach und bilden neue Zahnreihen.
- Nilpferde: Sie verbringen den Tag in Gruppen von bis zu 150 Tieren im Wasser und grasen nachts an Land.
- Kondore: Große Vögel, die sich von Aas und lebender Beute ernähren.
- Fischfresser (Tiofaga): Vögel, die sich primär von Fisch ernähren.
- Porifera (z. B. Schwämme): Filtrierer, die Nahrungspartikel aus dem Wasser durch Poren aufnehmen und intrazellulär verdauen.
- Coelenteraten (z. B. Quallen, Korallen): Besitzen einen Gastrovaskularraum für die extrazelluläre Verdauung; kein komplexes Verdauungssystem.
Wirbellose Verdauungsstrukturen
- Echinodermen (Seesterne): Fleischfresser, die ihren Magen ausstülpen, um die Beute außerhalb des Körpers zu verdauen.
- Arthropoden: Wirbellose mit Gliedmaßen, z. B. Spinnentiere.
Verdauung bei Wirbeltieren
- Pflanzenfresser: Ihr Verdauungstrakt ist länger als der von Fleischfressern; sie besitzen flache Eckzähne.
- Nilpferd: Besitzt einen mehrkammerigen Magen, ist aber kein Wiederkäuer. Die Verdauung ist langsam und dient der Glukosegewinnung.
- Kuh: Ein Wiederkäuer, der die Nahrung zur erneuten Zerkleinerung in den Mund zurückwürgt.
- Vögel: Besitzen einen spezialisierten Magen (Drüsen- und Muskelmagen).
Verdauung des Menschen
Der Dünndarm gliedert sich in Zwölffingerdarm (Duodenum), Jejunum und Ileum. Beteiligt sind zudem der Choledochus (Gallengang) und der Pankreasgang.
Funktion des Verdauungstraktes
- Zerkleinerung der Nahrung
- Produktion von Enzymen für den Abbau
- Transport von Nährstoffen ins Blut
- Ausscheidung unverdaulicher Stoffe
Chemische vs. mechanische Verdauung
Die mechanische Verdauung basiert auf Muskelbewegungen (Peristaltik). Die chemische Verdauung nutzt Enzyme (biologische Katalysatoren), die von Temperatur und pH-Wert beeinflusst werden.
Wichtige Begriffe
- Dünndarm: Absorption von Aminosäuren, Zuckern, Fettsäuren, Glycerin, Wasser und Vitaminen. Umwandlung von Chymus in Chylus.
- Dickdarm: Wasserabsorption, Vitaminsynthese und Bildung von Kot.
- Galle: Emulgiert Fette, damit Enzyme wirken können.
- Leber: Produziert Galle und verarbeitet Nährstoffe.
- Chymus: Der Nahrungsbrei, der vom Magen in den Zwölffingerdarm gelangt.
Prinzipien der Ernährung
Wir benötigen Mineralien, Vitamine, Proteine, Fette, Kohlenhydrate und Wasser.
- Proteine: Bestehen aus Aminosäuren (CHON: Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff).
- Kohlenhydrate: Wichtige Quelle für schnelle Energie.
- Wasser: Ein Verlust von 20 % ist tödlich; der tägliche Bedarf liegt bei ca. 2,5 Litern.
- Transfette: Ungesättigte Fettsäuren, die häufig in industriell verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen.