Instandhaltungsmanagement: Vergleiche und Schlussfolgerungen
Kapitel 6: Vergleiche und Schlussfolgerungen
Wie bereits erwähnt, wurden zur Vergleichbarkeit der Indikatoren und Faktoren, welche Auswirkungen auf die Ebene der vorbeugenden Instandhaltung und den Zustand der Belegschaft haben, Fragebögen zur Beurteilung dieser Aspekte eingesetzt. Insgesamt wurden sechs Unternehmen befragt.
Der Fragebogen wurde den Managern oder Supervisoren im Bereich der Instandhaltung sowie den Mechanikern oder den direkt für die Durchführung der Wartungsaktivitäten Verantwortlichen vorgelegt. Der Fragebogen umfasst insgesamt 285 Punkte, wobei jede Frage eine Skala von 1 bis 5 besitzt. Es wurde die Durchschnittspunktzahl der Manager/Supervisoren und der Mechaniker/Instandhalter ermittelt, um festzustellen, inwieweit ein erfolgreiches Instandhaltungs-Management realisiert wird.
Bewertung der Instandhaltungseffizienz
Ein Erreichen von 100 % (285 Punkte) im Fragebogen bedeutet:
- Das Personal ist vollständig in die Instandhaltungsaktivitäten integriert und verfügt über umfassende Kenntnisse der angewandten Verfahren, Techniken, Methoden und Werkzeuge.
- Die Mitarbeiter erhalten Fortbildungen und besitzen die Fähigkeit, auftretende Fehler frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
- Die Kommunikation zwischen den Verwaltungsabteilungen ist ausgezeichnet.
- Das Unternehmen verfügt über eine effiziente Technik für das Wartungsmanagement und wendet diese konsequent an.
- Das Unternehmen fördert die Wettbewerbsfähigkeit und die Entwicklung seiner Mitarbeiter.
- Der Zustand der Geräte und Maschinen innerhalb der Anlage ist gut; das heißt, die Nutzungsdauer überschreitet nicht den Lebenszyklus und die Qualität der verarbeiteten Produkte entspricht den Standards.
Die Bedeutung der Ressource Mensch
Wie bereits erwähnt, spielt die Ressource Mensch eine entscheidende Rolle für die Wartung. Obwohl Unternehmen auf Technologie setzen können, um Prozesse zu automatisieren und menschliche Fehler zu reduzieren, werden Wartungsarbeiten letztlich nicht von Maschinen, sondern von Menschen durchgeführt. Mangelndes Wissen über Verfahren, fehlende Ausbildung, unzureichende Fähigkeiten oder mangelnde Motivation können Probleme verschlimmern oder Lösungen verzögern.
Internationaler Vergleich und TPM-Einfluss
Nach Angaben des Pan American Committee on Maintenance Engineering geben Industrien in entwickelten Ländern wie Kanada, den USA oder Frankreich zwischen 7 und 18 % ihres Jahreseinkommens für Instandhaltung aus, während dieser Wert in Entwicklungsländern oft über 35 % jährlich liegt.
Die Ergebnisse der befragten Unternehmen zeigen deutliche Unterschiede: In Unternehmen ohne TPM (Total Productive Maintenance) beträgt die durchschnittliche Wartezeit des Wartungspersonals 30 %. Von der verbleibenden Zeit entfallen 60 % auf Korrekturmaßnahmen. Zudem sind im Durchschnitt 45 Personen über drei Schichten hinweg mit Wartungsaufgaben beschäftigt.
Durch ein ordnungsgemäßes Management könnten die Lohnkosten erheblich sinken. In Unternehmen, die TPM-Techniken einsetzen, liegt die durchschnittliche Leerlaufzeit bei nur 15 %. Von der restlichen Zeit entfallen lediglich 10 % auf Sanierungsarbeiten. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter für Wartungsaktivitäten in drei Schichten reduziert sich hierbei auf 14 Personen.