Die Fischerei ist eine wirtschaftliche Tätigkeit, die in der Gesamtwirtschaft an Bedeutung verloren hat.
In Spanien lag der Fischverbrauch im Jahr 2000 bei etwa 40 kg pro Person und Jahr.
1. Fischerei
Das Fanggebiet ist in acht Regionen aufgeteilt: Nordwest, Kantabrien, Tramontana, Levante, südlicher Mittelmeerraum, Südatlantik, Balearen und Kanarische Inseln. Die wichtigsten sind der Nordwesten und der Atlantik.
Fischproduktion:
Drei Viertel der gefangenen Arten sind Fische, der Rest sind Weichtiere. Nach Wert dominieren Weißfische (Seehecht und Wittling), nach Tonnage Sardinen und Sardellen.
Das Ziel ist der menschliche Verzehr, meist frisch, obwohl Pökeln und Beizen zunehmen.
Die Anlandungen wuchsen bis 1976 enorm. Danach gab es einen Rückgang durch die Erschöpfung der Fischgründe sowie internationale und EU-Beschränkungen.
2. Die Krise und Probleme der Fischerei
Krisenindikatoren:
Bevölkerungsrückgang in der Branche.
Rückgang des Beitrags zum BIP mit Auswirkungen auf Werften und Konservenfabriken.
Hohes Defizit zwischen inländischem Verbrauch und Produktion.
Knappe Ressourcen, Überkapazitäten der Flotte und Umweltzerstörung reduzieren die Fangmengen.
2.1. Probleme der Fischerei
Die nationalen Fischgründe sind durch übermäßige Nutzung und bescheidene Mittel erschöpft.
Gemeinschaftliche Gründe unterliegen Produktionsquoten zur Sicherung der Nachhaltigkeit, die an lizenzierte Boote verteilt werden.
Internationale Fischereiabkommen: Seit 1974 sind die Meere keine freien Ressourcen mehr. Die Etablierung exklusiver 200-Meilen-Zonen war ein Schlag für die spanische Flotte, die nun von Abkommen mit anderen Ländern abhängt. Dies führte zu Überkapazitäten.
2.2. Strukturelle Probleme
Die arbeitende Bevölkerung sinkt aufgrund der Fischereikrise und des Abbaus von Lizenzen.
Überalterung der Beschäftigten in der handwerklichen Küstenfischerei.
Probleme der Fischereiflotte:
Bis 1977 wuchs die Flotte durch niedrige Kraftstoffpreise und freien Zugang zu Fanggründen. Die heutige Größe ist übertrieben, da das Wachstum nicht durch die Verschrottung alter Schiffe begleitet wurde.
Eine übermäßige Anzahl kleiner Schiffe kann nicht weit von der Küste operieren und trägt zur Überfischung bei.
2.3. Umweltprobleme
Übernutzung der Fischereiressourcen.
Wasserverschmutzung durch Landwirtschaft, Industrie und Öl.
3. Fischereipolitik: Regulierung und Umbau
Zur Lösung der Probleme wird eine regulatorische Politik der Europäischen Union umgesetzt:
Spanien ist in den EU-Binnenmarkt integriert, der die Preise für Fischprodukte festlegt.
Der Handel mit der EU wurde liberalisiert.
Die EU setzt Maßnahmen zur Regulierung, Umwandlung und zum Umweltschutz um.
3.1. Regulierung der Fangtätigkeit
Die EU regelt den Zugang zu Gewässern und verwaltet Abkommen mit Drittstaaten.
Vorteil ist das Gewicht der EU bei Verhandlungen; Nachteil ist die Priorisierung von EU-Interessen gegenüber spanischen Interessen.
Die EU strebt weitere Abkommen mit afrikanischen Ländern und Indien an.
3.2. Wandel und Strukturanpassung
Spanien wurde zur Umstrukturierung und Modernisierung der Flotte verpflichtet.
Mittel zur Umwandlung:
Reduzierung der Flottengröße durch Verschrottung und Vorruhestandsregelungen.
Übertragung von Schiffen an andere Fischereiunternehmen im Austausch für Fangrechte oder den Einsatz ausländischer Arbeitskräfte.
Sanierung und Modernisierung der Flotte und Häfen.
Zuschüsse für Infrastruktur und Ausbildung in betroffenen Regionen.
Entwicklung der Aquakultur als Lösung für das Defizit.
Aquakultur:
Süßwasser-Aquakultur: Über 2000 Brütereien für Fisch, Schalentiere und Besatzmaßnahmen. Problem: Steigende Produktionskosten.
Marine Aquakultur: Schalentiere (Muscheln, Austern) und Fische (Wolfsbarsch, Goldbrasse).
3.3. Umweltpolitische Fragen
Festlegung von Fangquoten.
Beschränkung oder Verbot von unterschiedslosen Fangmethoden.
Wiederherstellung der nationalen Fischereizusammenarbeit.