Grundlagen der Unternehmensführung: Ein Leitfaden
Was ist ein Unternehmen?
Ein Unternehmen wird als eine Organisation definiert, die materielle, personelle, technische und finanzielle Ressourcen bündelt. Es wird von einem Unternehmer oder einer Unternehmerin mit dem Ziel geleitet, Gewinn zu erwirtschaften.
Klassifizierung von Unternehmen
Unternehmen werden oft nach ihrer Größe klassifiziert. Gängige Kriterien dafür sind die Anzahl der Mitarbeiter, der Jahresumsatz und die Jahresbilanzsumme:
| Unternehmensgröße | Anzahl der Mitarbeiter | Jahresumsatz | Jahresbilanzsumme |
|---|---|---|---|
| Kleinstunternehmen | < 10 | ≤ 2 Mio. € | ≤ 2 Mio. € |
| Kleinunternehmen | < 50 | ≤ 10 Mio. € | ≤ 10 Mio. € |
| Mittleres Unternehmen | < 250 | ≤ 50 Mio. € | ≤ 43 Mio. € |
| Großunternehmen | ≥ 250 | > 50 Mio. € | > 43 Mio. € |
Funktionen eines Unternehmers
Ein Unternehmer erfüllt mehrere Schlüsselfunktionen im Unternehmen:
- Risiko und Kapital: Der Unternehmer investiert eigenes Kapital in das Unternehmen und trägt damit das finanzielle Risiko.
- Management und Führung: Er trifft wichtige Entscheidungen und benötigt dafür die bestmöglichen Informationen, um das Unternehmen zu leiten.
- Unternehmergeist: Ein Unternehmer besitzt die Fähigkeit, eine Geschäftsidee zu entwickeln und umzusetzen.
- Innovation: Er führt neue Produkte oder Verfahren ein und kann dadurch sogar neue Märkte schaffen.
- Chancen erkennen: Dazu gehört die Suche nach Nischenmärkten, also Gruppen von Menschen, deren Bedürfnisse noch nicht erfüllt sind, die aber bereit sind, für eine Lösung zu zahlen.
Die Wertschöpfungskette nach Porter
Die Wertschöpfungskette ist ein Konzept des Ökonomen Michael E. Porter. Diese Theorie besagt, dass die Hauptfunktion eines Unternehmens darin besteht, durch eine Reihe von Tätigkeiten Wert für seine Kunden zu schaffen. Dies geschieht bei der Herstellung der verschiedenen Waren und der Erbringung von Dienstleistungen.
Das Unternehmensumfeld
Das spezifische Umfeld (Mikroumfeld)
Dies sind jene Faktoren, die ein einzelnes Unternehmen direkt betreffen. Das Unternehmen hat ein gewisses Maß an Kontrolle über diese Aspekte (z. B. Kunden, Lieferanten, Wettbewerber).
Das allgemeine Umfeld (Makroumfeld)
Dies sind Faktoren, die alle Unternehmen in einem Land oder einer Region beeinflussen und über die ein einzelnes Unternehmen praktisch keine Kontrolle hat (z. B. politische, rechtliche, demografische oder technologische Entwicklungen).
Quellen für Geschäftsideen
Der Ausgangspunkt eines jeden Unternehmens ist eine gute Idee. Diese kann aus verschiedenen Quellen stammen:
- Berufserfahrung und Fachwissen: Ideen entstehen oft aus der eigenen beruflichen Tätigkeit. Wichtige Empfehlungen sind hierbei: die Zielgruppe genau kennen, Nischenmärkte finden und eine klare Produktdifferenzierung anstreben.
- Wunsch nach Selbstständigkeit: Die Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, die Verbesserung der eigenen Arbeitssituation oder der Wunsch, mehr Geld zu verdienen, können Motive sein. Eine Möglichkeit ist, erfolgreiche Konzepte zu adaptieren. Ein Beispiel hierfür ist das Franchising: Dabei wird ein Vertrag zwischen einem Franchisegeber und einem Franchisenehmer geschlossen. Der Franchisenehmer nutzt das etablierte Geschäftsmodell und zahlt dafür eine Gebühr.
Wichtige Faktoren für den Geschäftserfolg
Um ein Unternehmen erfolgreich zu etablieren und zu konsolidieren, müssen folgende Punkte analysiert werden:
- Kunden: Sie sind das Hauptziel des Unternehmens. Es ist entscheidend, so viele Informationen wie möglich über sie zu sammeln und ihre Bedürfnisse zu verstehen.
- Wettbewerb: Dies sind Unternehmen, die ein gleiches oder ähnliches Produkt anbieten. Eine genaue Analyse der Wettbewerber ist unerlässlich.
- Umfeld: Dies umfasst alle externen Faktoren, die das Unternehmen beeinflussen können, wie z. B. gesetzliche, sozioökonomische oder technologische Rahmenbedingungen.
Marktstudie
Eine Marktstudie dient dazu, Informationen über das wirtschaftliche Umfeld, die Wettbewerber und die Kunden zu sammeln, aufzubereiten und zu analysieren.
Marktsegmentierung
Segmentierung bezeichnet die Aufteilung des Gesamtmarktes in homogene Gruppen oder Segmente von Verbrauchern. Dies geschieht auf Basis einer oder mehrerer Variablen mit dem Ziel, für jedes Segment eine maßgeschneiderte Marketingstrategie zu entwickeln. Die häufigsten Kriterien sind:
- Demografisch: Geschlecht, Alter, Familienstand
- Sozioökonomisch: Einkommen, Bildungsniveau, Beruf, Religion
- Geografisch: Region, Klima
- Psychografisch: Persönlichkeit des Käufers (z. B. impulsiv vs. überlegt)
Positionierung
Die Positionierung beschreibt den Platz, den ein Produkt oder eine Dienstleistung in der Wahrnehmung der Verbraucher im Vergleich zu den Wettbewerbern einnimmt.
Investition
Eine Investition ist der Einsatz von Kapital (Geld oder andere Vermögenswerte) in der Gegenwart in der Erwartung, in der Zukunft einen Ertrag zu erzielen. Investitionsentscheidungen sind für den Erfolg und sogar für das Überleben eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung.
Vermögen
Das Vermögen ist die Gesamtheit der Güter, Rechte und Pflichten einer Person oder Organisation. Es umfasst alles, was im Besitz einer Person oder eines Unternehmens ist.
Die SWOT-Analyse
Die SWOT-Analyse (auch als Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse bekannt) ist ein Instrument der strategischen Planung. Sie dient zur Positionierung und bewertet interne Faktoren (Stärken und Schwächen) sowie externe Faktoren (Chancen und Bedrohungen).
| Stärken (Strengths) | Schwächen (Weaknesses) | |
|---|---|---|
| Chancen (Opportunities) | Beispiele: - Hohe Qualität und starke Marke - Finanzielle Mittel | Beispiele: - Geringe Produktvielfalt - Unorganisierte Prozesse - Schwache Markenbekanntheit |
| Bedrohungen (Threats) | Beispiele: - Expansion in neue Bereiche - Erschließung neuer Märkte | Beispiele: - Zunehmender Wettbewerb - Abhängigkeit von Lieferanten - Wirtschaftskrise |
Die Bilanz
Die Bilanz stellt die Vermögenswerte (Aktiva) und die Kapitalherkunft (Passiva) eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag gegenüber. Beide Seiten müssen immer ausgeglichen sein (Bilanzgleichgewicht).
| Aktiva (Mittelverwendung) | Passiva (Mittelherkunft) |
|---|---|
Anlagevermögen
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Eigenkapital
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