Grundlagen der Verfassung, Wahlen und Parteien
Die Verfassung
Die Verfassung ist das Grundgesetz des Staates, das „Gesetz der Gesetze“. Sie legt die Struktur des Staatsgebiets, die Rechte und Pflichten sowie die Funktionsweise der Staatsgewalten fest:
- Legislative: Der Gesetzgeber (das Parlament).
- Exekutive: Die ausführende Gewalt (die Regierung).
- Judikative: Die Arbeitsweise der Justiz (z. B. das Verfassungsgericht).
Die Verteilung der Zuständigkeiten
Der Staat ist in drei Befugnisse unterteilt, die unabhängig voneinander agieren müssen, um Machtmissbrauch zu vermeiden:
- Legislative: Erarbeitet und beschließt Gesetze (das Parlament).
- Exekutive: Führt Gesetze aus (die Regierung).
- Judikative: Überwacht die Einhaltung der Gesetze (die Gerichte).
Wahlen
Wahlen sind der höchste Ausdruck der Volkssouveränität und sollten wahrhaft frei sein. Dabei gelten folgende Prinzipien:
- Zeitplan: Es gibt eine zeitliche Begrenzung der Machtausübung.
- Politischer Pluralismus: Es muss mehr als eine politische Partei existieren.
- Freiheit: Es darf keine Nötigung stattfinden, um Stimmen zu manipulieren.
- Allgemeines Wahlrecht: Alle erwachsenen Personen haben das Recht zu wählen.
- Zensuswahlrecht: Hierbei haben nicht alle Erwachsenen das Recht zu wählen, da Einschränkungen durch Geschlechterkriterien oder wirtschaftliche Kriterien bestehen.
Referendum und Mehrheitsarten
Ein Referendum ist eine Volksabstimmung zu wichtigen Themen. Es gibt zwei Arten:
- Bindend: Das Ergebnis muss umgesetzt werden.
- Beratend: Es dient als Orientierungshilfe.
Mehrheitstypen:
- Einfache Mehrheit: Eine Partei erhält die meisten Stimmen (auch wenn es weniger als die Hälfte ist).
- Absolute Mehrheit: Eine Partei gewinnt mehr als die Hälfte der Stimmen.
Wahlsysteme
Das Wahlsystem ist die Formel, um Stimmen in Sitze umzuwandeln:
- Mehrheitswahlsystem: Alle Sitze eines Wahlkreises gehen an die Partei, die die meisten Stimmen erhält. Dieses System tendiert dazu, die Anzahl der politischen Parteien zu verringern und führt oft zu einem Zweiparteiensystem.
- Verhältniswahlrecht: Die Sitze werden proportional zur Anzahl der Stimmen verteilt, die eine Partei erhalten hat. Es gibt verschiedene Wege dies zu tun; in Spanien gilt das D’Hondt-Verfahren. Dabei wird die Zahl der Stimmen für jede Partei durch die Anzahl der zu vergebenden Sitze geteilt, um die höchsten Quotienten zu ermitteln, die dann die Plätze füllen.
Etappen des Wahlprozesses
- Veröffentlichung der Wählerverzeichnisse: Ein Zeitraum für Korrekturen und Aktualisierungen.
- Benennung und Aufmachung von Kandidaturen: Diese können auftreten als:
- Geschlossene Listen: Die Bewerber sind nach der Entscheidung der Partei sortiert.
- Offene Listen: Der Wähler kann Änderungen an der Liste vornehmen.
- Wahlkampf: Zeitraum, in dem die Parteien ihr Programm erklären. Er endet einen Tag vor der Wahl (Ruhetag), an dem jegliche Wahlwerbung verboten ist.
- Abstimmung: Findet im Wahllokal statt. Die Wähler müssen sich mit einem offiziellen Dokument identifizieren. Wahlhelfer und Vertreter der Parteien kontrollieren den Vorgang.
- Kontrolle: Die Auszählung der abgegebenen Stimmen.
- Stimmenklassen:
- Gültig: Erfüllt alle Anforderungen.
- Blanko: Keine Auswahl getroffen oder nicht ausgefüllt.
- Ungültig: Erfüllt die Anforderungen nicht (Streichungen, mehrere Stimmzettel etc.).
Politische Parteien
Definition: Eine Gruppe von Menschen mit ähnlicher Ideologie, deren Ziel es ist, die Macht gemäß ihrer Methodik auszuüben.
Politische Strömungen
Die meisten Parteien sind nach Trends ausgerichtet:
- Rechts: Konservativ.
- Links: Progressiv.
- Mitte: Zwischen den beiden Positionen.
Wichtigste Parteigruppen
- Konservative: Verteidigung traditioneller Werte wie Familie und Ordnung.
- Liberale: Protagonisten des Wandels vom Absolutismus; Verteidigung des Wirtschaftsliberalismus.
- Christdemokraten: Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, um christliche Werte zu verteidigen; sie lehnen den Missbrauch von Kapitalismus und Kommunismus ab.
- Sozialdemokraten: Akzeptieren den Kapitalismus, befürworten aber Reformen, um Ungerechtigkeiten und Unterschiede zu überbrücken.
- Sozialisten: Entstanden als Gegenbewegung zum Kapitalismus; heute oft ähnlich wie Sozialdemokraten positioniert.
- Kommunisten: Radikale Sozialisten und Antikapitalisten.
Organisation und soziale Beteiligung
Die interne Struktur politischer Gruppen ist pyramidal aufgebaut: Sie reicht von örtlichen und provinziellen Ebenen bis hin zur nationalen Ebene. Das oberste Organ ist oft der „Zentralausschuss“.
Mitgliedertypen: Aktivisten, zahlende Mitglieder, Sympathisanten und Wähler.
Andere Formen der politischen Beteiligung
Neben Parteien gibt es weitere Akteure: Nachbarschaftsverbände, Vereine, Interessengruppen, multinationale Unternehmen, Banken, Zeitungen und die Kirche.