Der spanische Schelmenroman: Lazarillo, Góngora und Quevedo

Spanisch3,23 KB

Der spanische Schelmenroman

Das Erscheinungsbild des Schelmenromans wurde durch den Zusammenfluss der asketischen Gefühle des spanischen Volkes mit dem Geist des Erasmus begünstigt. Hinzu kam der Einfluss von Volksaufständen.

Merkmale der Gattung

Die Merkmale (Features) der Gattung beziehen sich vor allem auf Zeit und Raum sowie den Abenteuerroman der Sitten. Seine wichtigsten Kennzeichen sind:

  • Pseudo-Autobiographismus: Eine fiktive Ich-Erzählung.
  • Herkunft: Der Protagonist stammt aus Elend und Ehrlosigkeit.
  • Realismus: Darstellung der marginalisierten Welt.
  • Überlebenskampf: Der Versuch, sich durch geschickte Tricks durchzuschlagen.

Lazarillo de Tormes: Autor und Struktur

Beim Lazarillo ist nicht sicher bekannt, wer ihn geschrieben hat. Da das Werk Freiheit der Meinungsäußerung und Kritik übt, musste der Verfasser seine Identität verbergen.

Die Struktur basiert auf Materialien folkloristischen Ursprungs, die in einer linearen Abfolge angeordnet sind. Das Werk besteht aus einem Prolog und sieben Traktaten (tratados). Es handelt sich um eine Erzählung aus erster Hand.

Der Antiheld Lázaro

Lázaro ist ein Antiheld – ein Mann, der beiläufig das Unglück seines eigenen Lebens erzählt, welches seine Persönlichkeit prägt. Er ist ein Außenseiter, der außerhalb der bestehenden sozialen Ordnung lebt und jedes Problem durch Improvisation löst. So verwandelt er sich in einen Schelm.

Sprache, Stil und Transzendenz

In Sprache und Stil herrscht ein Gleichgewicht zwischen dem Belehrenden und dem Spielerischen, dem Kultivierten und dem Populären, alles ausgedrückt in einer realistischen und klaren Sprache.

Bezüglich Sinn und Transzendenz führt uns der Autor durch eine Welt, die von Enttäuschung und Skepsis geprägt ist. Das Werk hatte einen enormen literarischen Einfluss.

Bedeutende Autoren des Barock

Luis de Góngora

Die Basis der Arbeit von Luis de Góngora bilden die Petrarca-Formen, die pastorale Welt und die Volkstradition. Sein Werk besteht aus Balladen, Letrillas, Sonetten und Gedichten. Unter den Romanzen finden sich satirische, lyrische sowie maurische und ritterliche Themen. In den Sonetten vorherrschend ist das Thema der Liebe, die jedoch oft aus der dramatischen Perspektive der Enttäuschung betrachtet wird.

Francisco de Quevedo

Francisco de Quevedo prangerte durch Satire und Spott den Niedergang Spaniens unter den letzten Habsburgern (Austrias) an. Seine Arbeit verfolgt eine moralische Absicht mit einer pessimistischen und skeptischen Haltung. Sein Stil ist elegant und kondensiert; er nutzt die Karikatur als Ausdrucksmittel einer komplexen Sprache voller Kontraste.

Sein Werk, bestehend aus Letrillas, Sonetten und Balladen, folgt drei Tendenzen:

  • Liebe: Im Vergleich zu Petrarca und dem Neuplatonismus.
  • Satire und Burleske.
  • Metaphysik.

Herunterladen

PDF Word HTML