Subkulturen und Jugendkriminalität: Theorien, Banden und Kriminalpolitik

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Zusammenfassung

Das Dokument stellt Theorien zu Subkulturen und Jugendkriminalität vor, darunter instrumentelle Bedingungen, die apathische Subkultur sowie die Kritik von Miller und Sykes/Matza. Es behandelt Nachbarschaftsbanden und ideologische Subkulturen wie die Skinheads und zeigt die daraus folgenden Maßnahmen der Kriminalpolitik auf sozialer und kultureller Ebene.

Kernpunkte

  • Fehlende legale Gelegenheiten können junge Menschen zu expressiver oder instrumenteller Kriminalität führen.
  • Die apathische Subkultur ist durch Drogenkonsum und Flüchtigkeit (pasota) geprägt.
  • Miller sieht Jugendkriminalität als Ausdruck von Unterschichtswerten wie Männlichkeit, Autonomie und Ablehnung von Behörden.
  • Sykes und Matza betonen Techniken der Neutralisation: Jugendliche teilen die Werte der Mehrheit, rechtfertigen ihre Taten aber.
  • Nachbarschaftsbanden entstehen durch Armutsghettos (ökologische These) und Konsumkultur (subkulturelle These).
  • Ideologische Subkulturen wie Skinheads zeichnen sich durch Gewalt gegen Minderheiten und rassistische Propaganda aus.
  • Kriminalpolitische Maßnahmen umfassen Ausbildungsförderung, Gemeinschaftsaufbau und das Verfolgen von Nazi-Propaganda.

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(2) Subkulturen: Instrumentelle Bedingungen

In Gegenden, in denen Gelegenheiten fehlen, kann es dazu kommen, dass junge Menschen mit Blockaden bei legalen Tätigkeiten konfrontiert sind. Die Entwicklung einer subkulturellen Lösung für ihr Statusproblem kann ein weiterer Schritt in Richtung professioneller Kriminalität sein.

Die Jugendlichen entwickeln eine expressive Kriminalität (destruktive, bösartige Handlungen) oder eine disziplinierte, instrumentelle und karriereorientierte Form der Kriminalität.

(3) Apathische Subkultur

Die Struktur ist geprägt von Drogenkonsum und Flüchtigkeit (pasota). Die Personen fühlen sich nicht in der bürgerlich-kulturellen Welt zugehörig, da:

  • a) keine Bindung an das Gesetz besteht oder
  • b) die Fertigkeiten fehlen, um in kriminellen Subkulturen erfolgreich zu sein.

Aufgrund der Frustration suchen diese jungen Menschen Zuflucht in Drogen.

Kritik an der Theorie der Subkulturen

  • Miller: Jugendkriminalität in den USA ist nicht als Subkultur zu verstehen, sondern als Ausdruck von Werten der Unterschicht (Männlichkeit, Autonomie, Ablehnung von Behörden), was gewalttätiges Verhalten erklärt.
  • Sykes / Matza: Jugendliche Straftäter haben kein anderes Wertesystem als die Mehrheit. Sie behaupten nicht, dass Gewalt gut sei, sondern nutzen Techniken der Neutralisation (z. B. „Jeder würde auf eine solche Provokation reagieren“).

Folgen für die Kriminalpolitik

Soziale Struktur

  1. Erhöhung der Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten.
  2. Diese Vorschläge bildeten die Richtlinien der demokratischen Regierungen in den USA in den 60er Jahren.
  3. Eine Methode bestand darin, kriminelle Banden in legale Geschäftsorganisationen umzuwandeln. Dies ist schwer umzusetzen, da der gewerbliche Bereich diesen Jugendlichen kaum bekannt ist.

Kulturelle Struktur

  1. Vermeidung der Abwertung junger Menschen aus der Arbeiterklasse, da dies dem Ideal der „Wettbewerbsfähigkeit“ auf dem Markt widerspricht.
  2. Vermeidung der Entwicklung von Neutralisierungstechniken, um das Gefühl der Ungerechtigkeit zu verhindern und die Legitimität der Strafjustiz zu verbessern.

Aktuelle Ansätze

Aktuelle Bedenken im Zusammenhang mit kriminellen Subkulturen konzentrieren sich auf:

  • 1. Bandas de Barrio: Banden, die in Slums ansässig sind und in einem bestimmten Gebiet Verbrechen begehen.
  • 2. Ideologische Subkulturen: (Skins, Neo-Nazis) Jugendbanden, die Verbrechen gegen Minderheiten (Migranten, Homosexuelle etc.) begehen.

(1) Nachbarschaftsbanden

In den 80er und 90er Jahren gab es einen Boom dieser Banden in den USA. Merkmale:

  1. Ansässigkeit in Slums.
  2. Zunehmende Ausrichtung auf Drogenhandel.
  3. Tödliche Bandengewalt (Kontrolle über Waffen und Territorien).
  4. Ständige Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche.

(1) Nachbarschaftsbanden: Ursachen

  • Ökologische These: Der Prozess der Industrialisierung schafft homogene Ghettos der Armut.
  • Subkulturelle These: Betroffenheit von der Konsumkultur (Status durch äußere Zeichen wie Kleidung). Jugendliche schließen sich Banden an, die Reichtum und Position in der Nachbarschaft repräsentieren.

(2) Ideologische Subkulturen

Jugendliche Subkulturen identifizieren sich nicht über ein Gebiet, sondern über Kleidung, Musik und Ideologie. Ideologische Subkulturen zeichnen sich durch den Einsatz von Gewalt aus. Besondere Bedeutung haben die Skinheads. Zwischen Mitte der 80er Jahre und 1994 verübten sie Gewaltakte gegen über 80.000 Ausländer in Deutschland.

Merkmale ideologischer Subkulturen

  1. Nicht an eine bestimmte Umgebung gebunden.
  2. Gewalt wird zur Verteidigung von Gruppenwerten gerechtfertigt (Schutz der ethnischen Zugehörigkeit, Bedrohung durch Minderheiten).
  3. Kontakt mit rassistischer Propaganda und Neo-Nazis.
  4. Konsum von Alkohol als Zeichen der Männlichkeit.
  5. Ästhetik (kurze Haare, enge Hosen etc.).

Politische Konsequenzen

Nachbarschaftsbanden:

  • a) Wiederaufbau von Gemeinschaften zur Förderung sozialer Beziehungen.
  • b) Investitionen in Bildung (Verbesserung der Beschäftigungschancen).
  • c) Verringerung der Rassentrennung, um den Zusammenhalt der Banden zu bekämpfen.

Skinhead-Gewalt:

  • a) Vermeidung ideologischer Diskurse, die Minderheiten stigmatisieren.
  • b) Verfolgung von Nazi-Propaganda.
  • c) Verbot rassistischer Konzerte.

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Häufige Fragen

Was besagt die Kritik von Sykes und Matza an der Subkulturtheorie?

Sykes und Matza argumentieren, dass jugendliche Straftäter kein anderes Wertesystem haben als die Mehrheit. Sie behaupten nicht, Gewalt sei gut, sondern nutzen Techniken der Neutralisation, etwa die Rechtfertigung, jeder würde auf eine solche Provokation reagieren.

Welche zwei Arten von Subkulturen werden im Dokument unterschieden?

Das Dokument unterscheidet Nachbarschaftsbanden, die an ein Gebiet in Slums gebunden sind, und ideologische Subkulturen wie Skinheads oder Neo-Nazis, die sich über Kleidung, Musik und Ideologie definieren und nicht an einen Ort gebunden sind.

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Test

1. Was kennzeichnet die apathische Subkultur laut dem Dokument?
2. Wie erklärt Miller die Jugendkriminalität in den USA?
3. Was bedeutet Neutralisierung nach Sykes und Matza?
4. Welche ökologische These wird zur Entstehung von Nachbarschaftsbanden genannt?
5. Wodurch identifizieren sich ideologische Subkulturen laut Dokument?
6. Welche politische Maßnahme wird gegen Nachbarschaftsbanden vorgeschlagen?

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