Spanische Literatur: Antonio Machado und Federico García Lorca
Antonio Machado (1875–1939)
Antonio Machado wurde 1875 in Sevilla geboren und starb 1939 in Frankreich. Sein poetisches Werk lässt sich in zwei Phasen unterteilen:
1. Die Phase des Modernismo
Sein erstes Buch Soledades war vom Stil des Modernismo geprägt. Ein Jahr später erweiterte er es um neue Gedichte unter dem Titel Soledades, galerías y otros poemas.
2. Die Phase in Soria und Madrid
Nach seinem Umzug nach Soria schrieb er Campos de Castilla. In diesem Werk beschreibt er die Schönheit der kastilischen Landschaft und die Menschen in einem einfachen, konversationellen Stil. Zudem enthält es den Abschnitt Proverbios y cantares, der philosophische Wahrheiten ausdrückt, sowie den Roman La tierra de Alvargonzález.
Spätwerk und Prosa
Nach dem Tod seiner Frau verließ er Soria und wandte sich der Prosa zu. Er erschuf die fiktive Figur Juan de Mairena, einen imaginären Lehrer, der seinen Schülern eine skeptische, ironische und sozial engagierte Philosophie vermittelt.
Der Symbolismus
- Der Symbolismus entstand in Frankreich, beeinflusst durch Charles Baudelaire und sein Werk Die Blumen des Bösen.
- In Spanien lehnten die Symbolisten die bloße Nachahmung des Realismus ab.
- Sie übernahmen den subjektiven Wert der Emotion aus der Romantik und nutzten Symbole als Mittel der intuitiven Erkenntnis.
- Die Symbolisten fühlten sich als Außenseiter und von der Gesellschaft unverstanden.
- Für sie ist die sichtbare Realität nur ein Spiegelbild dessen, was jenseits liegt; Symbole dienen dazu, tiefere Wahrheiten auszudrücken.
Federico García Lorca (1898–1936)
Lorca wurde 1898 in Granada geboren und starb dort 1936. Er war ein vielseitiger Künstler, der sich mit Musik (bei Manuel de Falla), Zeichnungen und Lyrik beschäftigte.
Neopopularistische Phase
- Aufnahme der andalusischen Volkskultur.
- Nachahmung der Metrik und des Stils von Liedern, Balladen und Flamenco.
- Hervorzuheben sind Poema del cante jondo und Romancero gitano.
Theater und Surrealismus
- Theater: In Werken wie La zapatera prodigiosa und Retablillo de Don Cristóbal wird die andalusische Atmosphäre eingefangen.
- Surrealistische Phase: In Poeta en Nueva York nutzt er visionäre Bilder, um die Verwüstung durch die amerikanische kapitalistische Gesellschaft darzustellen.
- Reife Phase: Seine großen Dramen wie Yerma, La casa de Bernarda Alba und Bodas de sangre zeichnen sich durch starke weibliche Protagonisten aus, die versuchen, aus ihrem repressiven Umfeld auszubrechen.
- Lyrik: Diván del Tamarit und Llanto por Ignacio Sánchez Mejías verbinden Tradition mit surrealistischen und visionären Bildern.
Allen seinen Werken gemeinsam ist das Gefühl der tragischen Frustration, der Liebe und des Schicksals, wobei die Figur des Marginalisierten eine zentrale Rolle spielt.