Spanische Literatur: Renaissance und Barock (1526-1681)
Epochen und Merkmale
Die Renaissance: Humanismus und neue Weltsicht
Die Renaissance (14. Jahrhundert) zeichnete sich durch die Bewunderung der griechisch-römischen Antike aus.
Eine anthropozentrische Weltsicht prägte die Zeit, in der der Mensch im Mittelpunkt stand und Erfüllung in seinen Fähigkeiten suchte.
Wichtige Priester befürworteten die Rückkehr zu den ursprünglichen Schriften, forderten die Lockerung der Sitten und kritisierten Aberglauben.
Kontextuelle Faktoren:
Mäßigung religiöser Inbrunst.
Die Entdeckung Amerikas erweiterte die Horizonte.
Der Buchdruck beschleunigte die Verbreitung von Kultur und Büchern.
Phasen der Renaissance:
Phase 1 (Karl V.): Annäherung zwischen den Kulturen.
Phase 2 (Philipp II.): Manierismus als Ergebnis der Gegenreformation und einer gewissen Isolation.
Der Barock: Komplexität und Gegenreformation
Der Barock (16./17. Jahrhundert) war geprägt von kompliziertem und dekorativem Überschwang.
Manierismus: Bezeichnet einen geistigen Zustand, der die Stufen des asketischen und mystischen Pfades zur Vollkommenheit beschreibt.
Gegenreformation: Die Bekämpfung der Gedanken und Ideen des Erasmus und der Reformation, die sich aus dem Konzil von Trient ergab und eng mit der Inquisition verbunden war.
Philosophische Strömungen der Zeit
Epikureismus: Das Streben nach Vergnügen mit Intelligenz.
Stoa: Steht für Gleichgewicht und lehnt emotionale Höhen und Tiefen ab.
Skepsis: Bezweifelt, dass der Mensch Gott verstehen kann.
Neuplatonismus: Die Realität ist ein Widerschein der göttlichen Schönheit.
Literarische Gattungen im Goldenen Zeitalter
Ritterromane: Quelle mittelalterlicher Helden wie König Artus, erlebten im 16. Jahrhundert eine enorme Entwicklung.
Stil: Lyrischer Klassizismus und das Gleichgewicht zwischen Form und Inhalt.
Verwendete das Pseudonym Tomé de Burguillos.
Francisco de Quevedo y Villegas (Konzeptismus):
War ein gnadenloser und spöttischer Dichter und Kritiker des 16. Jahrhunderts.
Werke: „Das Leben des Buscón“ (La vida del Buscón), politische, satirische, Liebes- und burleske Gedichte.
Stil: Cleverer Sprachgebrauch, kurz, prägnant, rhetorisch und komplex.
„Das Leben des Buscón“: Beschreibt das Scheitern des bescheidenen Pablos, der sozial aufsteigen will, aber nur scheitert. Ein Zeugnis einer Zeit ohne Mitgefühl. Gilt als bester Exponent dieses Stils.
Pedro Calderón de la Barca: „Das Leben ist ein Traum“ (La vida es sueño).
Miguel de Cervantes Saavedra: Der Meistererzähler
„Don Quijote“:
Teil 1: Veröffentlicht 1605.
Teil 2: Veröffentlicht 1615.
Kritisiert Ritterromane.
Themen: Konflikt zwischen dem individuellen Traum und der sozialen Umwelt, die dessen Erfüllung verhindert; Gerechtigkeit, Liebe und die Liebe zur Literatur.
„Novelas Ejemplares“ (Exemplarische Novellen):
12 Kurzgeschichten, die den Leser belehren sollen.
Die Liebe ist der Ausgangspunkt und macht die Beziehungen würdig.
Wichtige Motive und Stilelemente
Carpe Diem und Tempus Fugit.
Behandlung der platonischen Liebe.
Poetische Formen: Sonette, Oktaven, Terzinen und Silva.
Stilistische Präferenzen: Natürlichkeit und der Mangel an Pose und Zwang gegenüber einer gemessenen und künstlichen Ästhetik.