Finanzkennzahlen & Bilanzanalyse: Stabilität & Risiken
1. Wichtige Finanzkennzahlen
Working Capital (FM)
Umlaufvermögen (AC) - Kurzfristige Verbindlichkeiten (PC)
Alternative Definition: Eigenkapital + Langfristige Verbindlichkeiten - Anlagevermögen
Liquidität 1. Grades (Cash Ratio)
(Kassenbestand + Bankguthaben) / Kurzfristige Verbindlichkeiten [1-2]
Liquidität 3. Grades (Current Ratio)
Umlaufvermögen / Kurzfristige Verbindlichkeiten [1-2]
Deckungsgrad II
(Eigenkapital + Langfristige Verbindlichkeiten) / Anlagevermögen [1-2]
Verfügbarkeit (Cashflow-Verhältnis)
Cashflow / Langfristige Verbindlichkeiten [0,3-0,4]
Finanzielle Autonomie (Eigenkapital zu Fremdkapital)
Eigenkapital / Fremdkapital [0,8-1,5]
Deckungsgrad III
Anlagevermögen / (Eigenkapital + Langfristige Verbindlichkeiten) [<1]
Qualität der Schulden
Kurzfristige Verbindlichkeiten / Gesamtverbindlichkeiten [0,2-0,5]
Verschuldungsgrad
Gesamtverbindlichkeiten / Eigenkapital
ROA (Return on Assets)
(EBIT / Gesamtvermögen) * 100
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)
Umsatzerlöse - Betriebskosten
EBT (Ergebnis vor Steuern)
EBIT - Zinsaufwendungen
Nettoergebnis (BN)
EBT - Steuern
ROE (Return on Equity)
(Nettoergebnis / Eigenkapital) * 100
Umsatzrendite (Profit Margin)
Nettoergebnis / Umsatz
Vermögensumschlag (Asset Turnover)
Umsatz / Gesamtvermögen
Finanzierungshebel (Financial Leverage)
Gesamtvermögen / Eigenkapital
ROA (DuPont-Formel)
Umsatzrendite * Vermögensumschlag
ROE (DuPont-Formel)
Umsatzrendite * Vermögensumschlag * Finanzierungshebel * 100
Bilanzgleichung
Aktiva = Verbindlichkeiten + Eigenkapital
Eigenkapital
Aktiva - Passiva
Gesamtkosten der externen Finanzierung
Finanzaufwendungen / Gesamtfremdkapital
2. Bilanzanalyse: Szenarien der Finanzstabilität
Überfinanzierung durch Eigenkapital
- Das Unternehmen ist ausschließlich mit Eigenkapital finanziert.
- Totale Sicherheit, jedoch ohne Nutzung des positiven Leverage-Effekts.
- Kapital sollte genutzt werden, um sich moderat zu verschulden und die Rentabilität zu steigern.
Normale Finanzielle Stabilität (Positives Working Capital)
- Umlaufvermögen > Kurzfristige Verbindlichkeiten.
- Dies ist die ideale Ausgangslage für ein Unternehmen.
- Es bedarf lediglich einer Überwachung des Working Capitals, um den Bedarf an Liquidität für die Geschäftstätigkeit zu sichern.
Zahlungsunfähigkeit (Illiquidität): Negatives Working Capital
- Umlaufvermögen < Kurzfristige Verbindlichkeiten.
- Das Unternehmen kann seine kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht begleichen.
- Lösungen: Verlängerung der Zahlungsfristen bei Lieferanten und bessere Liquiditätsplanung.
Kurzfristiges Finanzielles Ungleichgewicht durch Verluste
- Desinvestition, geringe Solvenz.
- Lösungen: Neuverhandlung von Schulden mit Gläubigern und Kapitalbeschaffung.
Insolvenz: Extrem negatives Working Capital & Verluste
- Desinvestition, totaler Verlust der Solvenz.
- Lösungen: Sehr schwierig; Kapitalbeschaffung und Neuausrichtung der Geschäftstätigkeit, um das Unternehmen zu retten.