Spanische Literatur und Lyrik seit dem Bürgerkrieg

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Spanische Literatur seit dem Bürgerkrieg

In der während des Bürgerkriegs vorherrschenden ideologischen Propagandaliteratur stand die literarische Qualität meist im Hintergrund. Seit dem Bürgerkrieg wurde die literarische Entwicklung insbesondere mit den nachträglichen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in Verbindung gebracht.

Schlüsselphasen der Entwicklung

  • Nachkriegsliteratur (1940er Jahre): Es gab zwei Hauptorientierungen:
    1. Die Verherrlichung der herrschenden Ideen
    2. Die Widerspiegelung anderer, existenzieller Sorgen
  • Soziale Literatur (1950er Jahre): Die gesellschaftliche Akzeptanz Spaniens durch internationale Institutionen begünstigte eine gewisse ideologische Öffnung.
  • Formale Erneuerung (1960er Jahre): Die wirtschaftliche Entwicklung führte zu einem Wandel der Sitten und ermöglichte den Einfluss ausländischer literarischer Strömungen.
  • Neueste Trends: Seit 1975 konnten sich die Autoren frei äußern, wodurch vielfältige neue Orientierungen entstanden.

Miguel Hernández

Die zentralen Themen in der Poesie von Miguel Hernández sind der Tod, der Schmerz (dolor) und das soziale Engagement.

Poetische Karriere

  • Frühe Werke: Sein Schaffen beginnt mit Perito en lunas („Experte für Monde“, beeinflusst von Avantgarde und Barock) und El rayo que no cesa („Der unaufhörliche Blitz“, eine Sammlung von Liebesgedichten, die das Leiden unter unerwiderter Liebe ausdrücken).
  • Engagierte Lyrik: Miguel Hernández schrieb über die Würde des Menschen im Kampf sowie über den Pessimismus angesichts von Tod und Krieg.
  • Letzte Gedichte: Im Gefängnis verfasste er unter anderem das Cancionero y romancero de ausencias („Liederbuch und Romanzen der Abwesenheit“) und kehrte unter Schmerzen zum Thema der Liebeslieder zurück.

Entwicklung der Lyrik bis 1975

Seit dem Bürgerkrieg entwickelte sich die spanische Lyrik vom Garcilasismus (klassische Strömung) und der Entwurzelung der Nachkriegszeit hin zur sozialen Poesie und schließlich zur formalen Erneuerung.

José Hierro (Jose Eisen)

José Hierro (im Deutschen teils als „Jose Eisen“ übersetzt) folgt zwei wesentlichen Strömungen: der Reportage („die Geschichte“) und den Halluzinationen.

  • Die Geschichte (Reportage): Dies sind Gedichte, die ihre Epoche widerspiegeln. Sie gehen von alltäglichen Situationen oder Redewendungen aus.
  • Halluzinationen: Diese Gedichte erschaffen eine unwirkliche Welt, in der Bilder ohne erkennbaren Zusammenhang verknüpft und Dinge personifiziert werden.

Neueste poetische Trends

Seit 1975 erlebte die spanische Lyrik abrupte Veränderungen und Brüche, die mit der früheren poetischen Tradition brachen.

Wichtigste Leitlinien

  • Erfahrungspoesie: Der Dichter betrachtet sein tägliches Leben, setzt sich mit der Realität auseinander und bezieht alltägliche Erfahrungen sowie persönliche Gefühle mit ein.
  • Neopurismus: Dies sind kurze Gedichte, die sich auf das Konzeptionelle konzentrieren und eher zu Assoziationen und Andeutungen einladen.
  • Weitere Trends: Dichter suchen nach neuen Ausdrucksformen wie erzählenden Gedichten, surrealen Welten, Impressionismus und dem Erschaffen kultureller Universen.

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