Grundlagen der menschlichen Moral und Ethik

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Die Notwendigkeit moralischer Orientierung

Menschen sind keine instinktiven Wesen; wir müssen lernen zu leben und unser Leben zu gestalten. Um uns bei dieser Aufgabe zu helfen, gibt es Moral, Politik, Religion und Recht. Diese leiten individuelle und gesellschaftliche Entscheidungen hin zum Gemeinwohl. Sie helfen uns, unsere Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen, unsere Sehnsucht nach Unsterblichkeit zu stillen und den letzten Sinn im Leben zu suchen.

Bestandteile des sittlichen Lebens

Unser sittliches Leben setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen:

  • Freiheit: Die Offenheit, auf intelligente Weise eine Welt von Möglichkeiten zu erkennen und daraus das Beste zu wählen. Wir gestalten uns dadurch zu einem gewissen Grad selbst.
  • Geist: Ein grundlegendes Gefühl des Daseins; die Dynamik, mit der wir der Realität begegnen.
  • Charakter: Menschen werden mit einer Veranlagung geboren (erste Natur). Durch die Wiederholung von Handlungen (Gewohnheiten) schaffen wir unseren Charakter (zweite Natur).
  • Tugenden: Das sittliche Leben hat das Ziel, dass eine Person zur Fülle gelangt. Um dies zu erreichen, müssen wir Gewohnheiten bzw. Tugenden erwerben. Tugenden sind erlernte und relativ feste Prädispositionen, die durch Übung erlangt werden und unser Verhalten leiten.
  • Werte: Menschen orientieren ihr Leben an Werten. Werte sind keine Dinge, sondern Eigenschaften von Handlungen oder Personen, die wir als attraktiv empfinden. Es gibt sehr unterschiedliche Werte (z. B. Schönheit, Eleganz). Besonders wichtig sind spezifisch moralische Werte, die man persönlich in sein Leben übernimmt und die universell gelten können.
  • Normen: Persönliche und universelle Regeln leiten unser Handeln.

Gründe für unsere moralische Natur

Es gibt verschiedene Begründungen dafür, warum wir moralische Wesen sind:

Logos (Aristoteles)

Aristoteles schlug vor, dass unsere Moral auf dem Logos (Wort und Vernunft) basiert. Dies bedeutet, dass wir moralische Wesen sind, weil wir über argumentative Fähigkeiten in der Sprache verfügen. Menschen können zwischen richtig und falsch unterscheiden.

Gefühle als Grundlage (Hume)

Wie von Hume vorgeschlagen, können Gefühle die Grundlage der Moral sein. Fakten sind an sich weder gut noch schlecht, sie sind nur Fakten. Erst unsere Gefühle bewerten sie moralisch.

Freiheit als Basis (Kant)

Der Begriff der Freiheit ist das Hauptmerkmal des Willens. Kant sagt, dass ohne die Voraussetzung der Freiheit Moral sinnlos wäre. Die moralische Dimension des menschlichen Seins kann ohne Freiheit nicht verstanden werden.

Argumentation als Faktum

Wenn wir ernsthaft argumentieren, setzen wir voraus, dass der andere aufrichtig und wahrhaftig Gründe und Motive darlegt, die wir nachvollziehen können. Damit erkennen wir eine grundlegende moralische Norm an.

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