Grundlagen der Organisationstheorie: Struktur, Dimensionen und Technologie
Zusammenfassung
Der Text erläutert die Grundlagen der Organisationstheorie: Definition und Bedeutung moderner Organisationen, Arten von Unternehmen sowie die strukturellen und kontextuellen Dimensionen. Außerdem werden Gruppierungsoptionen, Organisationsformen wie funktionale, divisionale, Matrix- und virtuelle Strukturen sowie der Einfluss der Technologie auf Arbeitsabläufe und Arbeitsplätze behandelt.
Kernpunkte
- Eine Organisation ist durch soziale Einrichtungen, Verwaltungsziele, absichtliche Strukturen und die Verbindung zur äußeren Umgebung gekennzeichnet.
- Strukturelle Dimensionen sind Formalisierung, Spezialisierung, Hierarchie, Zentralisierung und Professionalität; kontextuelle Dimensionen sind Größe, Technologie, Umwelt, Ziele und Kultur.
- Die Hawthorne-Studien zeigten, dass positive Behandlung der Mitarbeiter Motivation und Produktivität steigert.
- Funktionale Strukturen sind fachlich stark, reagieren aber langsam und koordinieren schlecht; divisionale Strukturen gliedern nach Produkten.
- Die Matrixstruktur kombiniert funktionale und divisionale Strukturen gleichzeitig in horizontaler und vertikaler Richtung.
- Woodward unterscheidet Produktionseinheit, Großserienfertigung und kontinuierliche Produktion als Formen technischer Komplexität.
- Thompson unterscheidet die Interdependenz zwischen Abteilungen in gemeinsame, sequentielle und gegenseitige Abhängigkeit.
1. Moderne Konzepte der Organisation
Die moderne Organisation ist das zentrale Element der Gesellschaft. Sie definiert sich durch:
A) Soziale Einrichtungen.
B) Verwaltungsziele.
C) Absichtliche Strukturen.
D) Verbindung zur äußeren Umgebung.
Wesentliche Elemente: Humanressourcen, Einstellung, Verhalten und Fähigkeiten.
Neue Ansätze:
- Strukturelle Veränderungen: Abflachung der Unternehmensstrukturen.
- Dezentralisierung: Übertragung von Befugnissen und Entscheidungsbefugnissen.
- Mitarbeiterbeteiligung: Einbindung in die Zielsetzung auf individueller, Abteilungs- und Unternehmensebene.
- Trainingsprogramme: Kontinuierliche geistige Entwicklung auf allen Ebenen.
2. Bedeutung der Organisation
Es gibt 7 Gründe für die Wichtigkeit einer Organisation:
- Bereitstellung der Mittel zur Zielerreichung.
- Effiziente Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen.
- Erleichterung von Innovation als Wettbewerbsstrategie.
- Einsatz moderner Fertigungstechnologien.
- Anpassung an eine sich verändernde Umwelt.
- Schaffung von Mehrwert für Eigentümer, Kunden und Mitarbeiter.
- Bewältigung von Herausforderungen wie Vielfalt, Ethik und Koordination.
3. Arten von Organisationen
- Profit-Organisationen: Streben nach wirtschaftlichen und finanziellen Vorteilen (Gewinne).
- Non-Profit-Organisationen: Fokus auf gesellschaftliche Auswirkungen und altruistische Aktivitäten.
4. Funktionen für das Überleben
- Verbindung zu den Grenzen der Firma.
- Produktion.
- Wartung.
- Anpassungsfähigkeit.
- Verwaltung.
5. Funktionen der Subsysteme
- Grenzen und Links: Verwaltung aller Ressourcen, die in das Unternehmen gelangen.
- Produktion: Umwandlung von Rohstoffen in Produkte oder Dienstleistungen.
- Wartung: Sicherstellung der Funktionsfähigkeit von Technik und Geräten.
- Anpassung: Aktualisierung von Strukturen und Arbeitsabläufen.
- Verwaltung und Buchhaltung: Optimierung der Ressourcen und Kontrolle der Aktivitäten.
6. Dimensionen der Organisation
- Strukturelle Dimensionen: Identifizieren interne Funktionen.
- Kontextuelle Dimensionen: Geprägt durch Größe, Technik, Umwelt und Ziele.
7. Strukturelle Dimensionen
- Formalisierung: Umfang schriftlicher Unterlagen (Verfahren, Handbücher).
- Spezialisierung: Grad der Arbeitsteilung in einzelne Arbeitsplätze.
- Hierarchie der Behörde: Befehlskette und Kontrollspanne.
- Zentralisierung: Ebene der Entscheidungsfindung.
- Professionalität: Niveau der formalen Bildung und Ausbildung.
- Personelle Aspekte: Entwicklung für verschiedene Funktionen.
8. Kontextuelle Dimensionen
- Größe: Anzahl der Mitarbeiter.
- Technologie: Instrumente und Techniken zur Transformation.
- Umwelt: Elemente außerhalb der Organisationsgrenzen.
- Ziele und Strategien: Zweck und Wettbewerbsfähigkeit.
- Organisationskultur: Werte, Überzeugungen und Standards.
9. Entwicklung der Organisationstheorie
Die Organisationstheorie analysiert Unternehmen mit Präzision. Historische Meilensteine:
- Scientific Management (Taylor): Fokus auf Effizienz und wissenschaftliche Untersuchung.
- Grundsätze der Verwaltung: Betrachtung der Organisation als Ganzes.
- Hawthorne-Studien: Erkenntnis, dass positive Behandlung Motivation und Produktivität steigert.
10. Neue Unternehmenskulturen (80er Jahre)
Wichtige Konzepte: Umwelt, Kontingenz, Flexibilität, Reaktionsgeschwindigkeit, Mitarbeitermotivation sowie Betreuung und Qualität.
11. Komponenten der Organisationsstruktur
- Struktur der Organisation: Befehlskette, Hierarchieebenen, Kontrollspanne.
- Gruppierung: Zusammenfassung von Personen und Abteilungen.
- Systeme: Kommunikation, Koordination und Integration.
12. Informationsverarbeitung
Vertikale Links: Hierarchische Referenz, Normen/Pläne, Informationssysteme.
Horizontale Links: Informationssysteme, direkter Kontakt, Task Force, Integratoren.
13. Gruppierungsoptionen
- Funktionell: Nach Arbeitsleistung oder Fähigkeiten.
- Divisional: Nach Produkten.
- Multienfoque: Kombination mehrerer Alternativen.
- Horizontal: Nach Kernprozessen.
- Virtuelle Vernetzung: Flexible Verbindung einzelner Komponenten.
14. Funktionales Design
Stärken: Economies of Scope, Fachwissen, Zielerreichung.
Schwächen: Langsame Reaktion, Entscheidungsüberlastung, mangelnde Koordination, weniger Innovation.
15. Hybrid-Struktur (Matrix)
Kombination aus funktionaler und divisionaler Struktur (horizontal und vertikal gleichzeitig).
16. Re-Engineering und horizontale Struktur
Neugestaltung vertikaler Organisationen hin zu prozessorientierten Teams. Fokus auf Kunden, Offenheit und Vertrauen.
17. Virtuelle modulare Struktur
Zentrum umgeben von externen Spezialisten. Stärken: Flexibilität, Kosteneffizienz. Schwächen: Geringe Kontrolle, Abhängigkeit von Partnern.
18. Symptome struktureller Mängel
Entscheidungsverzögerung, mangelnde Innovation, Konflikte, sinkende Leistung.
19. Core-Technologie
Transformation von Rohstoffen in Produkte/Dienstleistungen für den Endverbraucher.
20. Technische Komplexität (Woodward)
- Produktionseinheit: Kleine Chargen, spezifische Kundenanforderungen.
- Großserienfertigung: Standardisierte Teile.
- Kontinuierliche Produktion: Keine Unterbrechungen.
21. Flexible Produktion
Komponenten: Computer-aided Design (CAD), Computer-aided Manufacturing (CAM), integriertes Informations-Netzwerk.
22. Vorteile flexibler Fertigung
Mischung verschiedener Größen und Anforderungen in einer Fertigungslinie.
23. Service- vs. Fertigungstechnologie
Service: Immateriell, gleichzeitige Produktion/Verbrauch, hoher Kundenkontakt.
Fertigung: Greifbar, lagerfähig, geringer Kundenkontakt.
24. Abteilungs-Technologie
Definiert durch Aufgabenvielfalt (unerwartete Ereignisse) und Analysierbarkeit (Reduzierbarkeit auf mechanische Vorgänge).
25. Technologietypen
Routine-Technologien (Standard), Craft-Technologien (stabil), Engineering-Technologien (komplex).
26. Interaktion IT und Struktur
Einfluss auf Formalisierung, Dezentralisierung, Qualifikationsniveau, Kontrollspanne und Kommunikation.
27. Interdependenz
Grad der Abhängigkeit zwischen Abteilungen: Gemeinsam, Sequentiell, Gegenseitig.
28. Auswirkungen auf Arbeitsplätze
Technologie beeinflusst den Inhalt der Arbeit und das Design der Arbeitsplätze.
29. Sozio-technisches Systemmodell
Optimierung durch Abstimmung von sozialem System (Kultur, Führung, Bedürfnisse) und technischem System (Prozess, Komplexität, Zeitdruck).
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Welche Dimensionen bestimmen die Struktur einer Organisation?
Die Struktur wird durch strukturelle Dimensionen wie Formalisierung, Spezialisierung, Hierarchie, Zentralisierung und Professionalität bestimmt. Hinzu kommen kontextuelle Dimensionen wie Größe, Technologie, Umwelt, Ziele und Organisationskultur.
Was sind die Stärken und Schwächen der funktionalen Organisationsstruktur?
Stärken sind Economies of Scope, Fachwissen und Zielerreichung. Schwächen sind langsame Reaktion, Entscheidungsüberlastung, mangelnde Koordination und geringere Innovation.
Was ist eine virtuelle modulare Struktur?
Sie besteht aus einem Zentrum, das von externen Spezialisten umgeben ist. Stärken sind Flexibilität und Kosteneffizienz, Schwächen sind geringe Kontrolle und Abhängigkeit von Partnern.
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