Plattentektonik: Kontinente, Vulkane und Erdbeben erklärt
Plattentektonik: Kontinente, Vulkane und Erdbeben
Die Plattentektonik erklärt die Entstehung der Kontinente und Ozeane, die Bewegung der Kontinente sowie die Entstehung von Inseln, Vulkanen und Erdbeben. Sie beschreibt den Zyklus der Gesteine, der Felsen entstehen und wieder vergehen lässt.
Grundprinzip
Die Lithosphäre (Erdkruste und oberster Erdmantel) ist nicht als zusammenhängende Schale aufgebaut, sondern in große Blöcke, die sogenannten Platten, unterteilt. Diese Platten schwimmen auf der plastisch verformbaren Asthenosphäre und bewegen sich dadurch gegeneinander. Dabei kollidieren, trennen sich oder reiben sie aneinander. Diese Vorgänge werden als tektonische Aktivität bezeichnet.
An den mittelozeanischen Rücken dringt flüssiges Magma aus dem Erdinneren auf und erstarrt zu neuer ozeanischer Lithosphäre. Diese Neubildung wird an anderer Stelle durch Subduktion wieder ausgeglichen, sodass die Gesamtfläche der Erdoberfläche in etwa konstant bleibt.
Arten von Platten
- Ozeanische Platten: bestehen nur aus ozeanischer Lithosphäre.
- Kontinentale Platten: bestehen nur aus kontinentaler Lithosphäre.
- Gemischte Platten: enthalten sowohl kontinentale als auch ozeanische Lithosphäre.
Plattenränder
Die meiste tektonische Aktivität findet an den Plattenrändern statt. Man unterscheidet drei Typen:
Konstruktive Ränder
An konstruktiven Rändern bewegen sich zwei Platten voneinander weg. Magma steigt auf, erstarrt und bildet neue Kruste. Ein Beispiel ist der mittelatlantische Rücken, an dem sich Amerika und Europa/Afrika mit etwa 3 cm pro Jahr voneinander entfernen.
Destruktive Ränder
An destruktiven Rändern wird Lithosphäre zerstört. Hier kann man drei Situationen unterscheiden:
- Kollision zwischen ozeanischer und kontinentaler Platte: Die schwerere ozeanische Platte taucht unter die kontinentale Platte ab (Subduktion). Dabei entsteht ein Tiefseegraben. Die Platte sinkt in einem Winkel von etwa 45° bis in rund 100 km Tiefe, wo das Gestein aufschmilzt. Das aufsteigende Magma durchbricht die Lithosphäre und bildet einen Vulkangürtel, wie etwa die Nazca-Platte unter Südamerika.
- Kollision zwischen zwei ozeanischen Platten: Eine der beiden Platten taucht ab. Es entstehen Tiefseegräben und vulkanische Inselbögen parallel zum Kontinent, wie im westlichen Pazifik.
- Kollision zwischen zwei kontinentalen Platten: Da beide Platten eine geringe Dichte besitzen, findet keine Subduktion statt. Stattdessen werden Sedimente gestaucht, gefaltet und angehoben. So entstand das Himalaya-Gebirge, als sich Indien gegen Asien schob.
Passive Ränder
Bei passiven Rändern gleiten zwei Platten aneinander vorbei. Durch die Reibung entstehen hohe seismische Aktivität und Erdbeben, etwa an der San-Andreas-Störung in Kalifornien.