Kommunikationsstrategien im Vorstellungsgespräch
Kommunikation im Vorstellungsgespräch
Die meisten Menschen kennen die Situation eines Dialogs zwischen einem Interviewer und einem Kandidaten. Der Interviewer stellt gezielte Fragen, um die beruflichen Fähigkeiten und das psychologische Profil des Bewerbers zu erforschen.
Soziale Routinen und Interaktion
Menschliche Gemeinschaften sind durch feste Wiederholungen und gemeinsame Erfahrungen strukturiert. Diese „Routinen“ definieren die Situation (Berufserfahrung, Ausbildung, Interessen etc.) und legen bestimmte Rollen fest. Man unterscheidet dabei zwischen der Interaktion (Struktur der Aussagen) und der Information (Inhalt der Transaktion).
Routinen sind kulturell geprägt und variieren je nach sprachlicher Gemeinschaft. Beispiele hierfür sind die Feilschzeremonie in arabischen Ländern oder die britische Etikette.
Strategien für die Gesprächsführung
Die Kenntnis dieser Routinen ermöglicht eine geschickte Planung des Diskurses. Um ein Interview erfolgreich zu führen, werden spezifische Microskills eingesetzt. Hierbei sind fünf Strategien besonders wichtig:
- Kontakt herstellen: Gesten, Geräusche und Begrüßungen.
- Timing: Zum richtigen Zeitpunkt sprechen.
- Wortwahl: Wissen, wann man das Wort ergreift.
- Signale erkennen: Die nonverbalen Zeichen des Gegenübers deuten.
- Abgeben: Dem anderen das Wort überlassen.
Gegenseitige Anpassung und Bedeutung
Ein Vorstellungsgespräch ist ein Prozess der gegenseitigen Anpassung, bei dem zwei Redeweisen zu einer gemeinsamen Bedeutung konvergieren. Dabei kommen zwei Fähigkeiten zum Einsatz:
1. Auswahl des Detaillierungsgrades
Die Partner müssen wählen, wie detailliert sie Informationen vermitteln. Zu wenig Information führt zu Verwirrung, zu viel wirkt langweilig und lenkt vom Wesentlichen ab.
2. Bestätigung des Verständnisses
Die Gesprächspartner müssen sicherstellen, dass die Botschaft korrekt verstanden wurde. Dies ist ein kooperativer Prozess, an dem beide aktiv beteiligt sind.
Mündliche Kommunikation und Improvisation
Im Gegensatz zum schriftlichen Austausch ist die mündliche Kommunikation schnell und unmittelbar. Um diese Schwierigkeiten zu meistern, nutzen Partner zwei Fähigkeiten:
- Erleichterung der Produktion: Vereinfachung grammatikalischer Strukturen, um schneller und effizienter zu kommunizieren.
- Kompensation von Schwierigkeiten: Wiederholungen und Erklärungen helfen dem Empfänger, das Gesagte besser zu verstehen.
Selbstkorrektur und Stimmkontrolle
Die Fähigkeit zur Selbstkorrektur von Grammatik und Aussprache ermöglicht es, Fehler während des Sprechens zu minimieren. Zudem sind zwei weitere Aspekte von großer Bedeutung:
- Kontrolle der Sprachübertragung: Eine klare und kraftvolle Stimme hilft, Nuancen zu betonen.
- Lautstärke und Tonfall: Die Fähigkeit, die Lautstärke an die Umgebung anzupassen, sorgt für eine angenehme Atmosphäre und unterstreicht die Bedeutung des Gesagten.