Das Theater des 17. Jahrhunderts und der Neoklassizismus

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Das Theater des 17. Jahrhunderts: Die Neue Komödie

Die Komödie ist ein Genre, das aus der Vereinigung der italienischen Komödie und dem Drama der spanischen Renaissance hervorging. Lope de Vega prägte diese Verbindung durch seine besondere Sensibilität.

Vertreter und Werke

  • Historische Stücke: "Der beste Bürgermeister, der König", "Fuenteovejuna", "Der Ritter von Olmedo"
  • Traditionalisten: "La Dama boba" und "Der Hund des Gärtners"

Merkmale

  • Vereinigung von Tragik und Komik sowie von edlen und volkstümlichen Elementen.
  • Bruch mit der Regel der drei Einheiten des klassischen Theaters.
  • Verwendung verschiedener Versmaße.
  • Schaffung komplexer Situationen und Intrigen.

Figurentypen

  • Der König: Symbol für Gerechtigkeit und Ehre.
  • Der tapfere Idealist: Großzügig und edel.
  • Die Frau: Schön, edel und schlagfertig.
  • Der Diener (Gracioso): Die komische Figur, oft ein Begleiter des Helden.
  • Der Bösewicht: Oft ein wohlhabender Bauer oder ein arroganter Adliger, der durch egoistische Interessen die Ordnung stört.

Europäisches Theater

  • William Shakespeare: "Romeo und Julia", "Hamlet"
  • Molière: "Der Geizige"

Das Theater in Spanien

Die Etablierung fester Spielstätten, der sogenannten Corrales de Comedias, ermöglichte eine kontinuierliche Aufführungspraxis. Die Bühnengestaltung entwickelte sich von einfachen Mitteln hin zu beeindruckenden Kulissen.

Wichtige Autoren

  • Tirso de Molina: "Der Spötter von Sevilla und der steinerne Gast"
  • Calderón de la Barca: Philosophische Dramen wie "Das Leben ein Traum" und religiöse Stücke wie "Das große Welttheater".

Literatur des 18. Jahrhunderts: Der Neoklassizismus

Historisch-soziale Aspekte

Nach dem Tod von Karl II. und dem Spanischen Erbfolgekrieg bestieg Philipp V. als erster Bourbonen-König den spanischen Thron. Dies brachte einen starken französischen Einfluss mit sich. Unter Ferdinand VI. und Karl III. wurden Reformen zur Modernisierung des Landes eingeleitet, bevor Spanien unter Karl IV. in eine schwere Krise geriet. Institutionen wie die Nationalbibliothek und das Prado-Museum wurden in dieser Zeit gegründet.

Literarische Aspekte

Der Neoklassizismus zeichnet sich durch die strikte Einhaltung klassischer Regeln aus (Einheit von Ort, Zeit und Handlung). Die Kunst sollte erzieherische Zwecke erfüllen und wissenschaftliches Interesse wecken. Zudem bildete sie einen Gegenentwurf zum Barock und kündigte die Romantik an. Der Essay wurde zur wichtigsten Gattung des 18. Jahrhunderts.

Wichtige Denker

  • Gaspar Melchor de Jovellanos: Engagiert in praktischen Reformen, z. B. im Bericht über das Bodenrecht.
  • Fray Benito Jerónimo Feijoo: Vereinbarkeit von religiösem Glauben und wissenschaftlichem Geist (Teatro crítico universal).
  • José Cadalso: Kritische Haltung gegenüber spanischen und ausländischen Zuständen (Marokkanische Briefe, Düstere Nächte).

Theater und Dichtung

Im Theater erfolgte der Bruch mit dem Barock und die Rückkehr zu den drei Einheiten (z. B. Leandro Fernández de Moratín mit "Das Mädchen und die Braut" oder "Die neue Komödie"). In der Lyrik verlor die traditionelle Dichtung zugunsten didaktischer Genres an Bedeutung, insbesondere durch Fabeldichter wie Félix María de Samaniego und Tomás de Iriarte.

Erzählende Prosa

  • Diego de Torres y Villarroel: Seine Autobiografie ist ein heiteres Werk voller amüsanter Ereignisse.
  • José Francisco de Isla: In seiner Geschichte des "Fray Gerundio de Campazas" persifliert er die Rhetorik der damaligen Zeit.

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