Literarische Formen, Metrik und sprachliche Mittel
Metrisches Schema
Metrisches Schema: Es besteht darin, einer Zeile eine Nummer zuzuweisen, die Anzahl der Silben zu bestimmen und jedem Reim eine Buchstabenbezeichnung zuzuordnen.
Strophen und Verse
Strophen: Eine Strophe ist eine Gruppe mehrerer Verse mit gemeinsamer metrischer Struktur; ihre Abfolge und ihr Aufbau bestimmen die Form der Strophe.
Gedichte: Gedichte bestehen aus Versen mit komplexer Struktur und können aus einer oder mehreren Strophen gebildet werden.
Sonette: Sonette sind Gedichte aus 14 Versen; der Reim ist üblicherweise konsonant (konsonantischer Reim).
Phonische Ressourcen
Sprachliche Aspekte der literarischen Sprache: Merkmale der literarischen Sprache, Literarizität und poetische Diktion.
- Alliteration: Wiederholung eines Lautes oder mehrerer Laute.
- Onomatopoesie (Lautmalerei): Töne oder Geräusche, die die Wirklichkeit nachahmen.
- Paronomasie: Wortspiel mit sehr ähnlicher Aussprache.
Morphosyntaktische Mittel
Morphosyntaktische Informationen:
- Anapher: Wiederholung eines oder mehrerer Wörter am Anfang eines Verses.
- Anadiplose: Wiederholung eines Wortes am Ende eines Verses und am Anfang des nächsten.
- Asyndeton: Bewusste Auslassung von Konjunktionen aus rhythmischen oder ästhetischen Gründen.
- Ellipse: Auslassung von Satzbestandteilen.
- Enumeratio (Aufzählung): Ansammlung von Wörtern zur Beschreibung eines Ortes oder Objekts.
- Epanadiplosis: Wiederholung eines Wortes am Anfang und am Ende eines Verses.
- Hyperbaton: Veränderung der normalen Wortstellung.
- Parallelismus: Wiederholung einer syntaktischen Struktur in zwei oder mehr Versen.
Semantische und lexikalische Informationen
Semantisch-lexikalische Informationen:
- Antithese / Kontrast: Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher Wörter oder Ideen mit entgegengesetzter Bedeutung.
- Apostrophe: Anrede einer Person oder eines unbelebten Gegenstandes.
- Vergleich (Simile): Darstellung der Ähnlichkeit zwischen einem realen und einem imaginären Begriff.
- Hyperbel: Übersteigerung der Wirklichkeit, um das ausgedrückte Konzept zu vergrößern oder zu verkleinern.
- Ironie: Sagung des Gegenteils von dem, was gemeint ist.
- Metapher: Identifikation zweier Begriffe, eines realen und eines imaginären.
- Paradoxon: Formulierung eines scheinbaren Widerspruchs.
Semantik: Semantik bezieht sich auf Aspekte der Bedeutung, des Sinns oder der Interpretation eines bestimmten Elements, Symbols, Wortes, Ausdrucks oder formalen Ausdrucks.
Morphem und Lexem: Ein Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit eines Wortes; Affixe sind Morpheme, die an ein Lexem angefügt werden, um die Bedeutung zu ergänzen oder neue Wörter zu bilden. Ein Lexem ist der unveränderliche Grundbestandteil eines Wortes, der seine lexikalische Bedeutung trägt.
Angemessenheit: Die Angemessenheit eines Textes ist die Eigenschaft, die Einhaltung der kommunikativen Voraussetzungen in Bezug auf Absender, Empfänger, Thema und Situation gewährleistet.
Bedeutungen: Eine oder mehrere Bedeutungen eines Wortes oder Satzes.
Transitives Verb: Ein transitives Verb erfordert ein aktives Subjekt, das die Handlung ausführt, und ein direktes Objekt, das die Handlung empfängt.
Intransitives Verb: Intransitive Verben können allein ein Prädikat bilden und benötigen kein direktes Objekt.
Sprachliche Elemente
Sprachliche Elemente sind zum Beispiel: Mengenangaben, Ausdruck von Tatsachen, Ausdruck von Folge, Ausdruck von Kontrast, Ausdruck von Qualität und Ausdruck des Zweifelns.
Poetische Mittel
Die poetischen Mittel dienen dazu, dass der Dichter Gefühle auf persönliche Weise ausdrückt, für die die Wörter der Alltagssprache oft nicht ausreichen.
- Antithese: Nebeneinanderstellung von zwei Wörtern oder Phrasen, häufig genutzt, um widersprüchliche Gefühle auszudrücken.
- Metapher: Ersetzung eines Begriffs durch einen anderen aufgrund einer Ähnlichkeit zwischen beiden Referenten.
- Vergleich: Anders als die Metapher werden hier zwei Ausdrücke explizit gegenübergestellt.
- Hyperbel: Übertreibung zur Verstärkung einer Aussage.
- Metonymie: Ersetzung eines Begriffs durch einen anderen aufgrund einer Nähe oder Beziehung der Referenten.
- Paradox: Ein scheinbarer Widerspruch, der zum Nachdenken anregt.
Grundlagen der Literatursprache
Literatur als funktionale Einheit der Sprache: Literatur ist sowohl eine kreative Kunst mit Worten als auch eine besondere Form der Kommunikation. Die Literatur erfüllt zwei Hauptfunktionen: Zeit zu überdauern und in die literarische Tradition einzugehen. In der Suche nach Originalität und Wortlaut kann der literarische Text weder einfach kopiert noch beliebig verändert werden.
Literarische Kommunikation besteht aus:
- Sender (Emittent): Der Autor, individuell oder kollektiv.
- Empfänger (Receiver): Leser oder Zuhörer, in der Regel kollektive Adressaten.
- Botschaft (Message): Der Text, das Werk, das Gedicht oder der Roman.
- Kanal (Channel): Bei schriftlichem Text ist es das Buch; bei mündlichem Text ist es die Stimme.
- Code: In der literarischen Kommunikation umfasst der Code den allgemeinen Sprachcode, in dem der Text verfasst ist, und den literarischen Code, der aus Regeln und Sonderzeichen besteht.
Strukturelle Aspekte des literarischen Textes
Gattungen und Ausdrucksformen: Früher gab es drei Gattungen: Lyrik, Epik und Dramatik. Heute unterscheidet man häufig vier Bereiche. Beispiele und Erläuterungen:
Lyrik
Lyrik drückt Gefühle oft in einer besonderen Form aus. Sie wird in Versen geschrieben, verwendet repetitive Sprache und richtet sich häufig an die Intimität des Dichters, sein Empfinden und seine Emotionen.
Untergattungen der Lyrik:
- Ode: Ein Gedicht, das einem bestimmten Thema, einer Person oder Sache gewidmet ist.
- Elegie: Eine Komposition, die ein Gefühl des Bedauerns über individuelles oder kollektives Unglück ausdrückt.
- Ekloge: Ein Gedicht, in dem der Dichter seine Liebesgefühle oft in den Mund von Hirten legt.
- Epigramm: Eine kurze Komposition in Versen oder Prosa, häufig mit kritischem oder satirischem Gehalt gegenüber Individuen oder der Gesellschaft.
Erzählliteratur (Epik)
Erzählende Werke erzählen eine Geschichte und besitzen eine künstlerische Dimension.
Erzählende Untergattungen:
- Epos: In der Regel in Versform; entwickelte Formen finden sich in der griechischen, römischen und mittelalterlichen Literatur. Ein Epos erzählt meist die Abenteuer eines Helden (individuell oder kollektiv).
- Roman: Umfangreichere Erzählung, die reale oder fiktive Ereignisse schildert und Figuren an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten Zeit aus einer bestimmten Perspektive darstellt.
- Erzählung / Kurzgeschichte: Kürzere, konzentrierte Erzählung, die sich auf eine bestimmte Begebenheit konzentriert, mit denselben Grundelementen wie ein Roman.
Didaktische Gattung
Didaktische Texte zielen darauf ab, zu belehren oder zu unterrichten und können in Prosa oder Versen verfasst sein.
Wichtige Formen:
- Essay: Werk in Prosa, das persönliche Meinungen zu unterschiedlichen Themen behandelt.
- Brief: Werk in Prosa oder Versen in Briefform, in dem ein Sender ein politisches oder soziales Thema entwickelt oder moralisch belehrt.
- Fabel: Kurze Erzählung, meist mit Tieren, die eine moralische Lehre vermittelt.
Prosa und Vers
Prosa und Vers: Der Vers unterscheidet sich von der Prosa auf charakteristische Weise. Schriftlich belegt jeder Vers einen Abschnitt einer Zeile, während die Prosa die ganze Zeile einnimmt. Mündlich ist der Vers eine phonetische Einheit mit einer bestimmten Anzahl von Silben und Betonungen.