Primärer Sektor: Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei
Primärer Sektor: Landwirtschaft, Bergbau und Fischerei
Der primäre Sektor umfasst menschliche Aktivitäten, die natürliche Ressourcen gewinnen, darunter Landwirtschaft, Bergbau, Fischerei, Forstwirtschaft und Viehhaltung.
Landwirtschaftliche Standortfaktoren
Boden: Je tiefgründiger der Boden, desto besser das Pflanzenwachstum. Entscheidend sind außerdem der pH-Wert, die Porosität und die Art des Bodens. Je mehr Nährstoffe und Humus, desto höher der Ertrag.
Klimatische Einflüsse: Regen und Wind beeinflussen die Ernte maßgeblich.
Exposition: Die Ausrichtung des Hanges wirkt sich auf die Ernte aus.
Thermische Bedingungen: Pro 100 m Höhenunterschied sinkt die Temperatur um mindestens 0,6 Grad.
Neigung: Sanfte Hänge (unter 5 Prozent) sind vorteilhafter als steile Lagen.
Niederschlag: Ideal sind jährlich zwischen 900 mm und 1.200 mm.
Sonneneinstrahlung: Schattige Lagen sind ungünstig, Sonnenlagen dagegen oft zu trocken. Eine Temperatur von mindestens 10 Grad ist für viele Kulturen notwendig.
Pflanzendecke: Sie schützt den Boden und fördert durch Zersetzung organischer Stoffe (tierisch und pflanzlich) die Humusbildung.
Höhenlage: Ab 200 m oder weniger ist die Landwirtschaft am günstigsten.
Agrarische Raumstrukturen
1. Historische und kulturelle Aspekte: Historische Prozesse und kulturelle Faktoren haben bis heute Spuren in der landwirtschaftlichen Nutzfläche hinterlassen, etwa die Kleinstparzellierung (Minifundismus).
2. Bevölkerungswachstum: Eine wachsende Bevölkerung benötigt mehr Nahrung, was zur Ausdehnung der Anbauflächen führt.
3. Technologie: In vielen Ländern werden spezialisierte Maschinen wie Traktoren eingesetzt. Die Biotechnologie ermöglicht gentechnisch veränderte Kulturpflanzen, die resistenter gegen Schädlinge sind und qualitativ hochwertigere Produkte liefern.
4. Wirtschaftliche Bedingungen: Die Wirtschaftslage eines Landes und die Nachfrage bestimmen, welche Technologien und Kulturen eingesetzt werden.
5. Eigentum: Landwirtschaftliche Betriebe befinden sich im Besitz einzelner Personen oder Gemeinschaften. Man unterscheidet zwischen kleinen und großen Betrieben (Latifundien).
6. Bewirtschaftungsformen: Bei der indirekten Bewirtschaftung arbeiten Eigentümer, Pächter und Landarbeiter zusammen. Der Landarbeiter (Parzellenpächter) wird oft nach Arbeitstagen bezahlt.
7. Agrarpolitik: Der Staat greift durch Maßnahmen in die Landwirtschaft ein, um Regionen zu modernisieren und Ungleichgewichte zwischen Betrieben auszugleichen.
Landwirtschaftliche Anbauformen
Bewässerung: Wasser wird künstlich zugeführt, etwa beim Reisanbau.
Trockenfeldbau (Secano): Ohne künstliche Bewässerung, etwa beim Weizenanbau.
Monokultur: Auf einer Fläche wird nur eine einzige Pflanzenart angebaut, häufig auf Großgrundbesitz.
Mischkultur (Polykultur): Auf einer Fläche werden verschiedene Pflanzen angebaut, etwa im Bauerngarten.
Intensive Landwirtschaft: Viel Kapital und Arbeit werden eingesetzt, um den Ertrag zu maximieren, etwa im Obstanbau.
Arbeitsintensive Landwirtschaft: Viel menschliche Arbeitskraft, wenig Maschineneinsatz.
Extensive Landwirtschaft: Geringer Einsatz von Technik und Kapital, dafür große Flächen.
Hochproduktive Landwirtschaft: Moderne Technologie sorgt für hohe Erträge.
Wenig produktive Landwirtschaft: Einfache Technik und geringe Erträge.
Subsistenzwirtschaft: Die Landwirtschaft dient der Selbstversorgung und ist durch niedrige Produktivität gekennzeichnet.
Wanderfeldbau: Bei dieser archaischen Methode werden Flächen abgebrannt, bearbeitet und nach einiger Zeit wieder verlassen.
Marktorientierte Landwirtschaft: Moderne Großbetriebe in entwickelten Ländern erzielen hohe Erträge, etwa Blumenanbau in Europa oder Getreideanbau in Deutschland.
Mediterrane Landwirtschaft: Unterschieden wird zwischen Trockenfeldbau und Bewässerungslandwirtschaft.
Viehhaltung
Extensive Viehhaltung: Geringe Investitionen und geringe Produktivität.
Intensive Viehhaltung: Hohe Investitionen und hohe Produktivität durch moderne Industrie.
Freilandhaltung: Die Tiere werden auf der Weide gefüttert.
Feedlot: Die Tiere werden auf Höfen konzentriert gehalten und mit moderner Technologie gefüttert.
Halbstallhaltung: Im Sommer Freilandhaltung, im Winter Stallhaltung.
Nomadische Viehhaltung: Die Tiere ziehen mit ihren Hirten zwischen natürlichen Weiden, je nach Jahreszeit.
Sesshafte Viehhaltung: Die Tiere bleiben an einem festen Ort.
Fischerei
Küstenfischerei: Sie findet auf dem Kontinentalschelf in Küstennähe statt, mit Netzen oder Fallen. Sie wird meist nur während eines Teils des Jahres betrieben.
Hochseefischerei: Auf großen Schiffen mit Besatzung werden Fänge über mehrere Tage oder Wochen gemacht. Die Fische werden direkt an Bord gelagert. Radar hilft beim Auffinden der Schwärme.
Wirtschaft
Wirtschaftliche Aktivitäten dienen dazu, den sparsamen Umgang mit knappen Ressourcen zu gewährleisten. Dabei werden Kapital, natürliche Ressourcen und menschliche Arbeit eingesetzt, um Sachgüter und Dienstleistungen herzustellen.
Wirtschaftssysteme unterscheiden sich vor allem durch die Art der Steuerung: Planwirtschaft oder Marktwirtschaft. In der Marktwirtschaft bestimmen Angebot und Nachfrage die Preise.