Sprachentwicklung und Sprachstörungen bei Kindern

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Sprachstörungen: Broca- und Wernicke-Aphasie

Die Aphasie tritt auf, wenn eine Läsion im Broca-Areal vorliegt. Die betroffene Person hat Schwierigkeiten, eine Nachricht zu formulieren, da die Artikulation chaotisch ist. Das Verständnis bleibt intakt, doch die Sprache ist langsam und mühsam.

Bei einer Läsion im Wernicke-Areal hat die Person ernsthafte Schwierigkeiten, das Gesagte zu verstehen. Da das Broca-Areal nicht betroffen ist, kann die Person zwar sprechen, aber keine sinnvolle Botschaft artikulieren.

Funktionen und Voraussetzungen der Sprache

Die Funktionen der Sprache umfassen die ludisch-kreative, die repräsentative und die kommunikative Rolle. Für einen erfolgreichen Ausdrucksprozess sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Eine ordnungsgemäße Entwicklung des Nervensystems sowie der sensorischen und motorischen Bereiche.
  • Die kommunikative Absicht des Kindes und die Unterstützung durch Erwachsene.
  • Eine stressfreie Umgebung, die Neugier weckt und Sicherheit bietet.

Faktoren der sprachlichen Entwicklung

  • Physiologische Faktoren: Gehirn und Stimmbildungsapparat (Atmung, Artikulation).
  • Kognitive Faktoren: Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Imitation.
  • Umweltfaktoren: Zuneigung, Lernprozesse und das soziale Umfeld.

Ressourcen für das Erzählen von Geschichten

Um die Aufmerksamkeit der Kinder zu fördern, sollte der Erzähler:

  • Rituelle Formeln für den Anfang und das Ende nutzen.
  • Die Stimme modulieren (Klangfarbe, Lautstärke, Rhythmus).
  • Onomatopoesie (Lautmalerei), Wiederholungen und Pausen einsetzen.
  • Blickkontakt halten und Mimik sowie Gestik zur Unterstützung nutzen.
  • Objekte einbeziehen, ohne die Ausdrucksmöglichkeiten einzuschränken.

Spracherwerb und Entwicklungsphasen

Die Theorie des Innatismus (vertreten durch Chomsky) besagt, dass Spracherwerb auf angeborenen Fähigkeiten basiert.

Wichtige Entwicklungsstufen:

  • Lallen (6-12 Monate): Produktion silbischer Ketten (z. B. „papapa“).
  • Balboteig (4-5 Monate): Erste Tonfolgen aus Vokalen und Konsonanten.
  • Holofrase (10-18 Monate): Ein Wort fungiert als ganzer Satz.
  • Überdehnung: Ein Wort wird auf ähnliche Objekte angewendet (z. B. „Wau-Wau“ für alle Vierbeiner).

Strategien für Erzieher

  • Lexikon an die Möglichkeiten des Kindes anpassen.
  • Einfache, kontextualisierte Wörter verwenden.
  • Strukturierte Pausen einbauen und dem Kind Zeit zur Reaktion geben.
  • Einen warmen, freundlichen Ton und paralinguistische Ressourcen (Gesten) nutzen.

Klassifizierung von Beeinträchtigungen

Beeinträchtigungen können das Gehör, die Vision, viszerale Funktionen, die Motorik oder die intellektuelle Entwicklung betreffen. Besonders relevant sind:

  • Hörstörungen: Von Schwerhörigkeit bis zur Gehörlosigkeit.
  • Sehstörungen: Von teilweiser Sehschwäche bis zur Blindheit.

Fallbeispiel: Beobachtung im Kindergarten

Ein 28 Monate altes Kind zeigt keine soziale Interaktion und reagiert kaum auf visuelle oder auditive Reize. Dies könnte auf eine Autismus-Spektrum-Störung hindeuten.

Handlungsempfehlung für Erzieher: Als Beobachter fungieren, Auffälligkeiten dokumentieren, sich mit Kollegen beraten und die Eltern an entsprechende Fachkräfte verweisen.

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