Evolutionstheorien: Von Lamarck und Darwin zum Neo-Darwinismus
Neo-Darwinismus und genetische Variabilität
Der Neo-Darwinismus erklärt die Variabilität durch genetische Rekombination und Mutationen, die zufällig auftreten. Das Hardy-Weinberg-Gesetz verdeutlichte die Bedeutung der Individuen in einer Population. Forscher wie Fisher, Haldane und Wright zeigten auf, welche Faktoren die Genfrequenzen in einer Population verändern können: natürliche Selektion, Mutation und Gendrift.
Neutralismus und das Gleichgewicht der Selektion
Die Neutralitätstheorie von Kimura besagt, dass viele Mutationen weder vorteilhaft noch negativ, sondern neutral sind. Zum Punkt des Selektionsgleichgewichts: Eine kleine Population isoliert sich von der Stammart und entwickelt sich eigenständig, bis eine neue Art entsteht. Kehrt diese Art in das ursprüngliche Gebiet zurück, konkurriert sie mit der Stammart. Bei Umweltveränderungen wäre der natürliche Selektionsdruck in einer kleinen Population höher gewesen, was zu einer besseren Anpassung führt.
Artenbildung: Gradualismus vs. Punktualismus
Arten entstehen entweder durch sehr langsame, stetige Veränderungen oder durch schnelle Prozesse in kleinen, isolierten Gebieten.
Fixismus und Schöpfungslehre
Vor der Annahme der Evolutionstheorie herrschte die Überzeugung, dass Arten über die Zeit hinweg unveränderlich seien. Dies wurde oft auf einen Schöpfer zurückgeführt.
Lamarckismus
Lamarck postulierte, dass sich Arten im Laufe der Zeit durch Metamorphose in andere Arten verwandeln. Die Ursachen hierfür seien:
- Ein Trend zur Anpassung an die Komplexität der Umwelt.
- Das Prinzip von Gebrauch und Nichtgebrauch von Organen.
- Die Vererbung erworbener Merkmale.
Der Lamarckismus wurde verworfen, da erworbene Merkmale nicht genetisch vererbt werden können.
Darwinismus
Darwin begründete die Entwicklung der Arten durch die natürliche Selektion. Während seiner Expeditionen sammelte er Daten, die zeigten, dass trotz der räumlichen Nähe auf Inseln unterschiedliche Arten existieren. Er schlussfolgerte, dass die biologische Vielfalt das Ergebnis der Anpassung an die jeweilige Umgebung über Generationen hinweg ist. Für den Evolutionsprozess sind drei Faktoren notwendig:
- Hohe Reproduktionsrate
- Variabilität der Nachkommen
- Natürliche Selektion