Grundlagen der Sozialisation, Identität und Kultur

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Sozialisationsinstanzen und primäre Sozialisation

Primäre Sozialisation: Sozialisation ist ein wesentlicher Prozess, der das Individuum in die Gesellschaft einführt. Sie beinhaltet die Übernahme von Gewohnheiten, sozialen Normen und Verhaltensweisen. Nach Max Weber wird der Einzelne durch die Geburt in ein Umfeld hineingeboren, in dem er soziale und kulturelle Formen seiner Umgebung aufnimmt. So kann Sozialisation als der Prozess definiert werden, durch den das Individuum zu einem sozialen Wesen wird.

Dies geschieht durch Sozialisationsinstanzen, wobei die Familie der erste Vertreter ist, gefolgt von der Schule, dem Fernsehen und Gleichaltrigen (Peers). Während der Kindheit verinnerlichen Kinder die Rollen, Einstellungen und Werte der Menschen in ihrem Umfeld (Eltern, Geschwister, Lehrer, Freunde) und identifizieren sich mit ihnen. Dies ist der erste Schritt zur Identitätsbildung. Kinder akzeptieren dabei nicht nur die sozialen Rollen dieser Personen, sondern die gesamte Welt, die sie repräsentieren.

Die Sozialisation umfasst die Internalisierung von Rollen. Dieser Prozess führt von konkreten Aufgaben hin zu allgemeinen Normen. Es entwickelt sich von der Wahrnehmung „Mama ist jetzt böse mit mir“ hin zu „Mama ist sauer auf mich, weil ich das Spielzeug meines Bruders nicht teile“. Wenn andere „signifikante Andere“ (Großeltern, Geschwister etc.) die Haltung der Mutter unterstützen, erweitert sich die Amplitude und die Norm wird verallgemeinert. Die primäre Sozialisation ist als kognitiver, emotionaler und erfahrungsbasierter Akt die Grundlage der Identität.

Sekundäre Sozialisation

Die sekundäre Sozialisation ist ein Prozess, bei dem institutionelle „Subwelten“ oder Realitäten verinnerlicht werden, die sich von der Grundwelt der primären Sozialisation unterscheiden. Diese Phase erfolgt durch politische, religiöse oder arbeitsbezogene Kontexte. Im Gegensatz zur primären Sozialisation, in der Kinder keine Wahl haben, kann das Individuum hier die Muster und Regeln, die es verinnerlicht, teilweise wählen. Dieser Prozess ist weniger emotional aufgeladen und hält bis zur Reife an. Dabei können Identitätskonflikte auftreten, wenn die neue Realität zeigt, dass die Sichtweise der Eltern nicht die einzige oder beste ist. Dennoch baut die sekundäre Sozialisation normalerweise auf der primären auf, anstatt gegen sie zu wirken.

Resozialisierung

Resozialisierung bezeichnet die Internalisierung neuer kultureller Inhalte, Rollen und Werte einer anderen Gesellschaft. Sie kann das Ergebnis eines radikalen gesellschaftlichen Wandels sein. Aufgrund ihrer Intensität und emotionalen Ladung weist sie Ähnlichkeiten mit der primären Sozialisation auf. Oft folgt sie auf Krisen oder kulturelle Konflikte. Ein Beispiel ist der Eintritt in eine Sekte, in der Menschen ihre Biografie umschreiben, um ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben.

Moral und Ethik

Der Unterschied zwischen Ethik und Moral

Oft wird nach dem Unterschied gefragt. Etymologisch bedeuten beide Begriffe ursprünglich dasselbe („Sitte“), doch heute werden sie differenziert: Ethik bezeichnet Regeln, die aus dem Inneren kommen, während Moral die Standards beschreibt, die von der Gesellschaft oder von außen vorgegeben werden.

Menschliches Verhalten im sozialen Bereich

Menschen haben gesellschaftliche Strukturen aufgebaut, um ihre Umwelt zu begreifen. Diese wachsen durch Diskussionen, aus denen Rechte und Pflichten hervorgehen. Die Gesellschaft macht uns zu aktiven Teilnehmern an einer kollektiven Zukunft. Gesetze definieren dabei die Qualität des Verhaltens im sozialen Umfeld und regeln Hierarchien sowie Institutionen. Die Zivilgesellschaft schafft durch Riten und Bürgerbeteiligung Identität und Höflichkeit.

Man könnte sagen, dass am Anfang das Gesetz, der gemeinsame Glaube und ein Interesse am Fortschritt der Gruppe standen. Doch das Gesetz hinkt der Realität oft hinterher. Da Bräuche („Mores“) variabel sind, kann das Gesetz statisch wirken und im schlimmsten Fall repressiv werden, um alte Bräuche zu schützen. Rousseau parodierend könnte man sagen: Der Mensch ist von Natur aus gut, aber das statische Gesetz korrumpiert ihn, wenn es den Lebensraum einengt.

Stadtentwicklung und soziale Kontrolle

Die Stadt war stets ein Schutzraum. In der Antike suchten Menschen dort Zuflucht und akzeptierten Pflichten (Steuern, Verhalten) im Austausch für Schutz. Solange die Stadt durch Mauern begrenzt war, war die Kontrolle einfach. Mit dem Wegfall physischer Grenzen und dem Wachstum (wie bei lateinischen oder sächsischen Städten) wurde die Kontrolle schwieriger. Es entstanden kulturelle Einheiten innerhalb der Stadt, die durch Klassen, Handel oder Religion definiert sind. Wenn das Gesetz diese neuen sozialen Realitäten ignoriert oder den Zugang zu Bildung und Arbeit einschränkt, entstehen soziale Spannungen und Gewalt.

Identität und soziale Interaktion

Persönliche Identität hängt von sozialer Interaktion ab. George Herbert Mead glaubte im Gegensatz zu Freud, dass Nachahmung ein fundamentaler Prozess der Enkulturation ist. Kinder übernehmen die Rolle des anderen, was zum sozialen Selbst führt: dem „I“ (Ich) und dem „Me“ (Mich). Die Folge ist Selbstbewusstsein durch die Augen der anderen.

Laut Berger und Luckmann (1967) ist die soziale Konstruktion der Wirklichkeit ein Beispiel dafür, wie der alltägliche Diskurs unsere Wahrnehmung formt. Sozialisation erfordert Modelle im Umfeld sowie Identifikation und Verinnerlichung.

Kultur und Gesellschaft

Kultur ist ein Ganzes aus Wissen, Glauben, Werten, Kunst, Moral und Gesetzen. Der Anthropologe Claude Lévi-Strauss symbolisierte dies durch das Paar „das Rohe und das Gekochte“. Kultur ist ein menschliches Produkt aus symbolischen und materiellen Elementen. Sie bildet den Rahmen für das Denken, Fühlen und Handeln.

Es gibt Unterschiede in der Definition: Für Anthropologen umfasst Kultur die Gesamtheit einer Gemeinschaft, während Soziologen in modernen Gesellschaften oft die Kulturindustrie (Produktion von Büchern, Musik etc.) fokussieren. Kultur wird durch Traditionen sedimentiert und durch symbolische Universen legitimiert.

Weitere Kernbegriffe

  • Teilnahme: Die aktive Anwesenheit in einer Gruppe mit einem gemeinsamen Ziel.
  • Entfremdung (Alienation): Ein soziales Phänomen, bei dem der Mensch die Verbindung zu seinen Produkten, seiner Umwelt oder sich selbst verliert. Dies manifestiert sich in Wirtschaft, Politik und Alltag. Trotz steigender Freiheit unterwirft sich die Persönlichkeit oft externen Kräften.

Die Verfassung

Die Verfassung eines Landes enthält die Normen, Pflichten und Rechte der Bürger. In der Republik Kolumbien ist die Macht in drei Zweige unterteilt:

  1. Die Exekutive (ausführende Gewalt)
  2. Die Legislative (gesetzgebende Gewalt)
  3. Die Judikative (rechtsprechende Gewalt)

Dies sind die grundlegenden Prinzipien der kolumbianischen Staatsordnung.

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