Sprachliche Varietäten: Definitionen und Klassifizierung
Sprachliche Varietäten
Sprache ist ein System aus sprachlichen Zeichen, Kombinationsregeln und deren spezifischer Verwendung. Sie stellt die konkrete Ausgestaltung der Zunge dar, wobei jeder Sprecher individuelle Ausdrucksweisen wählt.
Das Register bezeichnet die Menge der sprachlichen Besonderheiten, die sich aus der Anpassung des Sprachgebrauchs an einen bestimmten Kontext durch den Sprecher ergeben.
Klassifizierung sprachlicher Varietäten
Die verschiedenen Varietäten lassen sich nach folgenden Faktoren bestimmen:
- Diastratische Varietäten (Soziolekte): Abhängig von der kulturellen Ebene und dem Bildungsgrad.
- Diaphasische Varietäten (Stile): Abhängig von der Kommunikationssituation.
- Diatopische Varietäten (Dialekte): Abhängig vom geografischen Gebiet.
1. Diastratische Varietäten (Soziolekte)
Diese Varietäten hängen vom soziokulturellen Kontext und der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht ab.
- Kultivierte Sprache (gehobener Code): Wird von Personen mit hohem Bildungsgrad verwendet. Merkmale sind Präzision, Korrektheit, ein reicher Wortschatz sowie eine sorgfältige morphosyntaktische Konstruktion. Die Aussprache ist standardisiert, die Intonation nuanciert.
- Umgangssprache: Die Sprache des Alltags, verwendet im Kreis von Familie und Freunden. Sie zeichnet sich durch Spontaneität, expressive Nuancen, einfache Satzstrukturen, Ellipsen sowie die Verwendung von Idiomen und Metaphern aus.
- Vulgärsprache (eingeschränkter Code): Geprägt durch einen begrenzten Wortschatz, syntaktische Fehler und Vulgärismen. Phonetisch zeigen sich Vereinfachungen (z. B. bei Diphthongen), morphosyntaktisch treten häufig fehlerhafte Pronomenverwendungen oder unpräzise Wortwahlen auf.
2. Diaphasische Varietäten (Sprachstile)
Diese Stile werden durch die kommunikative Situation bedingt. Formale Situationen erfordern eine konventionelle, organisierte Sprache, während informelle Situationen eine entspannte Ausdrucksweise erlauben.
Zudem unterscheidet man zwischen dem mündlichen Kanal (spontan, kontextabhängig) und dem schriftlichen Kanal (dauerhaft, präzise, formalisiert).
Darüber hinaus gibt es funktionale Varietäten, die mit spezifischen sozialen Aktivitäten verknüpft sind:
- Fachsprachen: Berufsspezifisches Lexikon (z. B. Anwälte, Ärzte, Handwerker).
- Jargon/Slang: Sprachgebrauch von spezifischen sozialen Gruppen oder Randgruppen.
3. Diatopische Varietäten (Dialekte)
Hierbei handelt es sich um geografisch bedingte Sprachvarietäten, die sich durch regionale Besonderheiten auszeichnen.