Sociologie der Bildung: Chancengleichheit und Geschlechterdiskriminierung
Soziologie lernen: Die Realität hinterfragen
Soziologie bedeutet, sich Fragen über die Realität zu stellen. In der Analyse der Wirklichkeit spielen Überzeugungen eine Rolle: subjektive Überzeugungen, die oft irrational und emotional sind und kulturell weitergegeben werden. Für die Soziologie ist nicht immer entscheidend, ob sie wahr oder falsch ist, sondern was sie bewirkt.
Soziologie der Bildung
Bildung ist von großer Bedeutung für soziale Beziehungen sowie für die Zuweisung und Verteilung sozialer Positionen.
Garantiert die Schule Chancengleichheit?
Welche Elemente reproduzieren Ungleichheiten?
Schule und Ungleichheit
Bis in die 1970er Jahre galt die Schule als bestes Mittel, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Elemente von Ungleichheit sind:
- Etikettierung (Pygmalion-Effekt)
- Distanz zwischen familiärer und schulischer Kultur
- Dominante Kultur an der Schule
Geschlechtsspezifische Diskriminierung in der Schule
Expliziter Lehrplan: unterschiedliche Erwartungen und differenzierte Interaktion zwischen Schülerinnen/Schülern und Lehrkräften.
Struktur und Organisation: Die weibliche Kultur wird ausgeschlossen.
Lehrplanung, Material und Räume: Die „Gewinner“ der Gesellschaft sind jene, die fähig sind, Raum zu erobern, sich das der anderen anzueignen und das eigene zu verteidigen. Territorialverhalten dient daher dazu, Menschen buchstäblich und im übertragenen Sinne an ihren sozialen Plätzen zu halten.
Heimlicher Lehrplan: Sicht und Erwartungen der Lehrkräfte:
- Jungen: riskant, unabhängig, aggressiv, selbstsicher, energisch
- Mädchen: ordentlich, passiv, gewissenhaft, brav
Hochbegabung und Geschlecht: Obwohl es keine genetischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug auf Begabung gibt, sind Jungen sichtbarer und stärker identifiziert. In Studien an Grundschulen wurden etwa 70 % Jungen und 30 % Mädchen erkannt. Hochbegabte Mädchen sind weniger konfliktbereit, fordern weniger Aufmerksamkeit ein und ihr Talent geht häufiger verloren.
Interaktion im Unterricht (quantitativ und qualitativ): Die Unterschiede verstärken sich, wenn die Teilnahmeregeln wenig geregelt sind. Jungen dominieren den mündlichen Unterricht und erhalten mehr Aufmerksamkeit und Ermutigung als Mädchen (M. und D. Sadker, 1985).
Merkmale
Unsichtbar, unbewusst und subtil. Schülerinnen und Schüler sind keine tabula rasa. Sexismus schadet ALLEN. Er ist intersektional.
Was können wir tun?
Wie verbessern wir die Situation?
- Bewusstsein schaffen
- Aktive Haltung einnehmen
- Wandel fördern
- Null Toleranz