Mythologie und Religion im Baskenland

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Das Etxe: Herzstück der baskischen Kultur

Etxe: Die Basken sind eng mit ihrem physischen Standort verbunden; das Etxe ist ihr Zuhause und ihre traditionelle Wohnung. In der traditionellen Kultur vereint das Haus die Erde, den Tempel, den Friedhof und die Herberge. Es ist zudem die Heimat der Gemeinschaft der Lebenden und der Toten. Für die Basken bedeutet das Haus weit mehr als nur Wohnraum, da die Bewohner hier tief mit ihren Vorfahren verbunden sind.

Heilige Symbole und das Jarleku

Das Haus gilt als ein heiliger Ort, der durch verschiedene Symbole geschützt wird, darunter Lorbeer, Kamin, Distel sowie Axt und Sichel. Eine Besonderheit des Hauses ist das Jarleku, welches eine Erweiterung des Hauses innerhalb der Kirche darstellt.

Die Götterwelt und Mythologie der Basken

Die baskische Mythologie ist reich an faszinierenden Gestalten und Naturgewalten.

Mari: Die mächtige Erdgöttin

Mari ist die weibliche Hauptfigur und eine zentrale Gottheit. Generell wird sie elegant gekleidet präsentiert, sie kann jedoch auch als Frau mit Ziegenbeinen und den Krallen von Raubvögeln erscheinen. Sie besitzt zudem geomorphologische Darstellungen. Mari lebt in unterirdischen Räumen oder in Höhlen (wie am Anboto, der als „Wohnsitz der Mari“ bekannt ist). Sie ist mit Maju (Sugaar) verheiratet und hat zwei Kinder: Mikelats (der Böse) und Atarrabi (der Gute). Sie kontrolliert das Wetter (Eguraldia), spinnt goldene Ringe und soll Legenden zufolge ein Mädchen entführt haben. Wenn man ihre Höhle betritt, sollte man sie auf demselben Weg verlassen, auf dem man gekommen ist, und darf sich niemals setzen.

Lur, Eguzki und Ilargi: Die Himmelskörper

  • Lur: Die Mutter von Sonne und Mond. Sie ist die Kraftquelle für das Vieh und lebt in der Unterwelt, wo sie verborgene Schätze hütet.
  • Eguzki (die Sonne): Sie wird als weibliche Figur personifiziert. Sie vertreibt böse Geister, was sich in den Dolmen und baskischen Häusern widerspiegelt (Feuerkult des St. Johann). Sie wird durch das Lauburu-Symbol repräsentiert, das oft an den Türen von Bauernhäusern zu finden ist, um das Böse abzuwehren.
  • Ilargi (der Mond): Ebenfalls eine weibliche Figur. Sie beleuchtet die Toten, wenn diese an die Oberfläche kommen. Ihr werden Einflüsse auf die Tugenden von Pflanzen und Tieren zugeschrieben.

Fabelwesen und Naturgeister

  • Lamia: Eine Frau mit Vogelfüßen, Fischschwanz oder Krallen. Sie lebte in Brunnen, Seen, Höhlen oder verlassenen Burgen, wo sie ihr langes Haar mit einem begehrten goldenen Kamm kämmte oder ihre Kleidung wusch.
  • Basajaun: Er lebte in Wäldern und Höhlen. Er hat eine menschliche Gestalt, ist jedoch am ganzen Körper behaart und besitzt eine sehr lange Mähne. Er beschützt die Wälder und Herden.
  • Tartalo: Ein böser Geist, der einen Zyklopen darstellt. Er ist riesig und besitzt nur ein Auge. Er fraß Menschen und lebte in den Bergen.
  • Galtxagorri (Mamarrosa): Junge Genies in roten Hosen, die den Menschen helfen können. Sie leben in Nadelkissen.
  • Herensugue: Ein unterirdisches Wesen, das bösartig und destruktiv ist. Es wird als Drache oder Schlange mit sieben Köpfen dargestellt.
  • Aker (Akerbeltz): Der Anführer der anderen Wesen. Er kontrolliert das Wetter (Eguraldia) und ist ein unterirdisches Genie, das vor Krankheiten und bösen Geistern schützt.

Säkularisierung im modernen Baskenland

Die Säkularisierung beschreibt einen Prozess, den auch Priester im Laufe der Zeit erfuhren. Dabei verlieren die Religion und ihre Institutionen an Einfluss, sodass andere Wissensbereiche ihren Platz einnehmen.

Merkmale des gesellschaftlichen Wandels

  • Anthropozentrischer Utilitarismus
  • Rationalität und Individualität
  • Deinstitutionalisierung

Religionen besitzen nicht mehr das Monopol auf das Heilige; es gibt nicht mehr nur eine einzige religiöse Vision. Religiöse Toleranz macht heute vieles möglich, führte jedoch auch zum Erscheinen von Radikalen, die die absolute Wahrheit beanspruchen (z. B. Opus Dei). Der Mythos bleibt jedoch eine lebendige Wirklichkeit und ist weit mehr als nur eine Fabel.

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