Exposition und Argumentation: Merkmale & Struktur
Sprachliche und textliche Eigenschaften
In diesem Bereich herrscht die referenzielle Funktion vor.
Morphosyntaktische Ebene
Um Objektivität zum Ausdruck zu bringen, werden folgende Strukturen genutzt:
- Aussagesätze und Fragesätze zu didaktischen Zwecken
- Die dritte Person sowie die erste Person Plural
- Reflexive, unpersönliche und passive Sätze zur Vermeidung von Verweisen auf den Sender (Emittenten)
Für die Entwicklung der Erklärung werden verwendet:
- Substantive, Nominalphrasen, Nebensätze, Appositionen, Adjektive oder gleichwertige Strukturen
- Kausal-, Final- und Konsekutivsätze, um die logische Beziehung zwischen den Ideen auszudrücken
Lexikalisch-semantische Ebene
Wesentliche Merkmale sind:
- Das Präsens mit zeitloser Bedeutung (für Gesetze, Axiome etc.)
- Ein denotatives Vokabular, das oft abstrakt, fachspezifisch und reichhaltig ist
Erstellung einer schriftlichen Exposition
Bei der Erstellung einer schriftlichen Exposition sollten der Arbeitsplan und eine Reihe von Aspekten berücksichtigt werden, die sowohl die Vorbereitung als auch die endgültige Umsetzung der Arbeit betreffen. Die Verfahrensschritte sind:
- Festlegung des Themas, der Absicht und des Empfängertyps
- Informationssuche in unterschiedlichen Quellen
- Planung des Schreibprozesses
- Redaktion (Entwurf)
- Revision, Bearbeitung und endgültige Niederschrift
Die Argumentation
Die Argumentation: Es handelt sich um eine Form, in der Gründe geltend gemacht werden, um eine bestimmte Aussage zu rechtfertigen oder zu beweisen.
Zweck und argumentative Struktur
Das Ziel ist es, den Empfänger zu überzeugen oder zu überreden. Hierbei überwiegt die appellative Funktion. Die grundlegende Struktur eines argumentativen Textes umfasst vier Teile: Thema, These, Entwicklung und Schlussfolgerung.
- Der in Frage stehende Gegenstand (das Thema)
- Die These oder Behauptung der jeweiligen Partei
- Die Entwicklung mit Argumenten, welche die These unterstützen
- Der Abschluss, der die Argumente bestätigt
Typen von Argumenten
Beispiele für die häufigsten Formen der Argumentation sind:
- Kausalität (Ursache und Wirkung)
- Analogie oder Vergleich
- Kontrast
- Beispielhaftigkeit (Entsprechung)
- Autoritätsargument (Kriterium der Autorität)
Textuelle und sprachliche Merkmale
Es dominieren die appellative, referenzielle, ausdrucksstarke und poetische Funktion.
Morphosyntaktische Ebene
Allgemeine Trends bei der Entwicklung der Argumentation:
- Aussagesätze, manchmal komplex strukturiert (mit Beiordnung, insbesondere adversativen Konjunktionen, und Unterordnung), die didaktische Zwecke für den Empfänger verfolgen
- Attribut-, Kausal-, Konsekutiv- und Konditionalsätze, die logische Beziehungen ausdrücken
Um Objektivität zum Ausdruck zu bringen:
- Gebrauch der dritten Person
Um Subjektivität zum Ausdruck zu bringen:
- Fragesätze (Interrogativ) oder Befehlssätze (Imperativ)
- Erste und zweite Person sowie Vokativ, die sich direkt auf den Empfänger beziehen
Semantische Ebene
Wesentliche Merkmale:
- Verben des Sagens, Denkens und Argumentierens (Ursache und Wirkung), in der Regel im Präsens oder im Konjunktiv
- Ein abwechslungsreiches Lexikon, das abstrakte Substantive und Fachbegriffe enthält
- Spezifische beschreibende oder wertende Adjektive sowie bewertende Adverbien
- Verwendung von ausdrucksstarken und stilistischen Mitteln