Messung der Geldmenge und Grundlagen der Geldpolitik

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Messung der Geldmenge und monetäre Aggregate

Die Definition der Geldmenge ist ein zentrales Element der Wirtschaftswissenschaften. Es werden verschiedene Aggregate unterschieden, um die Liquidität in einer Ökonomie zu messen:

  • M1: Aktiva im Besitz der Öffentlichkeit, bestehend aus Bargeld und Sichteinlagen.
  • M2: M1 zuzüglich Spareinlagen im bestehenden Kreditsystem.
  • M3: M2 zuzüglich Termineinlagen und weiterer kurzfristiger Verbindlichkeiten.
  • M4 (Liquide Mittel): M3 zuzüglich Schatzwechseln, Schuldscheinen und öffentlichen Darlehen in den Händen der Öffentlichkeit.

Das wesentliche Ziel besteht darin, die Geldmenge zu kontrollieren, um die wirtschaftliche Entwicklung zu steuern. Da sich das Verhalten der verschiedenen Aggregate über die Zeit unterscheidet, bleibt die Schätzung der exakten Geldmenge oft mit Unsicherheiten behaftet.

Das Goodhart-Gesetz und die Geldpolitik

Das sogenannte Goodhart-Gesetz besagt, dass jede statistische Kennzahl als Indikator unbrauchbar wird, sobald sie für Zwecke der wirtschaftspolitischen Steuerung als Zielgröße gewählt wird. Dennoch wählen Zentralbanken Aggregate wie M4 als Zielgröße für die monetäre Expansion.

Die Zentralbank führt ihre Geldpolitik so aus, dass die Geldmenge innerhalb einer Bandbreite wächst, die mit dem angestrebten BIP-Wachstum und der erwarteten Preissteigerung im Einklang steht. Weicht die Entwicklung stark von diesem Band ab, ergreifen die Behörden Maßnahmen zur Steuerung der Geldbasis.

Instrumente zur Steuerung des Geldangebots

Offenmarktgeschäfte und Wertpapiere

Die Zentralbank kann jederzeit Wertpapiere kaufen oder verkaufen, um das Geldangebot zu ändern. Der Kauf von Wertpapieren durch die Zentralbank erhöht die Liquidität der Geschäftsbanken und damit die Geldmenge.

Kredit- und Diskontpolitik

Wenn die Zentralbank Wechsel diskontiert, fließt den Banken Geld zu. Das Ergebnis ist eine Ausweitung der Geldmenge, ähnlich wie bei Offenmarktgeschäften.

Gold- und Devisenreserven

Obwohl Gold an direkter Bedeutung verloren hat, sind Devisenreserven weiterhin entscheidend. Wenn die Zentralbank Devisen aufnimmt, erhöht dies in der Regel die heimische Geldmenge.

Der Devisenterminmarkt (Forward Market)

Der Devisenterminmarkt ist ein Markt, an dem Währungen zu einem heute festgelegten Preis für die Zukunft gekauft oder verkauft werden können. Ein Forward-Vertrag (FT) vereinbart heute die künftige Lieferung einer Währung in einem Zeitraum t (meist bis zu einem Jahr).

Diese Geschäfte dienen oft der Absicherung gegen Wechselkursschwankungen. Der Terminkurs stimmt selten mit dem aktuellen Kassakurs (Spotmarkt) überein. Der Unterschied wird als Prozentsatz ausgedrückt:

FR = (FT - S) / S

Dabei gilt:

  • S: Aktueller Wechselkurs.
  • Ist FR > 0, spricht man von einem Terminaufschlag (Report). Es wird erwartet, dass die Fremdwährung aufwertet bzw. der Euro abwertet.
  • Ist FR < 0, handelt es sich um einen Terminabschlag (Deport). Dies signalisiert eine erwartete Aufwertung des Euro gegenüber der Fremdwährung.

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