Klassifikation von Diskursformen: Konversation bis Rhetorik

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Konversationeller Diskurs (Gesprächig)

Zweck

Unterhaltung und Kommunikation zwischen zwei oder mehr Sprechern.

Struktur

Abfolge von Beiträgen, basierend auf der dynamischen Interaktion zwischen den Partnern.

Kohäsion und Angemessenheit (Deixis)

  • Persönliche Deixis: Verwendung von Personalpronomen und Possessivverben (1. und 2. Person).
  • Räumliche Deixis: Basierend auf Nähe (diese, hier) oder Distanz (jene, dort).
  • Temporale Deixis: Verben in Vergangenheit oder Zukunft, Zeitphrasen und Adverbien (jetzt, bevor, noch in diesem Jahr, gestern, heute Morgen, dieser Tag).

Diskursive Merkmale

  • Begrüßungen und Abschiede.
  • Kurze oder unvollständige Sätze und Wiederholungen.
  • Konversationelle Konnektoren: Marker am Anfang und Ende jeder Intervention.

Lexikon und Stil

  • Vages Lexikon.
  • Onomatopoesie und Interjektionen.
  • Vorherrschaft von Fragen.
  • Juxtaposition, Vielfalt und Koordination.
  • Phatische Funktion (kontaktbezogene intonatorische Elemente).

Funktionen und Register

  • Funktionen: Expressiv und konativ (appellativ).
  • Register: Umgangssprachlich.

Instruktiver Diskurs (Anweisend)

Zweck

Anleitung, Ratschläge geben oder etwas anordnen; erklären, wie etwas zu sagen oder zu tun ist.

Struktur

Aufzählend (enumerativ) oder unterteilt in Phasen eines Prozesses oder Systems.

Kohäsion und Angemessenheit

  • Ausdruck von Notwendigkeit und Zukunft.
  • Konditionale Umschreibungen.
  • Deixis der 1. und 2. Person (Ausdruck von Verpflichtung).

Konnektoren

Ordnungszahlen (zuerst, zweitens, dann).

Stilistische Merkmale

Satzzeichen und Formatierung zur Strukturierung (z. B. Zahlen, Buchstaben).

Funktionen und Register

  • Funktionen: Konativ (appellativ).
  • Register: Je nach Kontext kann Fachjargon und spezifisches Lexikon erscheinen.

Ästhetischer und Rhetorischer Diskurs

Zweck

Ästhetik und Rhetorik; die Aufmerksamkeit des Empfängers auf Empfindungen wie Anziehung, Unterhaltung und Schönheit lenken.

Struktur

Verschiedene Formen, abhängig vom Texttyp (z. B. Sonette, visuelle Gedichte, nicht-verbale Sprachen).

Kohäsion und Angemessenheit

Erzeugung rhetorischer Figuren.

Rhetorische Figuren

  • Semantisch: Übertretung sprachlicher Normen, Übertreibung (Hyperbel), Synästhesie, Metapher, Metonymie.
  • Syntaktisch: Polysyndeton, Hyperbaton.
  • Wortspiel: Polysemie und Wortspiele (Puns).

Funktionen und Register

  • Funktionen: Poetisch und expressiv.
  • Register: Gehoben/Feierlich.

Prädiktiver Diskurs (Vorhersagend)

Zweck

Berichten, was geschehen könnte oder geschehen wird.

Struktur und Kohäsion

Variiert je nach Texttyp.

Sprachliche Merkmale

  • Verwendung des Futur.
  • Temporale Konnektoren: heute, dann, morgen.
  • Adverbien der Wahrscheinlichkeit: kann sein, wahrscheinlich, sicher.

Funktionen und Register

  • Funktionen: Referentiell.
  • Register: Standard.

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