Spanische Agrarpolitik: Geschichte und Reformen
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Geschichte der spanischen Agrarpolitik
19. Jahrhundert: Säkularisation und Enteignung
Im 19. Jahrhundert (Siglo XIX) prägten Beschlagnahmungen und Enteignungen von Kirchengütern das Land. Diese wurden jedoch schlecht verkauft und veränderten die ländliche Struktur nachhaltig.
20. Jahrhundert: Der Gasset-Plan von 1902
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdoppelte der Gasset-Plan von 1902 die vorhandene landwirtschaftliche Fläche. Dies veränderte die Lebensumstände von 250.000 Familien in diesen Gebieten grundlegend.
Diktatur Primo de Rivera: Bewässerungspolitik
Während der Diktatur von Primo de Rivera wurde eine staatlich geschützte Bewässerungspolitik verfolgt. Diese lieferte jedoch schlechte Ergebnisse. Die Ursachen hierfür lagen in der Wirtschaftskrise und der Hemmung durch die herrschende Land-Oligarchie.
Zweite Republik: Die Bodenreform von 1932
In der Zweiten Republik wurde 1932 eine Bodenreform verabschiedet.
- Ziele: Umverteilung von Land durch die entschädigungslose Enteignung von Großgrundbesitz und die Ansiedlung von Landwirten als Kolonisten.
- Ergebnisse: Es zeigte sich ein mangelndes Interesse seitens der Landwirte.
Franco-Diktatur: Agrarpolitik und Kolonisation
Unter der Franco-Diktatur wurde 1939 das INC (Instituto Nacional de Colonización) gegründet.
- Ziele: Erschließung neuer Bewässerungsgebiete auf Staatskosten und Ansiedlung der Bevölkerung auf Privatbetrieben.
- Umsetzung: Die Eigentümer der bewässerten Flächen behielten ihr Land, mussten im Gegenzug jedoch Siedler (Kolonisten) auf ihren Grundstücken zulassen.
- Siedler: Diese wurden zu Eigentümern von Parzellen (oft 8 ha) und zahlten diese ab. Die Maßnahmen umfassten 230.000 Hektar und 60.000 Siedler.
- Ergebnisse: Studien belegen eine anhaltende Landflucht.
Politik für Kleinbetriebe: Flurbereinigung 1952
Die Flurbereinigung von 1952 verfolgte folgende Ansätze:
- Ziele: Verringerung der Zahl der Kleinbetriebe und Konzentration der Flächen auf weniger Eigentümer.
- Maßnahmen: Tausch von Grundstücken mit gleichen Eigenschaften und Förderung des Erwerbs angrenzender Flächen.
- Folgen: Förderung von Monokulturen in Regenfeldbaugebieten, Auswirkungen auf typische Kleinbetriebe im Norden oder an der Levante, Reduzierung von Parzellengrenzen, jedoch nur ein geringer Anstieg der landwirtschaftlichen Einkommen; Einfluss auf die Regionen der beiden Kastilien.
Agrargesetze und Infrastruktur (1964–1979)
Das ländliche Baurecht (1964) war zwar förderlich für landwirtschaftliche Genossenschaften, brachte jedoch wenig praktischen Nutzen. Mit der Regulierung der Agrarpreise (FORP, 1968) legte die Regierung Preise fest, um eine angemessene Vergütung in der Landwirtschaft sicherzustellen. Ein Nachteil war, dass diese Methode vor allem große Getreidebetriebe begünstigte.
1974 wurde das IRIDA zur Förderung der landwirtschaftlichen Infrastruktur gegründet. Die Rechtsvorschriften über Großbetriebe (1979) sahen ein Regime für verbesserungsfähige Betriebe vor, das ungenutztes Land beeinflussen sollte; der Plan zur Verbesserung durch Enteignungen wurde jedoch nicht umgesetzt.
Demokratie und EU-Beitritt (GAP)
In der Demokratie kam es 1978 zur Verallgemeinerung landwirtschaftlicher Versicherungen. Das Gesetz über verbesserungsfähige Betriebe (1979) verpflichtete Eigentümer, ein Verbesserungsprojekt einzureichen. Bei Verstößen drohte eine Zwangspacht für 12 Jahre. Das Gesetz über landwirtschaftliche Pachtverhältnisse (1984) zielte darauf ab, Räumungen zu verhindern.
Ein Meilenstein war der Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft im Jahr 1986 und damit die Integration in die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik). Die 1962 geschaffene GAP verfolgte folgende Ziele:
- Verringerung von Importen und Steigerung der Produktion.
- Sicherstellung der Versorgung der Verbraucher.
- Binnenmarktpolitik: Umsetzung einer gemeinsamen Marktorganisation, um den Landwirten garantierte Abnahmepreise für ihre Produkte zu sichern.