Kirche San Lorenzo, Florenz: Architektur der Frührenaissance
Fakten und Kontext
Architekt: Brunelleschi
Zeitraum: 1421–1470 (Quattrocento)
Material: Pietra Serena (grauer Stein aus Florenz), Marmor.
Konzept: Brunelleschi schrieb viel über Architektur und war besessen von der Perspektive. Alle Fluchtpunkte sind auf den Altar konzentriert.
Besonderheit: Die Kirche ist auch als Basilika Ambrosiana bekannt (die Familie des Bischofs Ambrogio ehrte die Medici). Brunelleschi konnte das Werk vor seinem Tod nicht vollenden.
Architektonische Elemente
Struktur: Korinthische Säulenstruktur, die für mehr Höhe und Licht sorgt.
Fenster: Runde Fenster, einfache Triforien.
Decke: Holzbalkendecke mit Kassetten.
Tragelemente: Schlanke Säulen, korinthische Kapitelle, Gebälk (Bogenfries), Gesims. Zwischen Haupt- und Seitenschiffen befinden sich Stützelemente (Säulen).
Dach: Architraviert (aus Stein) mit gewölbten Dächern und Kassetten.
Schiffe: Die Seitenschiffe sind niedriger als das Mittelschiff.
Kapellen: Bögen und einfache Pilaster. Licht fällt durch die Kapellen. Einige Oculi in den Gängen der Kapellen.
Grundriss: Lateinisches Kreuz mit quadratischer Apsis und Sakristei.
Boden: Eine Linie führt zum Altar. Die Gestaltung ist inspiriert von der römischen Antike.
Tempietto di San Pietro in Montorio, Rom
Fakten und Symbolik
Architekt: Bramante
Zeitraum: 1502 (Cinquecento)
Bedeutung: Bramante gilt als der erste Renaissance-Architekt, der vollständig von der Antike inspiriert war.
Standort: Erbaut auf der Krypta, wo der Heilige Petrus, der erste Papst, gemartert wurde.
Kontext: Das Kloster wurde von den Franziskanern erbaut und von der spanischen Krone finanziert.
Symbolik: Die dreifache Treppe (Crepidoma) repräsentiert die drei Tugenden der Kirche: Glaube, Hoffnung und Liebe.
Dach/Kuppel: Die Kuppel hat eine Laterne und ruht auf einem Tambour. Sie wird von einem Gebälk und einer Balustrade gestützt.
Dekorative Elemente:
Fries: Metopen und Triglyphen. Die Metopen zeigen Instrumente, die zur Marterung des Papstes und für die Liturgie verwendet wurden.
Tambour: Nischen, die für mehr Licht in der Wand geöffnet und mit Muscheln (Petxines) verziert sind.
Grundriss: Zirkulär (Rundbau).
David (Donatello)
Fakten und Technik
Künstler: Donatello
Zeitraum: 1444–1446 (Quattrocento)
Auftraggeber: Familie Medici.
Technik: Bronze-Gussverfahren (Wachsausschmelzverfahren). Das Metall wird in flüssigem Zustand in eine vorbereitete Form gegossen. Sobald das Metall erstarrt ist, wird die Form zerbrochen.
Vision: Multifazial (von mehreren Seiten betrachtbar).
Rhythmus:Kontrapost (leicht ungleichmäßige Haltung, ein Fuß nach vorne und leicht gebeugt).
Ikonografie und Bedeutung
Thema: Mythologie des Alten Testaments. David, der junge Hirte aus Bethlehem, besiegt Goliath mit der Schleuder.
Darstellung: Die nackte, naturalistische Skulptur zeigt den jungen David in Ruhe nach dem Sieg über Goliath. Der Kopf des Riesen ruht zu seinen Füßen.
Stil: Donatello versucht, Anatomie und Psychologie zu vereinen und stellt den Kanon der menschlichen Schönheit wieder her.
Hut: Der Hut symbolisiert Florenz (typischer Hirtenhut).
Bedeutung: Die Statue gedenkt der Siege von Florenz über seine Rivalen. Donatello belebte die Idee des Kanons der menschlichen Schönheit als skulpturales Subjekt neu.
Pietà (Michelangelo)
Fakten und Stil
Künstler: Michelangelo
Zeitraum: 1498–1499 (Cinquecento)
Material/Technik: Marmor. Technik: Subtraktiv (Material wird durch den Einsatz geeigneter Werkzeuge entfernt).
Farbe: Monochrom.
Komposition: Pyramidale Komposition. Die Gruppe ist sitzend dargestellt.
Vision: Multifazial.
Ikonografie und Ausdruck
Thema: Die Jungfrau Maria hält den leblosen Körper ihres Sohnes, der zur Erlösung der Menschheit gestorben ist.
Ausdruck:
Jesus: Gelassenheit und Ruhe.
Maria: Resignierter Ausdruck, Akzeptanz des höheren Willens. Sie wirkt sehr jung.
Kontrast: Kontrast zwischen der bekleideten Jungfrau und dem nackten Jesus. Die Beine der Jungfrau sind überproportional groß, um die Pyramidenform zu stabilisieren.
Besonderheit: Michelangelos Signatur befindet sich auf dem Band über der Brust der Jungfrau.
Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle
Fakten und Ikonografie
Künstler: Michelangelo
Zeitraum: 1508–1512 (Cinquecento)
Auftraggeber: Papst Julius II.
Thema: Die Genesis.
Stil: Sehr männliche, nackte Figuren.
Darstellung: Der Auftrag umfasst zehn Paare (vermutlich Szenen der Genesis oder Propheten/Sibyllen).