Urbane Morphologie: Stadtplanung und Funktionen im Überblick
Akteure der Stadtentwicklung
Bürger sind für die städtische Lage von zentraler Bedeutung. Sie möchten, dass alle Bedürfnisse abgedeckt und Nachteile minimiert werden. Sie verändern die Städte durch Nachbarschaftsverbände.
Öffentliche Stellen wie Gemeinden, Regionalräte und Länder sind dafür verantwortlich zu entscheiden, wo eine Infrastruktur sein soll oder in welcher Form sie aufgebaut werden sollte.
Urbane Morphologie und Stadtplanung
In der urbanen Morphologie gibt es verschiedene Arten von Plänen:
- Unregelmäßig: Dies ist die älteste Form und entspricht den historischen Teilen der Stadt. Sie haben einen römischen oder mittelalterlichen Charakter und sind oft eng oder verwinkelt.
- Radiozentrisch (oder radial): Ein zentraler Punkt bildet den Ursprung, von dem alle Straßen konzentrisch ausgehen. Vorteil: Man gelangt leicht ins Zentrum (Spinnennetz-Struktur).
- Orthogonal (Schachbrett- oder Gitterplan): Hier ist es schwierig, sich diagonal zu bewegen, weshalb oft zusätzliche diagonale Straßen angelegt werden.
Künstliche Städte und moderne Konzepte
Es wurden künstliche Städte in verschiedenen Formen geschaffen. Im 20. Jahrhundert begannen zwei Arten:
- Gartenstadt (Garden City): Der Bau begann im späten 19. Jahrhundert. Die Straßen waren unregelmäßig angelegt, mit Häusern vom Typ Einfamilienhaus mit Garten oder Terrasse. Anfangs galt dies als sehr attraktiv, doch in der Praxis wurden daraus oft Schlafstädte ohne ausreichende Dienstleistungen oder Ausstattungen.
- Funktionalistische oder rationalistische Stadt: Dieses Konzept wurde von Le Corbusier entwickelt. Er vertrat die Ansicht, dass Gärten Platz verschwenden, und entwarf stattdessen Wohnblöcke mit großen Grünflächen. Die Theorie war sehr ansprechend, doch in der Praxis wurden diese Grünflächen oft nicht wie geplant umgesetzt.
Urbane Funktionen der Stadt
Dies umfasst alle Aktivitäten, die Menschen täglich ausführen.
1. Wohnfunktion
Diese Funktion ist in allen Städten vorhanden und benötigt entsprechende Ausstattungen und Dienstleistungen. Es gibt spezifische Bereiche:
- Die Altstadt: Der älteste Teil der Stadt, oft bewohnt von Menschen mit geringen Mitteln. Charakteristisch sind schmale Gassen.
- Eixample (Stadterweiterung): Wachstumsgebiete des 19. Jahrhunderts. Dies waren renommierte Viertel für die Bourgeoisie mit breiten Straßen. Im 20. Jahrhundert zog das Bürgertum jedoch verstärkt in die Außenbezirke.
- Stadtviertel: Hier unterscheidet man zwei Typen:
- a) Gehobene Wohnviertel: Hierhin zog das Bürgertum. Sie bieten eine höhere Lebensqualität, weniger Lärm, Einfamilienhäuser, hochwertige Gebäude, viel Grün und hohe Grundstückswerte.
- b) Arbeiterviertel: Diese Gebiete haben oft einen geringeren ökologischen Wert, eine niedrigere Bauqualität und die Dienstleistungen sind nicht immer optimal.
2. Verkaufs- und Kommerzfunktion
Diese umfasst alle Aktivitäten des Austauschs von Dienstleistungen und Produkten. Viele Städte entstanden primär durch ihre kommerzielle Funktion. Diese ist nicht gleichmäßig verteilt, sondern konzentriert sich meist im Zentrum zwischen der Altstadt und dem Eixample.