Lope de Vega: Werkübersicht und semantische Grundlagen
Lope de Vega: Leben und Werk des spanischen Dichters
Lope de Vega wurde im Jahre 1562 in Madrid geboren. Er studierte in Alcalá und Salamanca und diente als Soldat. Er war zweimal verheiratet und pflegte zahlreiche Beziehungen zu realen sowie fiktiven Frauen. Im Jahr 1614 wurde er zum Priester geweiht. In Lopes Poesie verbindet sich das Leben des Autors untrennbar mit seinem Werk.
Wichtige Gedichtsammlungen
Drei Bücher fassen seine Kompositionen zusammen:
- Rimas: Zweihundert Gedichte zu verschiedenen und sakralen Themen.
- Rimas sacras: Geschrieben nach einer schweren geistigen Krise.
- Rimas humanas y divinas del licenciado Tomé de Burguillos: Eine Parodie auf die literarischen Moden der Zeit, in der er das Pseudonym des Anwalts Burguillos annahm.
Er nutzte sowohl traditionelle als auch gelehrte Formen. Die Themen sind vielfältig: Liebe, Religion, Mythologie, Burleske etc. Er schrieb Epen wie La hermosura de Angélica, das historisch-legendäre La Dragontea, das religiöse Werk Isidro, das burleske La Gatomaquia und das mythologische La Circe.
Dramatisches Schaffen und Komödien
Er schrieb über tausend Theaterstücke, von denen heute etwa 300 anerkannt sind. Diese lassen sich wie folgt unterteilen:
- Historische und legendäre spanische Komödien: Fuenteovejuna, Der Ritter von Olmedo, Peribáñez und der Kommandant von Ocaña.
- Sittenkomödien (Mantel-und-Degen-Stücke): Das Hauptthema ist in der Regel die Liebe. Sie werden unterteilt in:
- Städtisches Umfeld: La Dama Boba, Der Hund im Garten (Der Hund des Gärtners).
- Ländliches Umfeld: Das Dorfschaf (Der Bauer in seinem Winkel).
- Religiöses Drama: Sakramentsspiele (Autos sacramentales), Heiligenstücke etc. (z. B. Die gute Pflege, Ich tat wahr).
- Mythologische Komödien: Das Labyrinth von Kreta.
- Historische und ausländische Legenden: Bestrafung ohne Rache.
Grundlagen der Semantik und Sprachwissenschaft
Wortbedeutung und sprachliche Zeichen
Worte sind sprachliche Zeichen, die aus zwei konventionellen Elementen bestehen:
- Signifikant: Der Ausdruck bzw. die Lautkette.
- Signifikat: Der Inhalt bzw. die Bedeutung.
Hinsichtlich der Bedeutung der Worte unterscheidet man:
- Denotation: Die objektive Bedeutung, wie sie im Wörterbuch als Erstes erscheint.
- Konnotation: Der subjektive Sinn, dessen Wert aus emotionalen Assoziationen stammt, die mit anderen Bedeutungen verknüpft und der denotativen Bedeutung hinzugefügt werden.
Semantische Relationen und Stilmittel
- Metapher und Metonymie: Die Metapher beruht auf einer Ähnlichkeit zwischen zwei Begriffen. Die Metonymie vermittelt auf der Grundlage einer Beziehung der Kontiguität oder Nähe zwischen den Realitäten.
- Ellipse: Ein Wort übernimmt die Bedeutung eines anderen, das es normalerweise begleitet und welches weggelassen wird.
- Synonymie: Wörter stimmen überein, wenn zumindest einige ihrer Bedeutungen gleich sind. Bei der totalen Synonymie kann ein Wort in jedem Kontext durch sein Synonym ersetzt werden.
- Antonymie:
- Binäre oder komplementäre Antonyme: Die Bejahung eines Wortes impliziert die Negation des anderen (oft durch negative Präfixe gebildet).
- Inverse oder reziproke Antonyme: Sie drücken eine wechselseitige Beziehung zwischen zwei Dingen oder Personen aus.
- Graduelle Antonyme: Sie repräsentieren die entgegengesetzten Enden einer Skala.
- Hyponymie: Tritt auf, wenn die Bedeutung eines Wortes in der Bedeutung eines anderen (Hyperonym) enthalten ist.