Kants synthetische Urteile a priori und die Kritik der reinen Vernunft
Zusammenfassung
Der Text erläutert Kants Behauptung, dass die theoretischen Wissenschaften auf synthetischen Urteilen a priori beruhen, und stellt die zentrale Frage, wie solche Urteile möglich sind. Er zeigt, wie Kant diese Frage in die Teilfragen nach Mathematik, Naturwissenschaft und Metaphysik gliedert. Zudem wird der Aufbau der Kritik der reinen Vernunft in Transzendentale Ästhetik, Analytik und Dialektik skizziert.
Kernpunkte
- Kant behauptet, dass die theoretischen Wissenschaften der Vernunft auf synthetischen Urteilen a priori beruhen.
- Bisher galten analytische Urteile a priori als Grundlage der Mathematik und synthetische Urteile a posteriori als Grundlage der Naturwissenschaften.
- Die zentrale Frage lautet: Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?
- Diese Frage teilt Kant in drei Teilfragen: Wie ist reine Mathematik möglich, wie ist reine Naturwissenschaft möglich und ist Metaphysik als Wissenschaft möglich?
- Die Mathematik wird in der Transzendentalen Ästhetik, die Naturwissenschaft in der Transzendentalen Analytik und die Metaphysik in der Transzendentalen Dialektik behandelt.
- Die Wissenschaftlichkeit der Metaphysik ist im Gegensatz zu Mathematik und Naturwissenschaft fraglich.
Kants synthetische Urteile a priori: Eine Einführung
Im fünften Kapitel der Einleitung widmet sich Kant der Aufgabe zu zeigen, dass „alle theoretischen Wissenschaften der Vernunft a priori synthetische Urteile als Prinzipien enthalten.“
Dies bedeutet, dass solche synthetischen Urteile a priori nicht nur in der Wissenschaft existieren, sondern auch deren Grundlage bilden.
Bislang hatte Kant akzeptiert, dass analytische Urteile a priori das Fundament der Mathematik waren und synthetische Urteile a posteriori in den Naturwissenschaften zu finden waren. Kants Behauptung, dass es eine dritte Art von Urteilen gibt – synthetische Urteile a priori – und dass diese die Grundlage der Wissenschaft bilden, war daher überraschend und führte zu einigen Kontroversen.
Die zentrale Frage: Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?
Diese Behauptung Kants, dass es synthetische Urteile a priori gibt, stellt somit ein umstrittenes Novum dar. Wie ist es möglich, dass es Urteile gibt, die unser Wissen erweitern (synthetisch) und die dennoch a priori sind, also unabhängig von Erfahrung gelten? Das heißt: Wie können wir a priori etwas über die Wirklichkeit wissen?
Um diesen Anspruch zu untermauern, sah sich Kant gezwungen, die Frage zu beantworten: Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?
Kants Unterteilung der Frage
Diese zentrale Frage teilt Kant in drei weitere Fragen auf:
- Wie ist reine Mathematik möglich?
- Wie ist reine Naturwissenschaft möglich?
- Ist Metaphysik als Wissenschaft möglich?
Im Gegensatz zur Mathematik und den Naturwissenschaften, deren Wissenschaftlichkeit unbestreitbar ist, muss bezüglich der Metaphysik nach ihrer Möglichkeit gefragt werden. Denn obwohl ihre Existenz als natürliche Veranlagung nicht zu leugnen ist, ist ihre Existenz als Wissenschaft fraglich. Die letzte Frage lautet daher: Ist es möglich, die Metaphysik als eine Wissenschaft zu etablieren?
Antworten in der Kritik der reinen Vernunft
Kant beantwortet die Bedingungen, die die Mathematik ermöglichen, in der Transzendentalen Ästhetik. Die Voraussetzungen, die die Naturwissenschaften ermöglichen, behandelt er in der Transzendentalen Analytik. Die Möglichkeit der Metaphysik als Wissenschaft erörtert er in der Transzendentalen Dialektik. Diese drei Teile bilden die Hauptgliederung derKritik der reinen Vernunft.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was sind synthetische Urteile a priori nach Kant?
Synthetische Urteile a priori erweitern unser Wissen und gelten dennoch unabhängig von Erfahrung. Kant behauptet, dass sie die Grundlage der theoretischen Wissenschaften bilden.
Welche drei Fragen stellt Kant zur zentralen Frage?
Kant fragt, wie reine Mathematik, wie reine Naturwissenschaft und ob Metaphysik als Wissenschaft möglich ist. Diese Fragen gliedern die Hauptfrage nach der Möglichkeit synthetischer Urteile a priori.
Welcher Teil der Kritik der reinen Vernunft behandelt die Metaphysik?
Die Möglichkeit der Metaphysik als Wissenschaft wird in der Transzendentalen Dialektik erörtert. Die Transzendentale Ästhetik behandelt die Mathematik und die Transzendentale Analytik die Naturwissenschaften.
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