Makroökonomie: Gleichgewicht, Arbeitslosigkeit & Politik

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Makroökonomisches Gleichgewicht und Preisniveau

Was bedeutet das makroökonomische Gleichgewicht? Was passiert, wenn das Preisniveau höher ist als das Gleichgewicht?

Das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht – also das reale BIP und das allgemeine Preisniveau – stellt sich am Schnittpunkt der Kurven von aggregierter Nachfrage (AD) und aggregiertem Angebot (AS) ein. Dieser Punkt wird als Gleichgewichtspunkt E bezeichnet. Er repräsentiert den Zustand, in dem Käufer und Verkäufer übereinstimmende Pläne verfolgen.

Arbeitslosigkeit: Klassische vs. Keynesianische Sicht

Gibt es eine einzige Erklärung für Fluktuationsarbeitslosigkeit?

Für klassische Ökonomen basiert die Erklärung der Arbeitslosigkeit auf Unvollkommenheiten und Rigiditäten des Arbeitsmarktes. Insbesondere wird sie auf den Wunsch der Arbeitnehmer zurückgeführt, Löhne über dem Gleichgewichtsniveau zu halten. Arbeitsrechtlicher Schutz und gewerkschaftlicher Druck verhindern Lohnkürzungen, selbst bei hoher Arbeitslosigkeit. Aus klassischer Sicht ist Arbeitslosigkeit (über vorübergehende Formen hinaus) das Resultat einer unzureichenden Lohnpolitik und gilt somit als freiwillig.

Für Keynesianer hingegen ist die Ursache ein unzureichendes Niveau der aggregierten Nachfrage (AD), weshalb die Arbeitslosigkeit als unfreiwillig eingestuft wird. Die Beschäftigung würde steigen, wenn die AD erhöht wird. Die Ausgaben sollten durch eine expansive Nachfragepolitik stimuliert werden. Ein Nachteil dieser Politik ist jedoch, dass sie häufig auch das Preisniveau ansteigen lässt.

Nachfrageinflation vs. Kosteninflation

Was ist schwerwiegender: Nachfrage- oder Kosteninflation?

  • Nachfragesog-Inflation (Demand-Pull): Diese entsteht auf der Nachfrageseite durch eine Erhöhung der aggregierten Nachfrage, was zu einem Anstieg des realen Outputs und des allgemeinen Preisniveaus führt.
  • Kostendruck-Inflation (Cost-Push): Diese wird von der Angebotsseite durch gestiegene Produktionskosten verursacht. Im AS-AD-Modell wird dies durch eine Verschiebung der Angebotskurve nach oben/links dargestellt.

Staatliche Intervention und öffentliche Haushalte

Die Position klassischer Ökonomen zur Staatsintervention:

Klassische Ökonomen argumentieren, dass die inneren Kräfte des Marktes dafür sorgen, dass sich die Wirtschaft bei Störungen automatisch anpasst. Daher seien staatliche Eingriffe nicht erforderlich. Diese Ansicht wurde von den Keynesianern stark kritisiert.

Der öffentliche Sektor und das Budget:

Der öffentliche Haushalt beschreibt die geplanten Ausgaben und die zu erzielenden Einnahmen eines Zeitraums. Die Bilanz ergibt sich aus:
Öffentlicher Haushalt = Einnahmen - öffentliche Ausgaben.

  • Haushaltsüberschuss: Die Einnahmen übersteigen die Ausgaben.
  • Haushaltsdefizit: Die Einnahmen sind geringer als die Ausgaben.
  • Ausgeglichener Haushalt: Beide Seiten sind gleich groß.

Staatliche Einnahmen sind die Mittel, die der öffentliche Sektor zur Erreichung seiner Ziele nutzt, während die öffentlichen Ausgaben die Summe der Zahlungsverpflichtungen darstellen.

Fiskalpolitik und Defizitarten

Auswirkungen einer restriktiven Fiskalpolitik auf Produktion und Preise:

  • Expansive Fiskalpolitik: Eine Erhöhung der Staatsausgaben oder Steuersenkungen führen zu einer Steigerung von Produktion, Beschäftigung und Preisen. Kurzfristig verschiebt sich die AD-Kurve nach rechts. Langfristig können Inflationsdruck und steigende Preise die positiven Effekte dämpfen.
  • Restriktive Fiskalpolitik: Eine Steuererhöhung oder Senkung der Staatsausgaben verlangsamt die Produktion, senkt die Beschäftigung und dämpft das Preisniveau. Die AD-Kurve verschiebt sich nach links.

Welche Arten des Defizits gibt es?

Man unterscheidet zwischen dem zyklischen und dem strukturellen Defizit. Das strukturelle Defizit resultiert nicht aus konjunkturellen Schwankungen, sondern aus einem dauerhaften Missverhältnis zwischen der Struktur der staatlichen Einnahmen und Ausgaben. Während ein zyklisches Defizit nach Ende einer Rezession verschwindet, bleibt das strukturelle Defizit bestehen.

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