Öffentliche Güter, externe Effekte und Steuerprinzipien

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1. Öffentliche Güter

Öffentliche Güter sind Güter und Dienstleistungen, die der Markt allein nicht in den Mengen bereitstellt, die die Gesellschaft wünscht. Sie werden als nicht ausschließbar und nicht rivalisierend gekennzeichnet. Nicht‑ausschließbar bedeutet, dass es unmöglich oder sehr kostspielig ist, die Nutzung zu verhindern; nicht‑rivalisierend bedeutet, dass die Nutzung durch eine Person die Nutzung durch andere nicht einschränkt.

Verdienstgüter unterscheiden sich von öffentlichen Gütern: Sie können einzeln erworben werden, erzeugen aber ein größeres Gemeinwohl und benötigen häufig staatliche Unterstützung, weil nicht alle Mitglieder der Gesellschaft bereit sind, die Erhaltung dieser Güter zu finanzieren. Zu den Verdienstgütern gehören Bildung, Gesundheit und die Absicherung einer Rente im Alter.

2. Externe Effekte

Externe Effekte (Externalitäten) sind indirekte Auswirkungen der Handlungen von Konsumenten oder Produzenten, die der Markt nicht in den Preisen berücksichtigt. Diese Effekte können positiv oder negativ sein; deshalb ist in vielen Fällen eine staatliche Intervention gerechtfertigt.

Ein Beispiel, das Kolumbien als positive externe Wirkung erlebt hat, war ein Frost in Brasilien, der die dortige Kaffeeernte stark beeinträchtigte. Durch das Gesetz von Angebot und Nachfrage führte ein geringeres Angebot bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage zu höheren Preisen. Für kolumbianische Produzenten bedeutete dies deutlich höhere Gewinne und eine größere Nachfrage nach kolumbianischem Kaffee. Da Kaffee eines der wichtigsten Produkte des Landes ist, wirkte sich diese positive Externalität nicht nur auf den Kaffeesektor aus.

3. Definitionen des öffentlichen Sektors

Die steuerliche Rechnungslegung kann anhand dreier alternativer Definitionen des öffentlichen Sektors erfolgen:

  • CNG: Die zentrale nationale Regierung. Diese umfasst in der Regel Präsidentschaft, Ministerien, Verwaltungen, den Kongress und öffentliche Unternehmen.
  • NFP: Der nicht‑finanzielle öffentliche Sektor. Dazu gehören alle staatlichen und nicht‑finanziellen öffentlichen Unternehmen, die ihre Operationen durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen selbst finanzieren.
  • SPC: Der konsolidierte öffentliche Sektor. Dazu gehören öffentliche Finanzinstitute wie Fogafin, staatliche Banken und andere Finanzinstitute sowie die Zentralbank(en).

Im Geschäftsjahr bilanziert das CNG ein Defizit von 1,3, während NFP und SPC einen Überschuss von 3,7 bzw. 3,7 erwirtschafteten.

4. Direkte und indirekte Steuern

Direkte Steuern werden auf Produktionsfaktoren wie Arbeit erhoben, zum Beispiel auf Einkommen und Erträge; dazu gehören auch verschiedene Formen des Vermögens wie Land, Immobilien und Grundstücke. Indirekte Steuern sind Abgaben auf Umsätze mit Waren und Dienstleistungen.

Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Steuerarten liegt in der Art der Erhebung: Direkte Steuern werden auf das Einkommen oder Vermögen einer Person bzw. eines Unternehmens erhoben, während indirekte Steuern beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen anfallen.

Bezüglich der Verteilungswirkung betreffen indirekte Steuern häufig stärker die ärmeren sozialen Schichten, da sie proportional einen größeren Anteil ihres Einkommens für Konsumausgaben aufwenden. Direkte Steuern können hingegen gezielter an der Leistungsfähigkeit ansetzen. Ein klares Beispiel: Die Grundsteuer (direkte Steuer) belastet Eigentum und ist weniger regressiv als die Mehrwertsteuer (indirekte Steuer), die unabhängig von der Zahlungsfähigkeit erhoben wird.

5. Progressivität und Degressivität

Progressive und degressive (oder regressiv wirkende) Steuern stehen in engem Zusammenhang mit dem Gerechtigkeitsprinzip. Progressiv bedeutet, dass mit steigendem Einkommen auch der effektive Steuersatz steigt. Degressiv bzw. regressiv bedeutet dagegen, dass mit steigendem Einkommen der zu zahlende Prozentsatz sinkt.

Indirekte Steuern wirken häufig regressiv, während die direkte Besteuerung so gestaltet werden sollte, dass sie progressiv wirkt und Einkommensungleichheit ausgleicht.

6. Horizontale und vertikale Gerechtigkeit

Das Prinzip der horizontalen Gerechtigkeit besagt, dass Personen in vergleichbaren wirtschaftlichen Verhältnissen die gleichen Steuern zahlen sollten. Das Prinzip der vertikalen Gerechtigkeit fordert, dass wirtschaftlich stärkere Personen proportional mehr beitragen sollten.

Bei der Einkommensteuer in Kolumbien gibt es Probleme der horizontalen Gerechtigkeit: Personen oder Unternehmen mit gleichem zu versteuerndem Einkommen können unterschiedliche Beträge zahlen, abhängig von der Branche oder der Region, in der sie tätig sind. Hinsichtlich der vertikalen Gerechtigkeit können Branchenbegünstigungen oder steuerliche Ausnahmen dazu führen, dass die Steuerlast nicht im Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verteilt wird.

7. Gesamthaushaltsplan und Verfahren

Der nationale Haushaltsplan ist sehr wichtig für den Staat und muss mit Vorsicht erstellt werden. Der Kongress der Republik ist in allen Phasen des Haushaltsverfahrens beteiligt, besonders in der Diskussion und Verabschiedung; die Entscheidung des Kongresses bestimmt, ob der Haushalt genehmigt wird oder nicht. Nach der Ausführung folgt die Phase der Kontrolle, Überwachung und Bewertung, die ebenfalls vom Kongress (bzw. seinen zuständigen Organen) geleitet wird.

Neben dem Kongress sind in jeder Phase weitere Institutionen wichtig, darunter die Nationale Planungsbehörde, das Finanzministerium, der Senat, das Repräsentantenhaus und der Rechnungshof (Contraloría), unter anderen.

8. Zweckgebundene Steuern und Beispiel Kapitalbewegungen

Mit der Bestimmung zweckgebundener Mittel ist eine Steuererhebung auf bestimmte Ausgaben gemeint. Solche Mittel werden eingesetzt, wenn ein Sektor des Staates dringende Unterstützung braucht oder wenn bestimmte Bereiche priorisiert werden sollen.

Ein Beispiel ist die Steuer auf Kapitalbewegungen: In Kolumbien wurde eine solche Abgabe (zwei Promille) eingeführt, um auf die Finanzkrise von 1998 zu reagieren und die Schwächen des damaligen Finanzsystems anzugehen.

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