Vertragsrelativität: Verträge zugunsten und zu Lasten Dritter

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Zusammenfassung

Der Text erklärt den Grundsatz der Vertragsrelativität, nach dem Verträge grundsätzlich nur zwischen den Parteien wirken. Behandelt werden Verträge zugunsten Dritter mit den beteiligten Parteien und Voraussetzungen sowie Verträge zu Lasten Dritter mit den Rechtsfolgen für den Geschädigten. Abschließend wird nach Gut- und Bösgläubigkeit der Vertragsparteien unterschieden.

Kernpunkte

  • Verträge wirken grundsätzlich nur zwischen den Vertragsparteien (Prinzip der Relativität).
  • Beim Vertrag zugunsten Dritter entsteht für den Dritten ein eigenes Forderungsrecht; typisches Beispiel ist die Lebensversicherung.
  • Beteiligt sind der Versprechende, der Versprechensempfänger und der Dritte.
  • Damit der Vertrag wirksam wird, muss der Dritte die Zuwendung annehmen und dem Versprechenden seine Annahme mitteilen.
  • Bei einem Vertrag zu Lasten Dritter wird in ein subjektives Recht eines nicht beteiligten Dritten eingegriffen.
  • Der Geschädigte hat in der Regel Anspruch auf Unterlassung und auf Schadensersatz.
  • Bösgläubig ist, wer die vorherige Vereinbarung kennt, die durch den neuen Vertrag verletzt wird.

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Grundsatz der Vertragsrelativität

Grundsätzlich entfalten Verträge nur Wirkungen zwischen den Vertragsparteien (Prinzip der Relativität). Ausnahmsweise können Verträge jedoch auch Dritte beeinflussen, wie zum Beispiel Erben. Dies setzt voraus, dass die vererbten Rechte und Pflichten nicht höchstpersönlicher Natur sind.

Fälle, in denen ein Vertrag Dritte beeinflusst, sind insbesondere:

Vertrag zugunsten Dritter

Bei einem Vertrag zugunsten Dritter wird vereinbart, dass die Leistungen ganz oder teilweise einer Person zugutekommen, die nicht selbst Vertragspartei ist. Dadurch entsteht für den Dritten ein eigenes Forderungsrecht. Ein typisches Beispiel ist die Lebensversicherung.

Beteiligte Parteien

  • Der Versprechende: Die Vertragspartei, die zur Leistung an den Dritten verpflichtet ist.
  • Der Versprechensempfänger: Die Vertragspartei, die sich die Leistung an den Dritten versprechen lässt.
  • Der Dritte: Die Person, die die Leistung erhält.

Voraussetzungen für die Wirksamkeit

Damit der Vertrag wirksam wird, muss der Dritte die Zuwendung annehmen und dem Versprechenden seine Annahme mitteilen. Oft ist gesetzlich nicht klar geregelt, wer den Vertrag widerrufen kann. Es wird jedoch angenommen, dass ein Widerruf nur im Einvernehmen zwischen dem Versprechenden und dem Versprechensempfänger möglich ist.

Vertrag zu Lasten Dritter

Ein Vertrag zu Lasten Dritter liegt vor, wenn durch den Vertragsschluss in ein subjektives Recht einer Person eingegriffen wird, die nicht am Vertrag beteiligt ist. Das verletzte Recht des Dritten stammt typischerweise aus einem bereits bestehenden Vertragsverhältnis mit einer der Parteien des neuen Vertrags.

Rechtsfolgen

Der Geschädigte hat in der Regel folgende Ansprüche:

  • Anspruch auf Unterlassung der schädigenden Handlung.
  • Anspruch auf Schadensersatz.
Unterscheidung nach Gut- und Bösgläubigkeit

Es muss unterschieden werden, ob die Vertragsparteien gutgläubig oder bösgläubig gehandelt haben. Handelt eine Vertragspartei in Kenntnis der vorherigen Vereinbarung, die sie durch den neuen Vertrag verletzt, so ist sie bösgläubig. Ohne diese Kenntnis liegt Gutgläubigkeit vor.

Fall 1: Beide Vertragspartner handeln bösgläubig.
In diesem Fall kann der Geschädigte die Unterlassung der Handlung und Schadensersatz fordern. Die Haftung für den Schaden ist gesamtschuldnerisch, das heißt, der Geschädigte kann die gesamte Summe von einer der beiden Parteien fordern.

Fall 2: Eine Vertragspartei handelt gutgläubig.
Der Dritte kann die Unterlassung der Handlung und Schadensersatz von der vertragsbrüchigen (bösgläubigen) Partei verlangen. Da der neue Vertrag dadurch nicht erfüllt werden kann, hat auch der gutgläubige Vertragspartner einen Anspruch auf Schadensersatz gegen seinen vertragsbrüchigen Partner.

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Häufige Fragen

Was bedeutet der Grundsatz der Vertragsrelativität?

Verträge entfalten grundsätzlich nur Wirkungen zwischen den Vertragsparteien. Ausnahmsweise können sie auch Dritte beeinflussen, etwa Erben, sofern die Rechte und Pflichten nicht höchstpersönlicher Natur sind.

Was ist ein Vertrag zugunsten Dritter?

Die Leistungen kommen ganz oder teilweise einer Person zugute, die nicht Vertragspartei ist. Dadurch entsteht für den Dritten ein eigenes Forderungsrecht, ein typisches Beispiel ist die Lebensversicherung.

Welche Ansprüche hat der Geschädigte bei einem Vertrag zu Lasten Dritter?

Der Geschädigte hat in der Regel Anspruch auf Unterlassung der schädigenden Handlung und auf Schadensersatz.

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Test

1. Was ist der Grundsatz der Vertragsrelativität?
2. Wer ist beim Vertrag zugunsten Dritter der Versprechensempfänger?
3. Was muss der Dritte tun, damit der Vertrag zugunsten Dritter wirksam wird?
4. Was kennzeichnet einen Vertrag zu Lasten Dritter?
5. Wer ist bösgläubig nach dem Text?
6. Wie haftet der Schaden bei Fall 1, wenn beide Vertragspartner bösgläubig handeln?

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