Grundlagen der Sprachwissenschaft und Literaturtheorie
Grundlagen der Sprache
Sprache ist die Macht des Menschen, durch Zeichen zu kommunizieren. Sie ist ein organisiertes System von Zeichen, bestehend aus Wortschatz und syntaktischen Regeln, die Kommunikation ermöglichen.
Diskussion: Sprache wird als konkrete Manifestation durch das Individuum definiert.
Das sprachliche Zeichen
Es besteht aus der Einheit von Signifikant (akustisches Bild oder Ton) und Signifikat (geistiges Bild oder Konzept). Das sprachliche Zeichen ist willkürlich, da die Bedeutung gleich bleibt, auch wenn sie durch unterschiedliche Signifikanten ausgedrückt wird (z. B. Heim, Haus, maison).
Sprache als Diasystem
Innerhalb einer Sprachgemeinschaft entstehen durch Geschlecht, geografische Herkunft, Alter und Bildung verschiedene Sprachvarietäten, die das Verständnis jedoch nicht verhindern.
Varietäten der Sprache
- Diachron oder historisch: Änderungen im Lautsystem oder Ausdrücke, die in Vergessenheit geraten (z. B. die Verwendung von „vos“ als Höflichkeitsform).
- Diatopisch (Dialekt oder geografisch): Unterschiede je nach Region. Beispiel: Spanien (Auto, Handy, Jersey, Park) vs. Hispanoamerika (Auto, Handy, Pullover, Parkplatz).
- Diastratisch oder sozial: Unterschiede durch soziale Schichtung und Bildung. Beispiele: „Aguelo“ (Großvater), „Via“ (sah), „polecia“ (Polizei).
Das moderne Spanisch und die Standardsprache
Die Real Academia Española ist verantwortlich für die Schaffung eines gemeinsamen Standards, um eine effektive Kommunikation im spanischsprachigen Raum zu gewährleisten.
Literaturtheorie
Das erfundene System
Ein literarisches Werk ist ein Produkt der Fantasie. Es muss nicht mit der Realität übereinstimmen. Beim Lesen schließt der Leser einen „Pakt“ mit dem Werk, bei dem eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit nicht zwingend erforderlich ist.
Pluralität des Systems
Literarische Texte erlauben verschiedene Interpretationen. Ein Leser kann einem Werk zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Bedeutungen zuschreiben, ohne dass sich diese widersprechen müssen.
Intertextualität
Literatur interagiert mit externen Texten, kulturellen Ereignissen, politischen, sozialen oder technologischen Kontexten, die sowohl den Autor als auch den Leser beeinflussen.
Soziale Praxis und Institution
Soziale Praxis: Der Autor nutzt Sprache als primäres Material; Schreiben ist ein sozialer Akt, da der Sender für einen Empfänger schreibt.
Institution: Literatur wird durch gesellschaftliche Institutionen wie Universitäten, Verlage, Literaturkritik, Preise und Massenmedien geregelt und bestimmt.