Partizipative Aktionsforschung (PAR): Ursprung und Methoden
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Ursprung der Partizipativen Aktionsforschung (PAR)
Die tiefgreifenden Veränderungen in der Aktionsforschung (AF) wurden in den 1970er Jahren durch die Zusammenführung zweier Strömungen der sozialen Mobilisierung in Südamerika eingeleitet:
- Die Volksbildungsbewegung: Initiiert durch Paulo Freire in Brasilien.
- Die Befreiungstheologie: Ein wesentlicher Impulsgeber für soziale Gerechtigkeit.
Diese Dynamik wurde von Forschern wie Fals Borda und der Gruppe „La Rosca“ weiterentwickelt, woraus das Konzept der Partizipativen Aktionsforschung (PAR) entstand.
Methodik der PAR
Die PAR wird als wissenschaftliche Methodik konzipiert, in der sich Subjekt und Objekt symmetrisch und horizontal begegnen. Sie fungiert als Akteur in sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Kontexten und als Engagement für die soziale Praxis. Die wichtigsten Techniken nach Fals Borda umfassen:
- a) Gemeinsame Arbeitsgruppen: Öffentliche Sitzungen, Rollenspiele etc.
- b) Kritische Aufarbeitung der Geschichte: Bergung von Elementen der Vergangenheit, die für die Gemeinschaft nützlich sind.
- c) Bewertung und Anwendung der Populärkultur: Anerkennung der grundlegenden Werte der Gruppe.
- d) Produktion und Verbreitung von neuem Wissen: Mit stetiger und schrittweiser Rückführung der während der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse.
Die Aktionsforschung in der Gegenwart
Derzeit präsentiert sich die Aktionsforschung als eine Form der Entwicklung, die auf vier Dimensionen basiert: praktische Anleitung, Wissen in Aktion, menschliches Wohlbefinden und demokratische Teilhabe. Sie zeichnet sich durch eine komplexe Reihe von Methoden aus, die einen neuen Ansatz in der Sozialforschung verfolgen:
- Aktive Teilnahme: Demokratisch und symmetrisch in allen Phasen der Untersuchung.
- Pragmatische Ausrichtung: Fokus auf die Forschungsziele.
- Potenzial der Erkenntnisse: Fokus auf den Einfluss der Forschungsergebnisse auf die Beteiligten.
Vergleich der Forschungsansätze
Es gibt grundlegende Divergenzen zwischen den verschiedenen Formen der Forschung, insbesondere in der Beziehung zwischen Forscher und Beforschten sowie im Konzept des Objekts:
1. Klassische Sozialforschung
- a. Rolle des Forschers: Der Forscher agiert als Experte, der Antworten auf eine spezifische Nachfrage liefert. Die Beziehung zum Beforschten beschränkt sich auf die Informationsgewinnung und die Beobachtung.
- b. Konzeption des Objekts: „Sehen, um zu wissen“.
- c. Logik der Forschung: Klassische wissenschaftliche Forschung.