Methodik der teilnehmenden Beobachtung in der Forschung

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Institutionelle Informanten

Institutionelle Informanten sind oft äußerst nützlich, da sie durch informelle Beziehungen wertvolle Interpretationen der alltäglichen Realität einer Organisation liefern können. In jedem Fall muss der Forscher jedoch wesentliche Kriterien anwenden, um sich nicht von den Meinungen der wichtigsten Informanten beirren zu lassen.

3.2. Koexistenz und soziale Beziehungen im Feld

In der Vorplanung muss ein Abschnitt über die logistischen Anforderungen für den reibungslosen Ablauf der Untersuchung enthalten sein. Ein wichtiger Punkt ist die Wahl der Unterkunft des Beobachters. Wenn man in die gleiche Gegend zieht, in der die Zielgruppe lebt, wird die Art der Unterkunft die Wahrnehmung durch die Beobachteten beeinflussen.

Bei Zweifeln über die Auswirkungen ist es ratsam, ein Hotel oder eine befristete Unterkunft zu wählen und sich anschließend von wichtigen Informanten beraten zu lassen. Bei der Arbeit in geschlossenen Settings ist es eine strategische Option, einen Raum zu finden, der die Beobachtung ermöglicht, ohne die Gruppe zu stören, während man gleichzeitig präsent ist. So kann man sich allmählich in die Routine der Beobachteten integrieren und Teil ihres natürlichen Sichtfeldes werden.

Sobald dies gelungen ist, beginnen die sozialen Beziehungen zur Gruppe. Die Rollen werden im Laufe der Zeit angepasst. Interaktionen wecken natürlich Neugier, und wir werden mit spontanen Fragen zu unserer Person konfrontiert. Diese beantworten wir nach eigenem Ermessen, sofern sie das Ergebnis der Untersuchung nicht gefährden. Generell sollte man nach gesundem Menschenverstand handeln und so natürlich wie möglich agieren, basierend auf den Informationen, die unsere Präsenz rechtfertigen.

Angst, Ungeduld und Frustration treten bei der Durchführung der Untersuchung regelmäßig auf. Diesen Problemen muss mit Geduld und dem Austausch mit erfahrenen Kollegen begegnet werden.

3.3. Welche Informationen müssen wir registrieren?

Alle Informationen, die für den Gegenstand der Untersuchung relevant sind, können gemäß vorläufiger theoretischer Orientierungen erfasst werden, die während der Feldarbeit angepasst werden. Der Forscher sollte auf alle Reize achten, die aufgrund seiner Erfahrung und seines Wissens für die Studie bedeutsam sind, und diese schriftlich oder durch Aufzeichnungen festhalten.

Für eine Definition der Beobachtung können wir die Klassifizierung von Corbetta verwenden:

  • 1. Die physikalischen Zusammenhänge: Der Blick muss auf die Struktur des Raumes gerichtet sein, in dem soziales Handeln stattfindet, da physikalische Eigenschaften oft Ausdruck sozialer Merkmale sind.
  • 2. Der soziale und historische Kontext: Bei der Untersuchung einer sozialen Bewegung müssen die organisatorische Struktur, das Profil der Personen, ihre Funktionen, Aufgaben und Tätigkeiten bekannt sein.
  • 3. Die formelle Interaktion: Dies betrifft Interaktionen zwischen Menschen innerhalb von Organisationen (Entscheidungswege, wichtige Mitarbeiter etc.).
  • 4. Die informelle Interaktion: Sie bilden den Schwerpunkt der teilnehmenden Beobachtung. Sie treten im täglichen Leben auf und umfassen oft mechanische und unbewusste Reflexe der Beobachteten.
  • 5. Die Interpretationen der gesellschaftlichen Akteure: Diese haben den Charakter wissenschaftlicher Erkenntnisse und können durch informelle Gespräche oder formelle Interviews erschlossen werden.

3.5. Die Registrierung des Beobachteten

Der entscheidende Moment ist die Datenerfassung. Hierfür gibt es Leitlinien, die durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien wie Kameras, Audio-Recorder, Video und das Internet stetig weiterentwickelt wurden.

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