Linguistische Merkmale und Textsorten: Humanistisch, Literarisch, Journalistisch
Humanistische Texte
Beziehen sich auf das Studium des Menschen, seiner sozialen Aktivitäten, Kunst und Kultur.
Merkmale Humanistischer Texte
- Subjektiv, überzeugende Absicht (Argumente zur Verteidigung der Ideen des Emittenten)
- Abstraktion und spekulativer Charakter
- Sprachfunktionen: repräsentativ, appellativ, metalinguistisch, expressiv und poetisch
- Fachterminologie (Indigolexikon)
Typen Humanistischer Texte
Nach Empfänger
- Divulgativ
- Spezialisiert
- Akademisch
Nach Übertragungskanal
- Vortrag
- Diskussion
Nach Absicht des Senders
- Deskriptiv
- Instruktiv
- Bildend
Nach Themenentwicklung
- Philosophisch
- Kritisch und literarisch
- Soziologisch
- Historisch
Linguistische Merkmale
Lexikalische Merkmale
- Mehrdeutiges Lexikon
- Abstrakte Formensprache
- Vokativ
- Semantische Relationen
Morphologische Merkmale
- Dominanz der 1. Person
- 3. Person unpersönlich (mit Wert des zeitlosen Präsens)
- Konjunktiv zur Abgabe von Stellungnahmen
- Häufig verwendete verbale Umschreibungen
- Präferenz für lange Sätze, die die Entwicklung des Gedankens fördern, insbesondere kausale, konsekutive, finale und konditionale Nebensätze
Textuelle Merkmale
- Deiktische Elemente
- Rekurrenz (Wiederkehr)
- Diskursmarker
- Grafische Ressourcen
- Rhetorische Mittel
Literarische Texte
Elemente der Kommunikation
- Absender, Empfänger, Nachricht, Kanal, Code, Ort/Kontext
Merkmale Literarischer Texte
- Subjektivität
- Literarische Sprache
- Mehrdeutigkeit (Ambiguität)
- Sprachfunktionen: repräsentativ, appellativ, poetisch, metasprachlich, phatisch
Textmodalitäten
- Erzählung, Dialog, Argumentation, Beschreibung, Darstellung
Literarische Genres
Lyrik
- Elegie, Ekloge, Ode, Lied, Satire
Narrative Genres
- Romane, Kurzgeschichten, Briefe, Fabel
Drama und Theater
- Monolog
- Funktionen: expressiv, poetisch, appellativ, konativ
Dramatische Subgenres
- Hauptgenres: Tragödie, Komödie, Drama
- Nebengenres: Auto sacramental, Zwischenspiel, Vaudeville, Operette
Linguistische Merkmale
Lexikalische und Semantische Merkmale
- Literarische Sprache
- Subjektives Lexikon
- Wortbildung
- Literarische Figuren: Epitheton (Beiname), Gleichnis (Vergleich), Metapher, Metonymie, Hyperbel (Übertreibung), Personifikation, Oxymoron, Antithese, Synästhesie
Morphologische und Syntaktische Merkmale
- Verben, Adjektive
- Metabasis (Substantivierung der Adjektive)
- Literarische Figuren: Bimembration, Chiasmus, Wortspiele, Pleonasmus, Hyperbaton
Textuelle Merkmale
- Wiederholung:
- Phonisch: Alliteration, Polysyndeton
- Lexikalisch: Anadiplose, Anapher
- Morphosyntaktisch: Parallelismus
- Ellipse:
- Ellipse (Streichung von Wörtern)
- Asyndeton (Beseitigung von Konjunktionen)
- Textmarker (temporal: bei, während; lokal: hier, dort)
- Theater: Regieanweisungen und Randbemerkungen
Journalistische Texte
Elemente der Kommunikation
- Absender: Journalist
- Empfänger: Vielfältig und universell
- Botschaft: Inhalt der Information
- Kanal: Mündlich, schriftlich oder audiovisuell
- Code: Linguistisch und nonverbal
- Situation: Wie und wo die Erklärung stattfindet
Merkmale Journalistische Texte
- Klarheit und Präzision
- Klare, genaue, objektive und denotative Sprache
- Aktualität und Zeitplan
- Berichterstattung und Interpretation
- Kommunikative Absicht
Klassifikation nach Absicht
Reportage (Information)
- Eigenschaften: Objektivität und Wahrhaftigkeit
- Sprachliche Funktion: Repräsentativ
- Textmodalitäten: Darstellung, Erzählung, Beschreibung und Dialog
Stellungnahme und Interpretation (Meinung)
- Eigenschaften: Subjektivität
- Linguistische Funktionen: Expressiv und appellativ
- Textmodalitäten: Darstellung und Argumentation
Unterhaltung (Entertaining)
- Eigenschaften: Objektivität und Präzision
- Sprachliche Funktion: Appellativ
- Textmodalitäten: Darstellung und Beschreibung
Journalistische Genres
Informationsgenres
- Funktion: Repräsentativ
- Merkmale: Objektivität, denotative Sprache oder Lexikon
- Modalitäten: Beschreibung, Erzählung und Dialog
- Subgenres: Nachrichten, Reportage, Interview
Meinungsgenres
- Funktionen: Appellativ und expressiv oder poetisch
- Merkmale: Subjektivität, Personalisierung
- Modalitäten: Darstellung der Argumentation
- Subgenres: Leitartikel, Leserbriefe, Artikel, Rezensionen
Gemischte Genres (Feature/Hintergrundbericht)
- Mischung aus Informationsaustausch und Stellungnahme
- Konnotative, agile Sprache
Linguistische Merkmale
Lexikalische Merkmale
- Neologismen
- Sprachliche Durchlässigkeit (Themenwechsel)
- Jargon
- Euphemismen
- Stereotype Formeln
Morphologische und Syntaktische Merkmale
- 3. Person Verbformen zeigen Objektivität (Information)
- 1. Person zeigt Subjektivität (Stellungnahme)
- Nominale Konstruktionen (Nominalphrase dominant)
- Passive Bauelemente
- Ergänzungen
- Stile des Dialogs
Textuelle Merkmale
- Auslassungspunkte
- Literarische Figuren
Nicht-sprachliche Merkmale
- Typografischer Code (Druckfehler)
- Ikonischer Code
Satzgefüge und Satzverbindungen
Unterordnung (Hypotaxe)
- Unterordnung oder Nexus
Nebenordnung (Parataxe)
- Nebeneinanderstellung durch Kommata oder Satzzeichen
Koordination
Struktur, die sich selbst trägt und sich nicht gegenseitig ergänzt.
Typen der Koordination
- Kopulativ: Verbindung (z.B. e, und, sowie)
- Distributiv: Verteilung (z.B. einige... andere, hier... dort, dieses... jenes)
- Disjunktiv: Trennung (z.B. oder, entweder... oder)
- Adversativ: Gegensatz (z.B. aber, sondern, jedoch)
- Explikativ/Erläuternd: Erklärung (z.B. also, das heißt)
- Konsekutiv/Folgernd: Folge (z.B. aus diesem Grund, deshalb, darum)