Mündliche und schriftliche Kommunikation: Merkmale und Textarten
Zusammenfassung
Der Text erläutert die Merkmale mündlicher und schriftlicher Kommunikation, etwa Kanal, Spontanität, Kontextabhängigkeit und Struktur. Außerdem werden sprachliche Besonderheiten gesprochener Texte wie Ellipsen, Parataxe und Füllwörter behandelt. Zum Schluss stellt er nicht-spontane mündliche Textarten vor: Debatte, Tertulia, Konferenz und Interview. Die Lernenden erfahren so, wie sich beide Kommunikationsformen unterscheiden und welche Textformen es gibt.
Kernpunkte
- Mündliche Texte sind auditiv, spontan, kontextabhängig, interaktiv und flüchtig.
- Schriftliche Texte sind visuell bzw. taktil, kontextunabhängiger, geplant und beständig.
- Die Schrift entstand etwa 4000 v. Chr. und dient der Konservierung und Speicherung von Informationen.
- Gesprochene Syntax zeigt Ellipsen, unvollendete Sätze, Wiederholungen und Parataxe.
- Eine Konferenz erfordert Vorbereitung und gliedert sich in Einleitung, Entwicklung und Fazit.
- Das Interview unterscheidet zwischen Informationsinterview und psychologischem Interview.
Mündliche Kommunikation: Grundlagen
Die mündliche Kommunikation ist ein natürlicher Weg, um mit der Welt in Kontakt zu bleiben und bildet einen festen Bestandteil unseres Alltags. Seit vielen Jahrhunderten dient sie als primäres Mittel der zwischenmenschlichen Verständigung.
Merkmale mündlicher Texte
- Kanal: Auditiv (Hören).
- Spontanität: Texte entstehen spontan und unmittelbar.
- Kontextabhängigkeit: Stark abhängig von den beteiligten Personen und dem Ort.
- Interaktivität: Ermöglicht direkte Korrekturen oder Rückfragen.
- Flüchtigkeit: Mündliche Texte sind eher ephemer (vergänglich).
Schriftliche Kommunikation
Die Schrift ist ein erlernter Code, der erst etwa 4000 v. Chr. entstand. Sie dient dazu, Informationen zu konservieren und zu speichern.
Merkmale schriftlicher Texte
- Kanal: Visuell oder taktil (Lesen).
- Kontextunabhängigkeit: Unabhängiger vom unmittelbaren Kontext als mündliche Sprache.
- Struktur: Besitzt eine abgeschlossene, geplante Struktur.
- Zeitfaktor: Die Kommunikation ist langsamer.
- Distanz: Sender und Empfänger stehen nicht in direktem Kontakt.
- Beständigkeit: Es handelt sich um ein fertiges Produkt für den Leser.
Sprachliche Elemente spontaner Gespräche
Syntaktische Besonderheiten
Die Syntax gesprochener Texte ist komplex zu erfassen, da sie häufig durch folgende Merkmale geprägt ist:
- Ellipse und unvollendete Sätze.
- Wiederholungen von Konjunktionen und Wörtern.
- Häufige Verwendung von Ausrufe- und Fragesätzen.
- Bevorzugung von Aneinanderreihung (Parataxe) und Koordination.
Lexikon und Struktur
Das Lexikon mündlicher Texte ist einfacher als das schriftlicher Texte. Es werden häufig Füllwörter, Phrasen, Wiederholungen und Slang verwendet. Die Struktur gliedert sich meist in:
- Einleitung: Begrüßung und Aufbau einer Beziehung.
- Hauptteil: Definition des Gegenstands, des Zwecks und des Tons unter Nutzung linguistischer und paralinguistischer Formen.
Arten nicht-spontaner mündlicher Texte
Debatte
Ein kontroverser Dialog, der auf einen Meinungsaustausch abzielt. Ein Moderator leitet das Thema, regelt die Redezeit und fasst die wichtigsten Argumente zusammen.
Tertulia (Gesprächsrunde)
Das Ergebnis der spontanen Zusammenarbeit mehrerer Teilnehmer, die sich an einem bestimmten Ort treffen, um aktuelle Fragen zu erörtern. Ein Moderator kann vorhanden sein, ist aber nicht zwingend erforderlich.
Konferenz
Die Präsentation und Erläuterung von Ideen vor einem Publikum. Sie ist dem geschriebenen Text näher als andere mündliche Formen, da sie eine Vorbereitung erfordert. Struktur: Einleitung (Interesse wecken), Entwicklung (chronologische Darstellung) und Fazit (Zusammenfassung).
Interview
Ein Dialog zwischen Interviewer und Befragtem. Ziel ist es, Informationen oder Meinungen zu erhalten. Man unterscheidet zwischen dem Informationsinterview (zu einem Sachthema) und dem psychologischen Interview (zur Ergründung der Persönlichkeit).
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation?
Mündliche Kommunikation ist auditiv, spontan, kontextabhängig und flüchtig, während schriftliche Kommunikation visuell, geplant, kontextunabhängiger und beständig ist. Schriftliche Texte stellen ein fertiges Produkt für den Leser dar.
Was zeichnet die Syntax gesprochener Texte aus?
Typisch sind Ellipsen und unvollendete Sätze, Wiederholungen von Konjunktionen und Wörtern sowie häufige Ausrufe- und Fragesätze. Außerdem werden Aneinanderreihung (Parataxe) und Koordination bevorzugt.
Welche Arten nicht-spontaner mündlicher Texte gibt es?
Der Text nennt die Debatte, die Tertulia, die Konferenz und das Interview. Die Konferenz ist dem geschriebenen Text am nächsten, weil sie eine Vorbereitung erfordert.
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