Grundlagen der Landwirtschaft und des primären Sektors
Landwirtschaft und der primäre Sektor
Definition: Der primäre Sektor ist die Gesamtheit der Aktivitäten, durch die Menschen die Ressourcen der Natur nutzen: Landwirtschaft, Fischerei, Bergbau sowie Vieh- und Herdenmanagement (Forstwirtschaft).
2. Landwirtschaftliche Fläche
Die natürliche, vom Menschen modifizierte Fläche für die landwirtschaftliche, viehwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung.
1) Charakterisierende Elemente
Physische Faktoren:
- Klima:
- Temperatur: Eine Mindesttemperatur (ca. 10 °C) ist für die Entwicklung erforderlich.
- Niederschlag: Es wird ein Mindestmaß an Niederschlag zwischen 900 mm und 1200 mm benötigt.
- Atmosphärische Effekte: Hagel und sintflutartige Regenfälle können zur Zerstörung der Ernte führen.
- Relief:
- Neigung/Wasserscheide: Flachland ist besonders geeignet für die Landwirtschaft.
- Höhe: Die Bodenfruchtbarkeit ist abhängig von der Höhe.
- Thermischer Gradient: Pro 100 m Höhe sinkt die Temperatur um ca. 0,6 °C.
- Windexposition: Starker Wind schadet dem Anbau.
- Sonnen- und Schattenplätze: Solanseiten (Sonnenseiten) sind geeignet für die Landwirtschaft, während Schattenlagen (Umbrias) den Anbau behindern.
- Boden:
- Dicke: Eine größere Bodendicke ist besser geeignet für den Anbau.
- Textur: Fördert oder behindert die Speicherung von Wasser.
- Porosität: Begünstigt oder erschwert die Sauerstoffzufuhr an der Wurzel.
2) Menschliche Faktoren
Bevölkerungswachstum, Techniken und Technologien, wirtschaftliche Bedingungen.
Parzelleneigentum:
- Immobilien: Individuell oder kollektiv.
- Größe: Kleinbetrieb (Parzelle), Mittelbetrieb (Mesofundium), Großbetrieb (Latifundium/Güter).
- Betriebssystem: Direkt oder indirekt (Arrendamiento/Vermietung, Halbpacht mit prozentualer Beteiligung).
- Agrarpolitik sowie kulturelle und historische Bewertung.
3) Struktur der landwirtschaftlichen Nutzfläche
- Nach dem Grundstück: Klein, mittel, groß.
- Nach der Form: Regulär (geometrische Formen) oder unregelmäßig (keine feste Form).
- Begrenzung: Bocage (eingeschlossene Grundstücke, durch Hecken getrennt) oder Openfield (offenes Feld, Parzellen nicht geschlossen).
3. Landwirtschaft
Besteht aus dem Anbau auf dem Land zur Nutzung für den Verzehr, als Futtermittel oder als Rohstoff.
1) Landwirtschaftliche Praktiken
Nutzung der Umgebung (bewässert oder regengetränkt), Pflanzensorten, Bodennutzung (intensiv oder extensiv).
- Produktivität: Ertrag aus dem Land pro Flächeneinheit.
- Produktion: Das Gesamtergebnis der landwirtschaftlichen Tätigkeit.
2) Agrarlandschaften
1. Subsistenzwirtschaft
- Allgemeine Eigenschaften: Archaische Techniken, physische Abhängigkeit, arbeitsintensiv, Produktion für den Eigenverbrauch (Afrika, Lateinamerika und Asien).
- Arten: Wanderfeldbau (Brandrodung der Vegetation, wobei die Asche als Dünger dient), intensiver Reisanbau (hoher Arbeitsaufwand).
- Extensive Landwirtschaft/Viehhaltung: Fruchtfolge, Anbau von Getreide, Mais und Hülsenfrüchten, Brache.
2. Marktorientierte Landwirtschaft
- Moderne Techniken, Einsatz vieler Ressourcen, hoher Kapitaleinsatz, hohe Produktivität und Überschüsse.
- Gute Vermarktungs- und Transportsysteme.
- Beispiel: Moderne Landwirtschaft in Zentral- und Westeuropa.