Indikatoren und statistische Informationen in Wissenschaft und Technologie
A) Input-Indikatoren: Eingesetzte Mittel
FuE-Gesamtkosten: Analyse der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in einer statistischen Einheit (Unternehmen, Region, Land oder Wirtschaftsbereich). Herausforderung: Mangelnde Homogenität bei der Definition von FuE.
Humanressourcen für FuE: Aufschlüsselung nach Funktion, Beruf oder Qualifikation. Problem: Schwierigkeiten beim Vergleich von Personaldaten.
B) Messung der wissenschaftlichen Qualität
Peer Review (Begutachtung): Bewertung der wissenschaftlichen Qualität durch Fachkollegen.
Direct Peer Evaluation: Prozess, bei dem Wissenschaftler die Qualität oder Verdienste einer Arbeit bewerten.
Modifizierter Peer Review: Einbeziehung externer Kriterien wie sozioökonomische Implikationen oder politische Relevanz.
Indirekte Beurteilung: Zusätzliche Informationen über die Leistung von Wissenschaftlern.
Methoden und Techniken
Publikationsanalyse: Quantitative Methode zur Bewertung von Forschungsergebnissen.
Zitationsanalyse: Analyse der Häufigkeit, mit der Arbeiten von anderen Wissenschaftlern zitiert werden.
Garfield-Gesetz: Erkenntnis, dass sich Artikel eines Fachbereichs auf wenige High-Impact-Zeitschriften konzentrieren.
Relationale Indikatoren: Kartierung von Zitaten, Themen und Autoren.
Belohnungsindikatoren: Ehrungen und Auszeichnungen für Institutionen oder Personen.
C) Bibliometrie und Szientometrie
Szientometrische Indikatoren (ISBN/Bücher): Messung von Qualität und Wirkung wissenschaftlicher Publikationen (Produktion, Wachstumsraten, Überalterung).
Zitationsindikatoren (ISSN/Zeitschriften): Messung der Beziehungen zwischen wissenschaftlichen Arbeiten.
D) Messung wirtschaftlicher Auswirkungen
Technologie-Zahlungsbilanz: Erfassung von Wissenstransfers und technischen Dienstleistungen. Problem: Schwierige Erfassung von Technologietransfers ohne direkte Finanztransaktionen.
Patente: Schutzrechte für Erfindungen. Probleme: Internationale Unterschiede und Ausschluss bestimmter Bereiche (z. B. Software).
Internationaler Handel mit High-Tech: Analyse von Import- und Exportdaten technischer Erzeugnisse.
Schwierigkeiten bei der Bestimmung sozioökonomischer Effekte
Attribution: Zuordnung von Effekten zu spezifischen Forschungsergebnissen.
Besitzverhältnisse: Nutzenzuordnung bei Produkten oder Verfahren.
Zeitfaktor: FuE ist eine langfristige Investition mit verzögertem Return on Investment.
E) Methoden der ökonomischen Bewertung
Kosten-Nutzen-Analyse: Schätzung der Auswirkungen von Investitionen auf den jährlichen Gewinn (z. B. Kapitalwert/NPV, interner Zinsfuß/IRR). Schwierigkeit: Identifizierung externer Effekte, die nicht direkt im Vertrieb enthalten sind.
BETA-Methode: Quantifizierung direkter und indirekter Vorteile von FuE.
Unmittelbare Auswirkungen: Direkte Effekte (z. B. Warenverkauf).
Indirekte Auswirkungen: Technische oder organisatorische Innovationen und neue institutionelle Beziehungen.