Gruppenrollen und Dynamik: Ein Leitfaden

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Rollen in Gruppen

Die Rolle wird als individuelle Funktion innerhalb einer Gruppe definiert. Ein Mitglied kann so viele Rollen einnehmen, wie es Gruppen angehört. Der Status beschreibt dabei die Stellung des Einzelnen innerhalb der Struktur.

Die Aufgabe besteht darin, das Verhalten in der Praxis zu analysieren, das den Status einer Person definiert. Um das Verhalten und die Wahrnehmung der einzelnen Mitglieder im Verhältnis zueinander zu verstehen, hilft das Johari-Fenster.

Das Johari-Fenster: Die 4 Bereiche

  • Öffentliche Person: Was ich über mich selbst weiß und andere auch.
  • Blinder Fleck: Was andere über mich wissen, ich selbst aber nicht.
  • Privatperson: Was ich weiß, aber andere nicht.
  • Unbewusstes: Was weder ich noch andere über mich wissen.

Rollen und ihre Beschreibungen

In jeder Gruppe gibt es wiederkehrende Rollen, die je nach Persönlichkeit positiv oder negativ ausgeprägt sein können:

  • Moderator: Stimuliert das Team und fördert gute Beziehungen.
  • Untersuchungsrichter: Bewahrt Ruhe und versöhnt gegensätzliche Ansichten.
  • Observer: Kontrolliert bestimmte Aspekte des Arbeitsklimas.
  • Dominator: Manipuliert die Gruppe durch Autorität.
  • Passiver: Trägt nichts zur Arbeit bei.
  • Stummer: Spricht nie und bleibt außen vor.
  • Spaßvogel: Lenkt manchmal von der Arbeit ab.
  • Interrogator: Stellt viele Fragen, um Informationen zu klären.
  • Pessimist: Akzeptiert keine neuen Ideen.
  • Sensibler: Zeigt Sympathie, teilt Gefühle und übt Kritik.
  • Abwesender: Versinkt in seiner inneren Welt.
  • Aggressor: Kritisiert die Ausstattung oder das Team.
  • Antreiber: Aktiv bei der Entscheidungsfindung.
  • Ideengeber: Schlägt alternative Lösungen vor.
  • Moderation: Klärt Fragen und informiert das Team.
  • Reporter: Dokumentiert Erfahrungen und Gruppenprobleme.
  • Koordinator: Leitet das Team zur Erreichung der Ziele.

Mehrdeutigkeit und Rollenkonflikt

Wir müssen zwischen der Mehrdeutigkeit und dem Rollenkonflikt unterscheiden:

  • Mehrdeutigkeit der Rolle: Tritt auf, wenn eine Person keine klare Rolle, Ziele oder Aufgaben hat und keine Rückmeldung über ihre Leistung erhält.
  • Rollenkonflikt: Die Person kennt die Anforderungen, aber diese sind widersprüchlich. Zudem kann ein Konflikt entstehen, wenn Aufgaben ausgeführt werden müssen, die nicht zur eigenen Rolle passen oder die man ablehnt.

Ursachen und Auswirkungen

Warum entsteht Mehrdeutigkeit? Durch eine mangelnde Definition der Rolle innerhalb der Organisation.

Auswirkungen: Stress, Angst, niedriges Selbstwertgefühl, psychosomatische Beschwerden und Fehlzeiten.

Vor- und Nachteile der Gruppenarbeit

Vorteile

  • Produktion von mehr Ideen und detaillierteren Ergebnissen.
  • Die Gruppe lernt schneller als das einzelne Mitglied.
  • Gegenseitige Hilfe verzögert Ermüdung und Anstrengung.

Nachteile

  • Entscheidungsfindungen dauern länger.
  • Einzelne Aufgaben können in der Gruppe verwässern.
  • Es können negative Gefühle entstehen, wenn eine Person den Prozess dominieren will.

Der Lebenszyklus einer Gruppe

Menschen kommen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen:

  1. Phase 1: Erstkontakt: Die Mitglieder lernen sich kennen und wollen in die Gruppe integriert werden.
  2. Phase 2: Identifikation und Konflikt: Rollen werden festgelegt, Ideen ausgetauscht und erste Diskussionen geführt.
  3. Phase 3: Arbeit und Zusammenarbeit: Die Gruppe arbeitet produktiv, Konflikte sind geklärt.
  4. Phase 4: Stabilisierung: Die Gruppe ist eingespielt, die Arbeit ist konsistent und koordiniert.
  5. Phase 5: Verfall und Ende: Die Ziele sind erreicht, die Gruppe löst sich auf.

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