Die literarische Moderne: Merkmale, Themen und Autoren

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Die literarische Moderne: Eine Einführung

Die Moderne (Modernismo) ist eine literarische Bewegung, welche das Prinzip der Kunst um der Kunst willen (L'art pour l'art) verteidigt. Ihr alleiniger Zweck besteht darin, die Schönheit zu feiern und zu vermitteln. Besonders deutlich wird dies durch die Poesie. Sie weist zwei Hauptrichtungen auf: eine eskapistische Richtung (geprägt durch legendäre und exotische Bilder) und eine intime Richtung (lebendig, traurig und ängstlich).

Zentrale Themen der Moderne

Die Moderne zeigt bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit der romantischen Stimmung (romantische Not). Dazu gehören:

  • Ähnliche Beschwerden: Die Ablehnung einer vulgären Gesellschaft, Entwurzelung und Einsamkeit.
  • Eskapismus: Die Flucht vor der Welt in Träume, in den Weltraum oder in die Zeit.
  • Kosmopolitismus: Ein Aspekt des Fluchtbedürfnisses; jeder Ort der Welt kann zur Heimat werden.
  • Liebe: Sie erscheint zart, oft als unmögliche oder unbändige Liebe.
  • Spanische Themen: Eine Annäherung an das spanische Volk als Gegenpol zur Macht der USA.
  • Spirituelle Themen: Diese beziehen sich oft auf Randgruppen. Die Poesie ist hier meist Musik – es geht nicht um Argumente, sondern um Gefühle und Empfindungen.

Modernistische Ästhetik und Sprache

In der modernistischen Ästhetik wird die Kunst für die Kunst und der sensorische Wert gesucht. Beim Umgang mit der Sprache liegt der Fokus auf:

  • Der Bedeutung von Farben und Soundeffekten.
  • Stilistischen Mitteln wie Phonetik, reichem Wortschatz, Synästhesie und dem Reichtum der Bilder.
  • Metrik: Verwendung von Alexandriner-Versen, dodekasyllabischen Versen (unter französischem Einfluss) sowie Pentametern.

Bedeutende Autoren der Moderne

Rubén Darío

Rubén Darío erneuerte die Poesie durch zwei wesentliche Elemente: den Parnassismus und den Symbolismus.

  • Parnassismus: Das Bestreben, Gefühle zu provozieren, wobei das Gedicht ein perfektes Kunstwerk sein muss.
  • Symbolismus: Der Dichter deutet seine Gefühle durch Symbole, um eine Realität darzustellen, die wir durch die Sinne wahrnehmen. Er nutzt zudem den Alexandriner-Vers.

Seine wichtigsten Bücher sind:

  • Azul (Blau): Kombiniert Prosa und Vers. In der Prosa zeigt sich der Kontrast zwischen dem Ideal der Schönheit des Dichters und der bürgerlichen Welt. In den Gedichten besingt er die Taten von Caupolicán.
  • Prosas Profanas (Profane Prosa): Gedichte, die den Parnassismus widerspiegeln, durch Musikalität bestechen und eine unwirkliche Welt evozieren.
  • Cantos de vida y esperanza (Gesänge des Lebens und der Hoffnung): Ein reiferes Werk mit glücklichen und teils traurigen Gedichten, die sich der Krise in Spanien annähern.
  • Das wandernde Lied: Hier überarbeitete der Dichter seine Karriere, stets geleitet von der Liebe.

Manuel Machado

Manuel Machado war ein atypischer modernistischer Dichter, für den Ironie eine Version des Lebens darstellte. Zu seinen Werken gehören Soul (Alma), Evil Gedichte (El mal poema) und Lieder tief (Cante hondo).

Juan Ramón Jiménez

Juan Ramón Jiménez gilt als einer der einflussreichsten Schriftsteller der Literatur. Er überarbeitete seine Gedichte kontinuierlich, weshalb mehrere Versionen existieren. Seine Poesie durchlief verschiedene Phasen:

  • Jugendpoesie (Modernismo íntimo): Einfühlsame Werke wie Arias tristes (Traurige Arien) und Ferne Gärten. Diese Verse nutzen feine musikalische Assonanzen und Reime; Gefühle, Empfindungen und das Thema Liebe (oft mit Ironie) dominieren.
  • Intellektuelle Phase: Geprägt durch das Buch Diary of a Poet Jungvermählten (Tagebuch eines frischverheirateten Dichters), das von Reflexionen über Schönheit und Poesie beherrscht wird.
  • Genügsame Poesie (Poesía suficiente): Im Exil geschrieben, behandeln diese Gedichte den Dichter selbst und sein Werk. Wichtige Bücher sind Space (Espacio) sowie Gott gewollt und Begehren (Dios deseado y deseante).

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