Lateinamerikanische Literatur: Geschichte und Entwicklung

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Historischer Kontext

Mittel- und Südamerika waren einst Teil einer vereinten Monarchie, bevor sie unabhängig wurden. Im Jahr 1898 verloren die letzten spanischen Kolonien (Kuba, Puerto Rico und die Philippinen) ihre Bindung an Spanien. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden viele junge lateinamerikanische Länder von autoritären und diktatorischen Regimen geprägt. Revolutionen und Konterrevolutionen führten zu großer politischer Instabilität und beeinträchtigten den wirtschaftlichen Wohlstand.

Kultur und Gesellschaft

Während des 20. Jahrhunderts teilten die sozialen Umstände gemeinsame Merkmale wie Militärdiktaturen und Armut. Diese Probleme spiegeln sich in fast allen literarischen Werken dieser Länder wider, geprägt von einer Haltung des sozialen Engagements. Dies hat zu einer jungen literarischen Vitalität voller Hoffnung geführt.

Nach dem Spanischen Bürgerkrieg flohen einige spanische Intellektuelle in amerikanische Länder. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Hochschulen und literarischen Studien, beeinflusst durch den Dichter Juan Ramón Jiménez, der in diesen Ländern verehrt wurde.

Literarisches Panorama

Die amerikanische Literatur wird durch die Leistungen von 19 Nationen geprägt. Trotz der Umstände basiert diese Literatur auf einer gemeinsamen Sprache (Spanisch) und einer gemeinsamen literarischen Tradition. Sie verbindet spanische Beiträge mit indigenen und kreolischen Einflüssen. Ende des 19. Jahrhunderts zeigte der Modernismus (Rubén Darío) eine Vitalität, die auch die Literatur Spaniens beeinflusste. Seit 1950 hat die lateinamerikanische Erzählkunst einen beachtlichen Einfluss auf europäische Autoren.

Lateinamerikanische Lyrik

In der einfachen Lyrik sind Gabriela Mistral (1889–1957), Alfonsina Storni (1892–1938) und Juana de Ibarbourou (1895–1979) hervorzuheben.

Die Avantgarde

  • Kreationismus: Vicente Huidobro förderte die Freude an der Erfindung.
  • Ultraismus: Durch Jorge Luis Borges in Spanien eingeführt, thematisierte er das moderne Leben und nutzte Innovationen wie Kalligramme.
  • Surrealismus: Hier sind besonders César Vallejo, Pablo Neruda und Octavio Paz zu nennen.

César Vallejo

Sein Leben war von Armut geprägt. Sein erstes Buch Die schwarzen Herolde (1918) war modernistisch. Trilce (1922) brach mit traditioneller Logik und Syntax. Nach seinem Tod erschienen Spanien, nimm diesen Kelch von mir und Menschliche Gedichte.

Pablo Neruda

Der chilenische Dichter (1904–1973) ist bekannt für Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung (1924). Der Surrealismus zeigt sich in Residencia en la tierra (1933). Sein politisches Engagement, besonders während des Spanischen Bürgerkriegs, prägte Werke wie Spanien im Herzen und den Gesamten Gesang (1950).

Posvanguardismo und Octavio Paz

Octavio Paz reiste nach Spanien, vertiefte sich in die Poesie und veröffentlichte unter anderem Adler oder Sonne? (1949).

Der amerikanische Roman des 20. Jahrhunderts

In den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts dominierte ein neuer Realismus. Ab den 1940er Jahren kamen neue Methoden wie der innere Monolog hinzu. Der Magische Realismus verbindet Realität und Fantasie.

Wichtige Werke: Herr Präsident (Miguel Ángel Asturias), Die verlorenen Spuren (Alejo Carpentier) und Pedro Páramo (Juan Rulfo).

Der Boom der lateinamerikanischen Erzählung

Ab den 1960er Jahren bereicherten neue Autoren das Genre:

  • Der Tod des Artemio Cruz (Carlos Fuentes)
  • Rayuela (Julio Cortázar)
  • Die Stadt und die Hunde (Mario Vargas Llosa)
  • Hundert Jahre Einsamkeit (Gabriel García Márquez)

Nach dem Boom folgten Autoren wie Alfredo Bryce Echenique, Isabel Allende, Roberto Bolaño und Ángeles Mastretta.

Die Figur des Tyrannen

Der Tyrann ist ein zentrales Thema, etwa in Herr Präsident, Der Herbst des Patriarchen oder Das Fest des Ziegenbocks.

Die Kurzgeschichte

Wichtige Vertreter sind Horacio Quiroga (Das Federkissen), Jorge Luis Borges (Das Aleph), Julio Cortázar (Die Hände am Feuer) und Juan Rulfo (In Flammen).

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