Sprachvarietäten: Standardsprache, Umgangssprache, Volkssprache und Jargon

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Zusammenfassung

Der Text erklärt die Sprachvarietäten des Deutschen: diastratische, diaphasische und diatopische Varietäten sowie die Standardsprache als Idealnorm. Anschließend werden gehobene Sprache, Umgangssprache, Volkssprache sowie Jargon und Sondersprachen mit ihren typischen Merkmalen beschrieben.

Kernpunkte

  • Sprachvarietäten entstehen durch soziale (diastratisch), situative (diaphasisch) und geografische Faktoren (diatopisch).
  • Die Standardsprache gilt als Idealsprache und stellt die Regeln dar, die als korrekt gelten.
  • Die gehobene Sprache baut auf der Standardsprache auf und zeichnet sich durch korrekte Aussprache, gut strukturierte Syntax und lexikalischen Reichtum aus.
  • Die Umgangssprache wird im Alltag zur Kommunikation mit emotional nahestehenden Personen verwendet und ist meist verständlich, auch wenn sie Fehler enthält.
  • Die Volkssprache weicht stark von der Standardsprache ab; typische Fehler betreffen Lautung, Verbformen und Wortbedeutungen.
  • Jargon ist die Sprache bestimmter sozialer oder beruflicher Gruppen; Fachjargon nutzt Fachbegriffe, Sondersprachen (Slang) werden von Randgruppen gebraucht.

Stellen Sie sich auf die Probe

1. Sprachvarietäten und die Standardsprache

Sprache weist viele Variationen in ihrer Anwendung auf. Sprachvarietäten können aus verschiedenen Gründen entstehen:

  • Diastratische Varietäten: Bedingt durch soziale und kulturelle Umstände.
  • Diaphasische Varietäten: Abgeleitet von der Absicht des Sprechers und der jeweiligen Situation.
  • Diatopische Varietäten: Entstanden durch unterschiedliche geografische Gebiete.

Die Standardsprache (auch Idealsprache genannt) wird als das Ideal betrachtet, das alle Sprecher kennen und nutzen sollten. Sie stellt den Satz von Regeln dar, die als korrekt gelten.

2. Die gehobene Sprache

Die gehobene Sprache baut auf der Standardsprache auf und erreicht ein höheres Niveau. Ihre wichtigsten Merkmale sind:

  • Korrekte Aussprache, Vermeidung von umgangssprachlichen Lautformen.
  • Verwendung gut strukturierter Syntax für den geordneten Ausdruck von Ideen.
  • Lexikalischer Reichtum oder ein umfangreicher Wortschatz.

3. Die Umgangssprache (Alltagssprache)

Umgangssprache wird verwendet, um mit Menschen zu kommunizieren, zu denen eine emotionale Nähe besteht. Sie ist die häufigste Sprachform im täglichen Leben. Fehler sind häufig, dennoch ist sie in der Regel verständlich.

Merkmale der Umgangssprache:

  • Entspannte Aussprache (z.B. cansao – hier als Beispiel für eine vereinfachte Aussprache).
  • Einsatz von Füllwörtern oder Satzbausteinen (sogenannte „Krücken“).
  • Verwendung von Kurzformen (z.B. Insti statt Institution).
  • Wörter mit emotionaler Ladung, unterstützt durch Suffixe, Diminutive und abfällige Formen (z.B. Dummchen, Dummkopf).
  • Häufiger Gebrauch von Füllwörtern (z.B. mit als Füllwort).
  • Häufige Verwendung von Phrasen und Sprichwörtern (z.B. Der Berg ist nicht alles Oregano).
  • Verwendung von Deiktika (Hinweise auf Raum und Zeit, z.B. Es geht mir gut hier).
  • Verwendung von Ausrufen und Interjektionen (z.B. Oh, wie Sie wissen!).
  • Wiederholung von Wörtern oder Wortgruppen (z.B. Es ist furchtbar schwer).
  • Vokative (Anreden, z.B. Was sagst du, Onkel!).
  • Einfache Syntax.
  • Ausdrucksstarke Betonung.

4. Die Volkssprache (Vulgärsprache)

Die Volkssprache weicht stark von der Standardsprache ab. Aufgrund mangelnder Beachtung von Regeln treten häufig Fehler auf, die oft als Vulgärismen oder Sprachfehler bezeichnet werden.

Merkmale der Volkssprache auf verschiedenen Ebenen:

  • Phonetische Ebene:

    • Verwechslung von Konsonanten und Vokalen.
  • Morphosyntaktische Ebene:

    • Falsche Verbformen (z.B. Sie kam, ging statt Sie kam und ging).
    • Infinitiv statt Imperativ (z.B. zu sitzen statt Sitz!).
  • Lexikalisch-semantische Ebene:

    • Verwechslung der Bedeutung von Wörtern.

5. Jargon und Sondersprachen

Jargon ist eine besondere Ausdrucksform, die von bestimmten sozialen oder beruflichen Gruppen verwendet wird. Grundsätzlich kann man zwei Typen unterscheiden:

  • Fachjargon: Umfasst sprachliche Varianten, die in verschiedenen gesellschaftlichen Aktivitäten und Berufen verwendet werden. Diese Sondersprachen zeichnen sich durch spezifische Fachbegriffe aus, die den jeweiligen Berufsfeldern eigen sind.
  • Sondersprachen (oft als Slang bezeichnet): Werden von gesellschaftlichen Randgruppen verwendet.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Standardsprache und Umgangssprache?

Die Standardsprache ist die als korrekt geltende Idealsprache mit festen Regeln. Die Umgangssprache ist die alltägliche Sprachform im Umgang mit vertrauten Menschen, die oft vereinfacht und fehlerhafter ist, aber meist verstanden wird.

Was versteht man unter Jargon?

Jargon ist eine besondere Ausdrucksform bestimmter sozialer oder beruflicher Gruppen. Fachjargon umfasst die Fachbegriffe einzelner Berufsfelder, Sondersprachen (Slang) werden von gesellschaftlichen Randgruppen verwendet.

Welche Arten von Sprachvarietäten gibt es?

Der Text unterscheidet diastratische Varietäten (soziale und kulturelle Umstände), diaphasische Varietäten (Absicht des Sprechers und Situation) und diatopische Varietäten (geografische Gebiete).

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Test

1. Welche Sprachvarietät entsteht durch geografische Gebiete?
2. Was beschreibt die Standardsprache laut dem Text?
3. Welches Merkmal gehört zur gehobenen Sprache?
4. Wofür wird die Umgangssprache laut Text vor allem verwendet?
5. Was ist Fachjargon?

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