Marktformen und Marktversagen: Grundlagen der Volkswirtschaft
Marktkonzentration und Marktformen
Die Marktkonzentration misst die Anzahl der Anbieter und Nachfrager eines Marktes sowie die Verteilung der Marktanteile auf die Unternehmen. Entscheidend ist dabei, wie stark wenige Unternehmen den Markt dominieren. Ein gängiger Indikator ist das Verhältnis der Marktanteile der größten Unternehmen (z. B. CR3 oder CR4), also der Anteil der drei oder vier größten Anbieter am gesamten Marktumsatz.
Wesentliche Merkmale der Marktstruktur
- Marktkonzentration: Anzahl und Größe der Anbieter bestimmen die Wettbewerbsintensität.
- Markteintritt: Ein Markt ist frei zugänglich, wenn neue Unternehmen ohne große Hürden eintreten können und ausscheiden dürfen.
- Homogenität der Produkte: Sind die Produkte homogen, sind sie vollständig austauschbar; bei differenzierten Produkten besteht Spielraum für Preisunterschiede.
Die Marktformen im Überblick
Vollkommener Markt (Polypol)
- Konzentration: Sehr viele Unternehmen, sodass kein Anbieter den Preis beeinflussen kann.
- Markteintritt: Freier Ein- und Austritt, Gewinne werden auf ein Normalmaß reduziert.
- Effizienz: Ineffiziente Unternehmen scheiden aus dem Markt aus.
- Homogenität: Vollkommen austauschbare Produkte.
Der vollkommene Markt ist ein theoretisches Modell. Er gilt in der Realität nur näherungsweise, etwa bei Agrarprodukten.
Unvollkommener Markt
Auf unvollkommenen Märkten haben Anbieter Einfluss auf den Preis. Dazu zählen folgende Formen:
- Oligopol: Wenige große Anbieter beobachten sich gegenseitig. Entscheidungen sind abhängig von der Reaktion der Konkurrenz. Typische Formen sind Kartelle (Absprachen über Preise, Mengen oder Gebiete) und Preiskriege (Preise werden bis unter die Selbstkosten gesenkt, etwa durch Dumping).
- Monopol: Ein einziger Anbieter beherrscht den Markt und legt Preis oder Menge fest. Markteintritte sind durch hohe Hürden erschwert, etwa durch Patente, Skaleneffekte oder staatliche Konzessionen.
- Monopolistische Konkurrenz: Viele Anbieter mit leicht unterschiedlichen Produkten, die sich durch Marketing und Qualität abheben.
Preisdiskriminierung
Bei der Preisdiskriminierung verlangt ein Monopolist unterschiedliche Preise von verschiedenen Kundengruppen. Man unterscheidet drei Grade: Im ersten Grad zahlt jeder Konsument genau seine maximale Zahlungsbereitschaft, im zweiten Grad richtet sich der Preis nach der abgenommenen Menge, im dritten Grad nach Kundengruppen wie Alter oder Standort.
Externe Effekte und Marktversagen
Ein externer Effekt liegt vor, wenn das Handeln eines wirtschaftlichen Akteurs Auswirkungen auf Dritte hat, die nicht über den Marktpreis ausgeglichen werden. Dabei entstehen soziale Kosten oder soziale Nutzen, die vom individuellen Kalkül abweichen.
Maßnahmen zur Internalisierung
- Direkte Kontrolle: Festlegung von Normen, Auflagen und Kontrollen sowie Bußgelder.
- Indirekte Kontrolle: Schaffung von Anreizen, damit Akteure soziale Kosten berücksichtigen, etwa durch Steuern oder handelbare Emissionszertifikate.
Öffentliche Güter
Öffentliche Güter zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus:
- Nicht-Rivalität: Der Konsum durch eine Person schmälert nicht den Nutzen für andere.
- Nicht-Exklusivität: Niemand kann vom Konsum ausgeschlossen werden.
Aufgrund dieser Merkmale entstehen sogenannte Trittbrettfahrer-Probleme, da niemand freiwillig für das Gut bezahlt. Gemeinschaftsgüter sind rivalisierend, aber nicht exklusiv, während Mautgüter exklusiv, aber nicht rivalisierend sind.