Zweite Lautverschiebung im Althochdeutschen: Überblick

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Die zweite oder althochdeutsche Lautverschiebung

Die frühe Epoche des Deutschen beginnt mit tiefgreifenden sprachlichen Veränderungen, die wir unter dem Namen der zweiten oder althochdeutschen Lautverschiebung zusammenfassen. Sie betreffen die in der ersten Lautverschiebung entstandenen fortis-Verschlusslaute p, t, k und die stimmhaften Reibelaute b, d, g. Im Einzelnen umfasst die althochdeutsche Lautverschiebung folgende Vorgänge:

Die germanischen stimmlosen Verschlusslaute (Tenues) p, t, k

werden

a. zu den stimmlosen Doppellauten (Affrikaten = angeriebene Laute, Sg. Affrikata) pf, (t)z, kch (geschrieben ch, nur im Oberdeutschen) in folgenden Stellungen:

  • im Anlaut,
  • in der Gemination (Doppelung von Konsonanten),
  • im In- und Auslaut nach l, r, m, n.

Beispiele:

  • zu 1a: got. pund – ahd. pfunt („Pfund“)
  • got. tiuhan – ahd. ziohan („ziehen“)
  • zu 1b: as. settian – ahd. setzen („setzen“)
  • as. wekkian – ahd. wecchan („wecken“)
  • zu 1c: as. holt – ahd. holz („Holz“)
  • as. werk – aobd. werch („Werk“)

Die stimmlosen Doppelreibelaute (Frikative oder Spiranten)

ff (f), zz (z) (gesprochen wie unser s), hh (oft ch geschrieben) in folgenden Stellungen:

  • a. im Inlaut zwischen Vokalen,
  • b. im Auslaut nach Vokalen.

Die so entstandenen Doppelreibelaute werden im Auslaut vereinfacht; das gilt in der Regel auch für ff und zz im Inlaut nach langem Vokal oder Diphthong.

Beispiele:

  • zu 2a: as. etan – ahd. ezzan („essen“)
  • as. makon – ahd. mahlon („machen“)
  • zu 2b: as. skip – ahd. skif („Schiff“)
  • as. fot – ahd. fuoz („Fuß“)

II. Die germanischen stimmhaften Reibelaute b, d, g

Diese zeigen auf dem gesamten westgermanischen Gebiet die Tendenz, zu Verschlusslauten (b, d, g) zu werden. Im Hochdeutschen geben sie den Stimmton auf und werden im Oberdeutschen teilweise zu den unbehauchten Verschlusslauten p, t, k. Die Verhältnisse in den einzelnen Mundarten sind sehr kompliziert.

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